Chiang Mai – Ab ins neue Laufgebiet

von Tankred Dankmar am 29. September 2016

Liebe laufende Gemeinde!

Da mir mein chinesischer Arzt aus der Praxis neben meinem Hotel in Penang immer noch strikt verbietet, wegen der Schädelverletzung zu laufen oder sonst irgendeinen Sport zu betreiben, bleibt mir nichts anderes übrig, als Euch von anderen Dingen zu berichten als von meinen Laufleistungen. Abseits der Laufstrecke gibt es ja auch immer etwas, wenn mir das Laufen auch echt anfängt zu fehlen. Aber so ist das wohl. Auch als Hobby-Sportler muss man mit Verletzungen rechnen, auch wenn meine diesmal so gar nichts mit Sport zu tun hatte.

So will ich Euch heute eher mit ein wenig Reisebericht unterhalten und nicht durch Gedanken zu unserem Lieblingssport. Schließlich heißt die Kolumne ja auch Im Dauerlauf durch Südostasien. Und da ich im Moment mehr gehe als dauerlaufe, erzähle ich Euch heute eben etwas über mein nächstes Reiseziel, denn in dieser Kolumne soll es ja auch immer mal wieder auch ums Reisen und die dabei verbrachten Erfahrungen beim Laufen gehen. Und jetzt geht´s eben mal nur um ein Reiseziel – an dem ich dann in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft wieder mit dem Dauerlauf anfangen darf.

Es geht nächste Woche auf in den schönen Norden von Thailand. Das sind gute 2.000 Kilometer nördlich von hier aus, von Penang, meinem  Basiscamp des kompletten letzten Jahres. Auch wenn es eine Ochsentour wird, ich habe beschlossen, mit dem Zug diese Strecke zu fahren. Ich liebe einfach Züge und bin auch kein Freund von diesen Kurzstreckenflügen – wegen der Umwelt. Ich verstehe das mit der ständigen Fliegerei ja, wenn man wenig Zeit hat. Aber wenn ich persönlich eins im Überfluss habe, dann Zeit, die ich mir nehmen kann und davon auch soviel ich will. Und mit dem Nachtzug durch Thailand zu gondeln ist einfach herrlich. Es gibt urgemütliche Schlafwagen, die Atmosphäre ist herzlich und freundlich.

Typischer Bahnsteig auf der Strecke. Im Vordergrund seht Ihr zum Beispiel eine Frau mit Essen auf einem Tablet, dass Sie auf den Schulter trägt. Damit geht Sie in den Zug und läuft durchs Abteil und so jeder ist rund um die Uhr versorgt. Sie ist natürlich nicht die einzige, es gibt Dutzende davon an jedem größeren Bahnhof. Hier bekommt man alles, von Reisgerichten mit Currys, Obst, Kaffee und Tee, Softgetränke und früher auch mal eiskaltes Bier. Leider wurde der Alkoholkonsum auf dem Banhsteig und im Zug in Thailand vor knapp zwei Jahren verboten. Buuuuuuhhhhh!!!!!

Bild: Fiction Factory | CC BY-SA 3.0

So dauert die Fahrt von Penang nach Bangkok schon mal gute 20 Stunden. Den Tag über verbringe ich dann dort in Bahnhofnähe, wo es ein paar sehr schöne Ecken und Restaurants gibt, bevor ich in den nächsten Nachtzug bis nach Chiang Mai steige. Das ist die größte und wichtigste Stadt oben im Norden von Thailand und recht traditionell.

Hier werde ich wohl erstmal ein paar Wochen verbringen, unter anderem auch, weil mein Bruderherz hier kürzlich hingezogen ist. Und es ist ja doch mal ganz schön, etwas Zeit mit der Familie zu verbringen, wenn man seit Jahren allein in der Fremde unterwegs ist. Smile

Chiang Mai hat knapp 135.000 Einwohner. Damit werde ich zwar schon wieder meine Zeit erstmal in einer relativ großen Stadt verbringen, aber im Gegensatz zu den gut 800.000 hier auf der doch recht kleinen Insel Penang hat das für mich dann schon fast wieder Dorfcharme. Nicht dass Chiang Mai irgendwie provinziell wäre, aber es ist eine recht traditionsbewusste Stadt mit viel alter Baussubstanz. Penang dagegen wirkt in vielen Ecken deutlich moderner.

Blick auf Chiang Mai´ Kommentar: ´Hier ein Panoramablick auf Chiang Mai. Aufmerksame Leser dieser Kolumne sehen sofort, dass verglichen mit den meisten Landschaftbildern aus vorherigen Artikeln etwas entscheidendes fehlt, nämlich das Meer. Ich lebe jetzt seit fünf Jahren in Südostasien und hatte meine Basiscamps, sprich: Häuser immer in Blickweite zum Meer und auf kleineren und größeren tropischen Inseln. Jetzt soll sich das mal ändern. Jetzt will ich mal ein bisschen Bergluft schnuppern.

 Bild: gemeinfrei

Typisches Strassenbild in Chiang Mai mit einem alten, traditionellen chinesischen Holzhaus. Der chinesische Einfluss ist hier seit Jahrunderten natürlich noch spürbarer als in den meisten anderen Gegenden von Thailand, da die Grenze so nah ist. Diese Strassen und Ecken werde ich dann auch bald mal im Dauerlauf erkunden.

Bild: gemeinfrei

Hier der Kanal in der Altstadt von Chiang Mai. Sieht doch auch nach einem schönen Plätzchen zum Laufen aus. Wahrscheinlich werde ich hier mal meine ersten Gehversuche unternehmen, sobald ich wieder laufen darf.

Bild: gemeinfrei

Was mich an der Gegend um Chiang Mai als Läufer aber so reizt, ist die bergige Landschaft. Hier kann man wahrscheinlich wunderschöne Geländeläufe unternehmen und ich freu mich schon darauf, wie ein junger Hund, den man von der Leine lässt.

Ist eben schon etwas anderes, auf einer kleinen tropischen Insel zu laufen oder durch eine endlos wirkende Berglandschaft. Was habe ich das früher genossen, als ich noch in Bonn gewohnt habe. Nach einer anstrengenden Arbeitswoche ging´s am Wochenende immer zu langen Geländeläufen in das nahe gelegene Siebengebirge, sommers wie winters versteht sich.

Hier ein Blick auf zwei der höchsten Berge, die um Chiang Mai liegen – der Doi Pui und der Doi Suthep. Fragt mich aber nicht, was das heißt, mein Thai ist ganz schön eingerostet. Ich nehme mal an Doi heißt Berg. Hat doch wirklich was vom Siebengebirge, oder nicht? Oh, es kribbelt schon in den Beinen, so freu ich mich drauf, hier zu laufen.

Bild: gemeinfrei

So, liebe laufende Gemeinde. Hier hattet Ihr mal einen kleinen Einblick in mein neues Laufgebiet. Nächste Woche gibt es an dieser Stelle noch ein wenig mehr davon, denn auch für die nächste Woche hat mir der Arzt sämtlichen Sport verboten. Mir bleibt es nur, mich laufend in den Bergen rund um Chiang Mai vorzustellen und Euch zu wünschen, dass Ihr bis zum nächsten Mal noch ein paar schöne Läufe hinbekommt und Euch mal wieder selbst übertrefft. 😉

Gehabet Euch wohl,

Euer Tankred.

#keeponrunning


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