Ein wirklich ehrlicher Blogbeitrag oder: Wenn’s am schönsten ist, sollte man gehen

von Sandra Mastropietro am 26. Januar 2015

Ein wirklich ehrlicher Blogbeitrag 

oder auch

Wenn’s am schönsten ist, sollte man gehen

„Nichts ist, was Dich bewegt; Du selber bist das Rad, das aus sich selbst läuft und keine Ruhe hat.“ Angelus Silesius

Meine lieben Blog-Leser,

normalerweise gehen mir die Beiträge, inzwischen recht zahlreich erschienen, „leicht von der Hand“ – doch heute sitze ich hier, lösche zum wiederholten Male meine Zeilen und suche scheinbar vergebens nach den richtigen Worten für meinen vorerst letzten Blogbeitrag hier auf run.de.

Bevor es jedoch philosophisch wird, möchte ich – allem voran – einen herzlichen Dank aussprechen.  Danke an jeden Einzelnen von Euch; danke für die fortwährende Unterstützung in den letzten zwei Jahren, für das Lesen und Teilen meiner Blogs und Kolumne, für die Beteiligung an den Spendenaktionen und das fast ausschließlich positive Feedback sowie natürlich die ein oder andere konstruktive Kritik.

Die Frage(n) nach dem Warum

Während facebook, instagram & Co. inzwischen von Blogslinks, Selfies und realitätsfern angerichteten Mahlzeiten explodieren; lehne ich mich entspannt zurück, lächele müde.

Ja, müde trifft es gut … denn wer bitte hat um 7:30 Uhr morgens schon ein perfekt angerichtetes Frühstück am Bett, schöner drapiert als in jedem 5 Sterne Hotel?

Fragen über Fragen! Warum in aller Welt investieren wir unsere wertvolle und immer knapper werdende Freizeit, um perfekte „Posting – Momente“ zu schaffen, anstatt einfach den Moment zu L-E-B-E-N. (Ja genau; Leben! There is still a thing called „Real Life“)

Sowieso, warum soll eigentlich immer alles perfekt sein? Ist es nicht gerade der Imperfektionismus, der unser Leben lebenswert und amüsant macht? Die Weiterentwicklung und der Lernprozess, das „wachsen“?!

Hand aufs Herz, liebe selbst-ernannte „Fitness-Blogger“ Community da draußen; wann habt Ihr das letzte Mal herzlich über Euch selbst gelacht?

Der Grat zwischen Motivation und Demotivation ist meinem Erachten nach so verdammt schmal geworden – die Mitte zwischen „Schaut wie es funktionieren kann“ und „wer es nicht auch so macht hat’s nicht drauf“ zu finden – eine wahre Kunst!

Ja, auch von mir gibt es Selfies (und diese nicht zu knapp 😉 ), Food-Posts (vorwiegend wenn ich Essen gehe, mein Frühstück möchte wirklich  niemand sehen ;)), Ratschläge und Hinweise – doch kann ich eines behaupten: All diese Fotos sind „Real-Life“ Auszüge, wahre Momente, keine „Erschaffenen“ – ich versuche positiven Ereignissen und Dingen,  mit denen ich zu kämpfen habe, die Waage zu halten; stets aber alles aus einer, meiner, lebensbejahenden und optimistischen Sichtweise darzustellen.

Daher eine Bitte an all die „Fitness-Blogger“ da draußen: Hört auf den Menschen das perfekte Leben „vor-zu-posten.“ Das demotiviert und im schlimmsten Falle glaubt Euch sowieso niemand, dass ihr 5 Mal am Tag trainiert und nur ein schön ausgeschmücktes Salatblatt esst.

Ja; nach zwei Jahren aktiven Berichtens ist mir die Blogger-Welt zu schwarz-und-weiß, zu unehrlich und zu überfüllt.

Ich räume die run.de Bühne; widme mich meinem Buch #Läuferleben – Nichts als die Wahrheit über das Laufen und futtere weiter wie eine siebenköpfige Raupe mein unappetitlich aussehendes Frühstück, liebe und lebe das Laufen sowie den Sport allgemein, poste Selfies und Tipps auf meiner Facebook-Seite, organisiere die ein oder andere Spendenaktion…(nicht, um Aufmerksamkeit zu erlangen, sondern weil es mir ein tiefes inneres Bedürfnis ist anderen Leuten zu helfen). 🙂

Mein nächstes großes Lauf- und Spendenprojekt wird der Dead-Sea-Ultra-Marathon in Jordanien sein. Nähere Infos hierzu findet Ihr zeitnah auf DLV unterstützen Community-Portal laufen.de .:-)

Ich möchte schließen, wie ich begonnen habe: Mit einem nochmaligen Dankeschön! Danke für zwei wunderbare Jahre; für die ehrliche Beziehung die wir zueinander hatten, für die gemeinsamen Höhen und Tiefen.

Liebe Läufer, liebe Sportler! Lasst Euch nicht durch zahlreiche Blogs und Posts verunsichern. Jeder Körper ist anders, jede Ernährungs-und Trainingsmethode zu einem gewissen Grad individuell. Pauschalisieren sollte man hier wenig bis nichts und ein schlechtes Gewissen braucht Ihr nur zu haben, wenn Ihr Euch GAR NICHT bewegt und ausschließlich von Fast Food lebt. 😉

Also, genießt Euer Leben; strebt nach dem Besten aber nicht nach dem Perfekten!

Ganz liebe Grüße und eine herzliche, virtuelle Umarmung

Eure Sandra


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