Aerobe / Anaerobe Schwelle: Was hat es mit dem Laktat auf sich?

von run.de am 24. Mai 2013

Laufen hat viele Vorteile. Es ist gut für die Gesundheit und es macht Spaß. Es hat aber auch einige unschöne Nebenwirkungen. Eine davon ist das Stoffwechselprodukt Laktat. Laktat wird im Körper gebildet, wenn durch das Atmen allein nicht genug Sauerstoff zur Versorgung der Muskeln aufgenommen werden kann.

Nun kann der Körper nicht nur Laktat bilden, er kann es auch relativ zügig wieder abbauen. Mit steigender Belastung der Muskulatur steigen sowohl die Bildung als auch der Abbau von Laktat an. Der Punkt, an dem gerade noch so viel Laktat abgebaut werden kann wie gebildet wird, nennt man auch aerobe / anaerobe Schwelle. Und diese Schwelle sollte in einem nachhaltigen Training nicht überschritten werden.

Fotocredit: tetedelacourse | CC BY-SA 2.0

Als Faustformel für Hobbysportler reicht es häufig aus, die eigene Herzfrequenz zu beobachten. Der Indikator allein ist jedoch zu ungenau, um auch ambitionierten Läufern zu genügen. Sie sollten daher auch die Konzentration von Laktat im Blut messen, um individuell trainieren zu können.

Mitunter liest man auch vom „steady state“ – das ist gleichbedeutend mit der aeroben / anaeroben Schwelle. Je höher diese Schwelle liegt, umso schneller lassen sich Wettkämpfe absolvieren. Läuft man langsamer, holt man nicht das Maximum aus seinen Muskeln heraus; läuft man schneller, so wird mehr Laktat gebildet als abgebaut werden kann. Der Muskel wird geschwächt und der Leistungsabfall ist absehbar.

Ziel eines ambitionierten Läufers sollte es also sein, genau im steady state zu laufen. Man kennt das aus dem eigenen Training: Ist man mit einem ruhigen Tempo unterwegs und möchte nach 90 Minuten Dauerlauf noch einmal einen Zwischenspurt anziehen, spürt man direkt, wie der Oberschenkel blockiert: Das Laktat lässt den Muskel spüren, dass für diesen Sprint nicht genügen Sauerstoff im Muskel verfügbar ist.

Zum Abschluss noch ein sehr interessantes und ausführliches Video zum Thema:


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