„Das Ziel ist das Ziel“

von Run Munich Run am 3. August 2015

„Monatelang hast du darauf hingelebt, nun ist es soweit. Wenn der Startschuss fällt, beginnt das Rennen deines Lebens. Jedes Rennen ist das Rennen deines Lebens, auch wenn du zuvor überall herumposaunt hast, du gingest es diesmal locker an. Aber du bist Läufer, umgeben von Läufern, und jeder von euch will´s heute wissen. Du auch, du kannst gar nicht anders.“

Kommt euch das bekannt vor? So leitet Matthias Politycki das Kapitel START (mit dem Untertitel „Dem Tod davonrennen“) seines aktuellen Buches „42,195 – Warum wir Marathon laufen und was wir dabei denken“ ein. Passenderweise war es auch der erste Abschnitt, den er während einer Lesung in München (die er gemeinsam mit Martin Grüning, dem Chefredakteur der deutschen Runner´s World im Literaturhaus München hielt) als erstes vorlas. Damit zog er mich sofort in seinen Bann.

„Was machst du denn dann während des Marathons?“ – „Äh, wie meinst du das?“ – „Na, das muss doch furchtbar langweilig sein, so lange am Stück zu laufen!“ – „Äh, nö?!“ Solche Dialoge gab es im vergangenen Jahr öfter. Meine Freunde konnten sich nicht vorstellen, dass ich eine solche Strecke ernsthaft RENNEN wollte. Jetzt könnte ich Ihnen als Antwort auf ihre Fragen einfach das Buch in die Hände drücken.

Auch Matthias Politycki hat diese Fragen schon oft gehört. Was ihm das bringe. „Ob das nicht furchtbar langweilig sei? Und obendrein ungesund?“ Und so hat er sich eben mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Auch, weil seine eigene Laufgruppe ihn aufforderte, doch mal ein Buch für ganz normale Läufer zu schreiben.

Man durchläuft (fast im wahrsten Sinne des Wortes) gemeinsam mit dem Autor die verschiedenen Abschnitte, die ein Marathon so zu bieten hat. Angefangen im Startbereich, geht es vom Start über 42 Kilometer (und 195 Meter) zum Zielbereich. Dabei werden auch die eher negativen Erfahrungen (wie „der Mann mit dem Hammer“) nicht ausgespart, denn sie gehören einfach dazu. Dafür wartet am Ende im Zielbereich der Friede auf Erden.

Matthias Politycki erzählt von verschiedenen Trainingsläufen, berichtet von den Marathons, an denen er bereits teilgenommen hat und weckt gleichzeitig auch Erinnerungen des Lesers. Also, zumindest ich habe mich an viele Dinge erinnert, die ich selbst während meines ersten Marathons erlebt habe. Und da ich gerade in der Vorbereitung auf den Berlin Marathon stecke und nahezu permanent schwere oder sogar schmerzende Beine von all den Trainingsläufen habe, ist das Buch auch für mich eine gute Erinnerungsstütze, warum ich mir das nochmal antun will.

Ich hoffe, ich kann für alle Besucher der Lesung sprechen, wenn ich behaupte, dass wir einen sehr angenehmen und witzigen Abend verlebten, der leider viel zu schnell verging. Ich hätte auf jeden Fall gerne noch länger dagesessen und mir vorlesen lassen.

Ach so, ihr seid an der Antwort auf die Frage interessiert? Also, am besten ist es, wenn ihr es einfach mal selbst ausprobiert. 🙂

Medaillen sind übrigens MEIN Grund, um an Rennen teilzunehmen 😉

#keeponrunning, eure Isabell


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