69 Tage vor dem Mumbai Marathon

von Sandra Mastropietro am 12. November 2013

Der vierfache Goldmedaillengewinner von Olympia 1936, Jesse Owens, schreibt in seiner Biographie:  „Wir haben alle Träume. Doch bevor die Träume Realität werden, gibt es eine ganze Menge Entschlossenheit, Hingabe, Selbstdisziplin und Anstrengung.“

…oh wie Recht er doch hat!

Heute in 69 Tagen werde ich versuchen, meinen Traum Realität werden zu lassen und den Mumbai Marathon in unter 4 Stunden zu laufen. Alle Artikel zu meiner Motivation und meiner Vorbereitung auf den Mumbai Marathon findet Ihr hier.

Mumbai ist mit 28.508 Einw./km² die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, die Temperaturen sind im Januar um die 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit bei ca. 70% und über die Qualität von Wasser und Luft gebe ich besser keine Infos! 🙁

… Warum in aller Welt habe ich mir also gerade diesen Marathon zum persönlichen Ziel gesetzt?

Immer wieder stellen mir Leute diese Frage. Eine schlüssige Antwort konnte ich bis jetzt noch nicht geben, werde ich wahrscheinlich nie können 🙂

Wie viele von Euch wissen habe ich 2009/10 selbst in Indien gelebt und dort einen Freiwilligendienst im sozialen Bereich absolviert.

Während dieser Zeit war ich oft in Mumbai und wurde mit jedem Besuch mehr und tiefer in den Bann dieser vollkommen konträreren Stadt gezogen. Eine Hass-Liebe hat sich entwickelt; die auf vollkommener Faszination und Erstaunen darüber, wie das Unmögliche möglich ist, beruht.

Kurz: Dass es der Mumbai Marathon ist, ist eine ganz persönliche Entscheidung, die durch die Möglichkeit des Spendensammelns bestärkt wurde und das Ziel noch emotionaler für mich macht, als es ohnehin schon ist 🙂

Wie habe ich mich in den letzten 4 Wochen vorbereitet?

Die Regenerationszeit nach dem Berlin Marathon Ende September ging leider fast nahtlos in eine vom Doktor verschriebene, hüftbedingte Verletzungspause über, die ich (An dieser Stelle Selbstkritik!) eher schlecht als recht eingehalten habe. Laufen ist inzwischen ein ganz fester Bestandteil meines Lebens, der nicht mehr wegzudenken ist. Es ist ja nun wirklich nicht so, dass ich nicht wüsste was ich mit der Zeit machen sollte, in der ich nicht laufe – aber es ist eben definitiv so, dass ich mich nach einigen Tagen Laufpause nicht mehr wohl fühle! Von innerer Unruhe getrieben habe ich also keinen Grund ausgelassen, doch laufen zu müssen 😉

Am 13.Oktober, pünktlich zum München Marathon, durfte ich dann aber auch wieder offiziell „Gas geben“ und musste dieses gleich, nach dem Anfeuern an der Strecke, mit einem eigenen Herbstlauf bei strahlendem Sonnenschein zelebrieren 😉 21 lockere Kilometer mit Jenny der Tri-Athletin 🙂

Seit der „Verletzung“ steht jetzt übrigens wirklich jeden 2. Abend „Stabi“ ganz fest auf dem Programm. Was ich vorher gerne einmal weggelassen habe, ist nun doch ein Muss. Laufen „allein“ ist ab einem bestimmten Pensum in der Woche nicht mehr gesund und führt schnell zu einer muskulären Dysbalance, welche dann wiederum zu Verletzungen führen kann. *räusper*

Gerade im Rumpfbereich ist die Muskulatur bei Läufern leider häufig zu schwach ausgeprägt, was nicht nur ein erhöhtes Verletzungsrisiko mit sich bringt sondern auch noch bei jedem Schritt wertvolle Energie verschenkt!

Dementsprechend sind Liegestütze, seitliche Unterarmstütze und Crunches nun also Pflichtprogramm.

Ach ja; und die Kniebeugen natürlich – für die Oberschenkelmuskulatur 🙂 (sogar mit eigenem Coach speziell dafür 😉 )

Außerdem wurde das Bahntraining mit Annika reaktiviert (wieso haben wir das eigentlich je schleifen lassen?) und steht nun wieder als fester Termin jeden Freitagnachmittag im Kalender 🙂

Intervalle, Intervalle und noch mehr Intervalle + Koordinationstraining (mein großer Schwachpunkt!)…. Ich sag‘s Euch: Das Wort Qualität entstammt der Qual 😉 – denn Annika hat bei den letzten Trainingseinheiten alles daran gesetzt, meinen Laufstil „qualitativ“ zu verbessern.

Das hieß für mich: Hüfte vor, Kopf nicht zu hoch…aber auch nicht zu tief…Kiefer nicht verspannen, Stöckchen in die Hände beim Läufen für die richtige Spannung und Armbewegung, Lauf ABC noch und nöcher, Steigerungsläufe, Barfußtraining und natürlich Schwunggymnastik.

Puhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh…unglaublich, worauf man so alles achten muss 🙂 – aber wie heißt es so schön: wer schön Laufen will muss eben leiden 😉

Übrigens habe ich es mit dem Koordinationstraining kurz darauf nochmal auf „moderne“ statts konventionelle Art und Weise versucht; beim Zumba! …weitere Einzelheiten erspar ich Euch 😛 …nur so viel; meine 2 Jährige Tochter hat mich an die Hand genommen und gesagt: „Mama so geht das!“

Also fassen wir zusammen: Stabi, Intervalltrainings, Koordinationsübungsversuche… klingt gut, nicht wahr? 🙂 Fehlt  nur noch der lange Lauf, der schon seit 2 Wochen wieder überfällig ist.

…den absolvierte ich dann am 27. Oktober in Form eines sehr spontanen Mitternachtsmarathon 😉 Den ausführlichen Bericht findet ihr hier.

Da die Verletzung auskuriert ist (auf-Holz-klopf) und die Motivation größer denn je, beLÄUFT sich mein wöchentliches Trainingspensum aktuell auch 40-50 Kilometer.

Jeden Montag steht nun zur generellen Kräftigung ein Workout mit dem NIKE Trainingsclub im Münchner SportScheck an, jeden Donnerstag (als Quälende und nicht als Gequälte 😉 ) & Freitag Intervalltraining, Samstag ein langer Lauf und Sonntag Yoga (für die Tiefenmuskulatur) mit anschließend lockerem Dauerlauf an.

Dienstag oder Mittwoch plane ich morgens vor der Arbeit laufen zu gehen.

Ich hoffe, dass ich diesen Plan bis zum Marathon einhalten und durchziehen kann (leichte Variationen immer möglich bis garantiert) 😉 und so mein Ziel erreichen werde.

An „Entschlossenheit, Hingabe, Selbstdisziplin und Anstrengung“ sollte es auf keinen Fall fehlen.

In diesem Sinne;

#keeponrunning

Liebe Grüße

Sandra


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