Bewusst laufen ohne Tracking, Puls und GPS

von run.de am 15. Januar 2014

Laufen mit GPS, mit Ansage der Zwischenzeiten, mit Herzfrequenzmesser und Höhenmetermesser: Alles ist heute messbar, darstellbar, auswertbar. Und das macht ja sogar Freude.

Doch manchmal – vor allem jetzt im Winter, wenn ich oft nur dazu komme, abends im Dunkeln zu laufen, da fühlt sich weniger auch mal nach mehr an: Einfach mal loslaufen.

Bild: The_Gut via flickr | CC BY 2.0

Ohne Uhr, ohne GPS, ohne Gurt zur Messung der Herzfrequenz. Ohne Geräte zur Messung der Schrittfrequenz. Alles bleibt zu Hause. Nur mein Körper, mein Gefühl und ich gehen raus auf die Straße. Und dann: Einfach nach Gefühl laufen. Weder Puls noch Zwischenzeiten interessieren, sondern nur mein gutes Gefühl.

Ruhe und Gefühl

Und das stellt sich überraschend schnell ein. Das Tempo ist gefühlt langsamer, ich laufe ganz gemütlich meine Runde oder laufe sogar bewusst neue Runden. Jetzt im Winter habe ich es mir zum Beispiel angewöhnt, Wohnblöcke und Straßenzüge in meiner Heimatstadt komplett zu laufen. So habe ich fast überall das Licht der Laternern bei meiner abendlichen Runde und komme tatsächlich in Ecken, in denen ich noch nie zuvor gewesen bin.

Damit ich mich nicht doch mit Uhr oder mit App stresse, habe ich eine ganz einfache Lösung gefunden: Ich höre während des Laufens über den MP3-Player ein Hörbuch und lausche der Geschichte – keine Musik, die mich nach vorne peitscht.

Im Frühjahr habe ich auch schon andere Erfahrungen gemacht: Es ging mir gut, ich wollte nur raus und mich bewegen, die Uhr blieb zu Hause und ich habe meine Waldrunde durchgepowert, um danach völlig kaputt und glücklich nach Hause zurück zu kommen. Für die Wintermonate sind lange und langsame Läufe ohne Uhr eine gute Möglichkeit, das Trainingspensum doch recht gut aufrecht zu erhalten.

Die innere Uhr

Auch Spitzensportler schwören mitunter darauf, die Uhr zu Hause zu lassen. Auch bei Wettkämpfen ist so mancher ohne Uhr unterwegs und läuft eher nach Gefühl und nach dem Verhalten seiner Mitstreiter.

Eine gewisse Kontrolle der Zwischenzeiten mag dann auch im Wettkampf helfen, aber wer ein halbwegs erfahrener Laufsportler ist, der kennt auch seinen Körper und das Laufgefühl. Da braucht man nicht immer eine Uhr.

Lauf Ihr auch hin und wieder mal bewusst ohne Uhr und GPS?


Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: