Camelbak Ultra Handheld chill – die Trinkflasche immer griffbereit

von run.de am 3. Mai 2017

Wenn das Frühjahr nicht nur kalendarisch kommt stellt sich der ein oder andere Läufer wieder die Frage wie er einfach Getränke mitführen kann.
Die Auswahl ist dabei ziemlich üppig: von einem Hüftgurt mit kleinen Fläschchen über einen Getränkegurt mit 500 ml-Trinkflasche über Trinkrucksäcke bietet der Einzelhandel für jeden etwas. Nun auch eine Flasche die direkt in der Hand getragen wird:

Ich kam also in den Genuss, nach den bereits bekannten Trinksystemen, die Camelbak Flasche zu testen.

Zu erst ein wenig Kritik: die Füllmenge wird mit 500 ml angegeben welche nicht stimmt. Wird die “Blase” aus der Tragehülle genommen liefert mir mein Messbecher (randvolle Flasche) eine Füllmenge von 450 ml. Stecke ich die Flasche in die Handtragetasche dann passen nur noch 400 ml in die Flasche. Das wären satte 20% weniger als angegeben. Das Eigengewicht der Flasche liegt bei ca. 50 Gramm. Sie ist doppelwandig und somit bleiben Getränke länger kühl – im Winter, wer gerne Tee mitführt, hat eben länger warmen Tee. 

Ich selbst nehme meist nur Wasser mit, was mir das Reinigen der Flasche erspart. Gereinigt werden kann mit Spülmittel oder wenn das nach gewisser Dauer nicht zufriedenstellend ist kann man mit Kukident nachhelfen.

Das Beißventil ist aus medizinisch selbstschließendem Silikon. Leider war mir nicht selbst erklärlich wie ich darauf beißen muß und ich bin sicher nicht ungeübt. Ein kleiner Hinweis über die Nutzung (Kurzanleitung/ Illustration) wäre sinnvoll gewesen. So weiß ich jedoch nun, dass es wie im Bild falsch ist – die Lippe muss sich öffnen wie ein “O”. Man beißt also auf die “Lippenwinkel” und nicht auf die “Lippen”.

Damit alles sicher ist und nichts suckelt kann man die Flasche selbst noch verschließen. Sonst würde etwas von der eh schon zu wenig mitführbaren Flüssigkeit verschüttet gehen.

Anders als bei Flaschen die ihre Größe beibehalten und wieder Luft in die Flasche muss, so funktioniert diese anders: durch Drücken an der Flasche oder Trinkzüge wird das Innenvolumen geringer. Man muss also nicht den Kopf in den Nacken kippen um an den Flascheninhalt zu kommen. Somit kann die Flasche immer auf Mundhöhe getrunken werden. Die Laufstrecke ist also weiterhin im Sichtbereich.


In die Reißverschluss-Außentasche kann noch ein Mobiltelefon untergebracht werden. Mein iPhone 6s passte problemlos hinein, ein iPhone 6 plus ist evtl. zu groß für die Tasche. 

Der Tragekomfort selbst ist sehr gut. Die Tasche liegt mit vier innen gummierten Haltebändern eng am Handgelenk und verrutscht nicht. Sie schnürt jedoch nicht ab und sitzt auch nicht zu locker!

Für 49,99€ erhält man hier eine sehr gute Möglichkeit Getränke mitzuführen auch wenn diese evtl. nicht für einen dreistündigen Lauf ausreicht.

Praxistipp: in meiner Vergangenheit, aber auch heute, steuere ich von Mai bis Oktober bei langen Läufen immer Brunnen (z.b. Sauerbrunnen oder Brunnen auf Friedhöfen) an. Hier können gerade kleine Flaschen “wiederbeladen” werden. Für große Expeditionen – z.B. einem 40 km Lauf am Gardasee mit 2.200 hm habe ich den Trinkrucksack nur mit 0,5 l betankt weil ich wusste dass ich bei km 11 an einem Brunnen vorbei komme. Warum also zu viel mitschleppen? Das kostet nur unnütz Energie. Wer jetzt denkt, dass 30 Sekunden anhalten um einen Rucksack oder Flasche zu befüllen kein Training wäre der irrt.

Es sei jedoch gesagt, dass meine Meinung beim Thema “Mitführen von Getränken” etwas zweigeteilt ist. Einerseits ist es wichtig gerade bei langen Läufen und bei Hitze zu trinken; andererseits kann natürlich auch der Laufstil darunter leiden wenn jemand in der Marathonvorbereitung 3 h mit einem 2 kg schweren Rucksack durch die Gegend rennt oder immer ca. 500 Gramm Zusatzgewicht an einem Arm trägt.
Ebenso wer jede Minute auf die Uhr schaut wird irgendwann zwangsweise eine einseitige abstehende Armhaltung entwickeln. Deswegen: wenig auf die Uhr schauen oder die Trageseite hin und wieder wechseln und an enge Armhaltung achten. Gleiches gilt für die Trageseite der Flasche.

Wer einen langen Lauf “pendelt”; also z.B. 30 km mit einer Wendepunktstrecke 2,5 km links und 2,5 km rechts (=10 km) läuft. Der kann genau auf dieser Mitte auch etwas “bunkern”. Er muss zwar kurz die Flasche auflesen, kann jedoch im Lauf diese mitführen und lernt gleich während des Laufs zu trinken (wenn auch nicht wie gewöhnlich in Wettkämpfen aus Bechern).

Er hat jedoch kein Zusatzgewicht und kann dennoch spätestens alle 5 km trinken. Der lange Lauf wird jedoch eintönig. Alternativen sind dann z.B. der Partner der einen auf dem Rad begleitet und versorgt oder man macht die eigenen Kinder “fit” und lässt diese neben sich her radeln (sofern diese ausdauernd sind). 


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