(13) Laufpause – was nun?!

von Sandra Mastropietro am 26. Mai 2014

>>> Läuferleben <<<

Laufpause – was nun?! 

Oder auch

Von einem Versuch, den Kopf nicht in die Weitsprunggrube zu stecken

Früher, so etwa vor 2 Jahren 😉 , als ich mit dem schönsten Sport der Welt, dem Laufen, begonnen habe, las ich folgendes Zitat von Berthold Brecht:

„Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.“

Damals hatte ich nur ein müdes Lächeln und ein Kopfschütteln übrig. Heute nicke ich in Ehrfurcht; denn ich verstehe! Verstehe die Botschaft und spüre das Brennen meiner (Lauf)Leidenschaft in der Brust, während mir seine Worte immer wieder durch den Kopf schwirren.

„Laufpause“ hat er gesagt… hat es tatsächlich ausgesprochen, das verfluchte Wort!

Und das, wo ich ihm doch jedes Mal zur Begrüßung sage, dass –egal was los ist- eine Trainingspause gerade jetzt in dem Moment schier unmöglich ist!

Hat er es vielleicht nicht gehört? Habe ich undeutlich gesprochen? Meine Gedanken überschlagen sich, ich möchte meine „Begrüßungsformel“ wiederholen, doch bekomme kein Wort heraus. Mir ist heiß!

„Ich sage ja nicht Trainingspause, lediglich Laufpause! Machen Sie Stabi, gehen Sie schwimmen oder fahren Sie Rad!“ ergänzt er sein Henkersgleiches Urteil!

Deprimiert schleiche ich nach Hause, kaufe mir zum ersten Mal im Leben eine BILD-Zeitung (An der Schlagzeile: „Immer Häufiger: Ärztepfusch in München“ konnte ich einfach nicht vorbei gehen!) und google, ob man inzwischen nicht auch ein Hüftgelenk „heil“ lasern lassen kann…denn bei den Augen funktioniert das schließlich schon lang!

Zu Hause angekommen überlege ich, wie es jetzt weiter gehen soll.

Die Entscheidung zwischen frustriert-sein; trotzdem weiter Laufen oder das Ganze irgendwie positiv zu sehen, fällt verdammt schwer.

Nach langem Grübeln entscheide ich mich schließlich für Letzteres und versuche, meine Verletzung als „Chance“ zu sehen!

Der Gedanke, aktiv an meiner Regeneration zu arbeiten und diverse Stabi-Schwächen auszubessern bzw. Dinge zu trainieren, die ich sonst etwas vernachlässige, gefällt mir doch um einiges besser als deprimiert auf die Couch zu liegen und vegane Gummibärchen in mich hinein zu stopfen 😉

Mein Plan für die verordnete Laufpause: An meinen Schwächen arbeiten!

Oft liegt die Ursache einer Verletzung in den Schwachpunkten des Körpers. Ich werde die lauffreie Zeit also nutzen, diesen Schwächen auf den Grund zu gehen und sie weitestgehend „auszumerzen“  …Denn wie wir alle wissen, aber immer wieder gerne vergessen 😉 : Nur wer gezielt an seinen Schwächen arbeitet, wird gestärkt aus der Verletzungspause herauszukommen und in Zukunft derartige Verletzungen verhindern!

AMEN und ab ins Fitnessstudio: BodyStrenght, Core-Workout und Stretching here I come.  Zur Belohnung für so viel Stabi am Stück gibt es eine extra Runde Sauna 🙂

(Der Belohnungseffekt ist schließlich wichtig ;))

Mentales Training

Früher wurde es häufig belächelt; heute ist es jedoch hochgelobt, akzeptiert und dauererforscht!

So sagt man, dass allein die intensive Vorstellung einer Bewegung Reize in der Muskulatur auslöst und die Bewegungsmuster entsprechend festigt und verbessert!

Klingt gut und wird versucht; vielleicht gerade für mich als Koordinationsproblematiker eine besonders wertvolle Übung  🙂 Ich werde berichten!

Mein „Verletzungsfazit“:

Leider nahezu jeder leistungsorientierte Sportler, egal ob Hobby oder Profi, wird im Laufe der „Sportkarriere“ mal mit einer Verletzung konfrontiert. Das ist doof und unschön, dennoch gilt: Nicht den Kopf auf die Tartanbahn hauen oder gar in die Weitsprunggrube stecken! Akzeptiert es und seht es als Chance; macht das Beste draus.

Neben Bodystrength habe ich zum Beispiel wieder angefangen, meiner ganz alten Leidenschaft nach zu gehen und wieder einmal die Woche Volleyball zu spielen 🙂  Macht riesig Spaß und lässt mich die Verletzung nicht mehr ganz so oft verfluchen 🙂

Ich wünsche Euch eine wunderschöne Woche

#keeponrunning & #keepontraining

Ganz liebe Grüße

Sandra


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