Berlin-Marathon 2015 – Stell dir vor, es ist Marathon und keiner schaut zu

von Run Munich Run am 5. Oktober 2015

“Any idiot can run. But it takes a special kind of idiot to run a marathon.“ Jap. Isso. Sind wir nicht völlig verrückt? Trainieren wochen-, quatsch, monatelang, um dann 42,195km durch die Gegend zu rennen? Um uns danach kaum noch auf den Beinen halten, alleine an- und ausziehen, geschweige denn Treppen steigen oder hinuntergehen zu können? Ja spinnen wir denn total?!?!

Habt ihr auch manchmal solche Gedanken? Egal, ob ihr nun passionierte Marathonis oder Halbmarathonis seid oder auch „nur“ für 10-Kilometer-Rennen lebt? Eine Antwort auf die Frage nach dem „Warum“ habt ihr aber sicherlich immer parat. „Weil ich mir etwas beweisen will.“ „Weil mich fasziniert, zu welchen Leistungen ich fähig bin.“ „Weil ich so neue Städte erkunden kann.“ „Die Stimmung an der Strecke ist so toll, das beflügelt mich richtig.“ Oder auch: „Ich sammle die Medaillen und Finisher-Shirts.“

Aber habt ihr euch mal gefragt, was eigentlich alle anderen antreibt, bei solch einem Event dabei zu sein? Ich meine, WIR trainieren ja absichtlich darauf hin, vier Stunden (mehr oder weniger) zu laufen. Aber was ist mit den ganzen Helfern, den Pacemakern und natürlich den vielen, vielen Zuschauern, die da am Rand stehen und ihnen völlig unbekannte Menschen anfeuern?

Wie ihr ja sicher wisst, sind wir vergangenes Wochenende beim Berlin-Marathon an den Start gegangen. Unser Debüt „feierten“ wir 2014 im beschaulichen München, jetzt also die Hauptstadt. Ich hatte mir ja im Vorfeld schon alle Mühe gegeben, mir vorzustellen, was da so abgeht, aber die Realität war noch viel, viel krasser, als ich es mir je hätte träumen können.

Das fing schon damit an, dass wir von zwei meiner allerliebsten Freundinnen begleitet wurden und auch ein paar von Lauras Freundinnen extra nach Berlin kamen, um uns zu sehen. Ist ja nicht selbstverständlich, kostet ja schließlich auch Geld. Aber die kennen uns ja wenigstens!

Was ist mit den vielen tausend Zuschauern, die mehrere Stunden am Straßenrand standen und uns anfeuerten, abklatschten, Plakate schwenkten, tröteten, Konfetti warfen und so für eine ganz besondere Stimmung sorgten?! Denn, so sehr wir München lieben: Das kennen wir so nicht! Hier gibt es beim Marathon schon auch ein paar „Hot Spots“ mit Bands, Cheerleadern und vielen Menschen. Aber nicht so dicht gedrängt wie in Berlin. Manchmal standen die Leute so dicht, dass man kaum die Strecke vom Straßenrand unterscheiden konnte. Einfach nur großartig!

Und weil sich während des Rennens und vor allem im ganzen Drumherum so viele fremde Menschen dafür ins Zeug gelegt haben, dass wir einen wunderbaren Lauf hatten, wollen wir einfach mal Danke sagen!

Danke ihr vielen freiwilligen Helfer, die unsere Garderobe bewacht und die Strecke abgesperrt haben; die stundenlang Wasser, Tee und Obst und nach dem Rennen Verpflegungsbeutel und (WICHTIG!) Medaillen verteilt haben. Danke, dass ihr mehrere Tage eurer kostbaren Freizeit dafür geopfert habt, uns ein unbeschreibliches Erlebnis zu ermöglichen. Eine unserer „Instagram-Freundinnen“ stand beispielsweise etwa sieben Stunden bereit, um den erfolgreichen Finishern ihre Verpflegungsbeutel zu überreichen. SIEBEN STUNDEN! An einem Sonntag! Für uns war der Marathon schon nach rund vier Stunden vorbei. 😉 Die Helfer, bei denen ich mich vor Ort bedankte (als mein Hirn wieder funktionierte und ich meine Sprache wiedergefunden hatte), waren sogar zwei Tage lang im Einsatz!

Tausend Dank natürlich auch an unsere Mädels, die mit selbstgebastelten Schildern am Rand standen und davon träumten, wie wir uns bei Kilometer 37 fröhlich abknutschen würden (warum es nicht dazu kam, könnt ihr in meinem Bericht hier (http://runmunichrun.com/2015/10/01/teilnehmen-ist-wichtiger-als-siegen-coubertin/)  nachlesen), die Wasser für die letzten Kilometer bereit hielten und sogar ein kleines Stück der Strecke mit rannten, als die Füße nicht mehr ganz so leicht über den Asphalt wollten.

Nicht vergessen wollen wir an dieser Stelle auch unsere „Insta-Clique“, die uns vor, während und nach dem Rennen Mut gemacht und beglückwünscht hat. Ihr Lieben, es ist für uns immernoch unfassbar, dass uns so viele Leute dabei verfolgen, was wir tun. Etliche hatten sich sogar die App runtergeladen, um permanent zu sehen, wo wir uns befinden und wie es gerade so „läuft“. Ich weiß nicht, ob ihr nur annähernd eine Vorstellung davon habt, was uns das bedeutet. Das ist so großartig, man kann es kaum in Worte fassen.

Ihr alle sorgt dafür, dass wir unseren Sport erst so richtig genießen können. Denn, seien wir mal ehrlich: Wenn es keinen interessieren würde, wäre es auch irgendwie blöd. Ohne Zuschauer keine Stimmung und ohne Helfer gar keine Rennen. Ohne Rennen keine neuen Bestzeiten und für viele auch keine Motivation, zu trainieren.

Macht weiter so!

Eure Isabell und Laura


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