Eine Hymne auf den Running Partner

von run.de am 4. September 2013

Die Beziehung zwischen zwei Menschen ist immer etwas einzigartiges, immer etwas Besonderes und das sicherlich meist beredetste Thema der Welt. 😉

Liebe, Leidenschaft, Intrigen, Ehen, Scheidungen, Freundschaften…

Maria und ich

Diesen Post möchte ich deswegen der Laufpartnerschaft widmen; einer großartige Verbindung zwischen zwei oder mehreren Menschen, die auf Ehrlichkeit und Schweiß beruht und über die einfach viel zu wenig geredet wird!

Im Englischen gibt es das Sprichwort „Two Heads are better than one“ (dts: Zwei Köpfe können mehr als einer). Nun, ich denke das Ganze könnte man auch so sehen: Vier Beine sind besser als Zwei 😉

Morgens um 4:00 Uhr, gerade aus dem Bett gerollt, mit Mühe und Not Zähne geputzt, den Schlafanzug gegen Laufklamotten getauscht und zum Treffpunkt geeilt.

Annika and me

Verschlafen umarmen Alisa und ich uns, lachen und stellen fest, wie verrückt wir doch sind. Jedes Mal aufs Neue. Es ist unser morgendliches „Pre Run Ritual“.

Es geht los, Schritt um Schritt arbeiten wir uns im angenehmen Schweigen durch die Dunkelheit; werden langsam wach 😉 Die ersten Schweißtropfen treten auf die Stirn und mein Atem klingt angestrengt. Kein guter Morgen zum Laufen für mich; zu wenig Schlaf. Gerade als ich überlege, wie man die Runde verkürzen könnte, beginnt Alisa das Gespräch. Wir reden über Gott und die Welt; vergessen plötzlich, dass wir laufen, dass es eigentlich Mitten in der Nacht ist 😉 und dass wir beide eigentlich gerade gar keine Lust zu Laufen hatten.

Tegernseelauf: Maria, Julia, Alisa und ich

Nach 10 Kilometern liegen wir uns wieder in den Armen, verschwitzt, überglücklich und hungrig 😉

Zwischen uns schweben endlose Gefühle, die nicht ausgesprochen werden müssen; denn Laufpartnerschaften sind Freundschaften, die aus Leidenschaft, Hingabe und gemeinsamen Zielen hervorgehen, stetig wachsend durch gemeinsame Endorphinausschüttungen, Tränen und Schweiß.

Laufpartner sind Helden der Strecke, die unseren inneren Schweinehund einschüchtern und somit zu neuen Bestleistungen verhelfen. Sie ermutigen uns, weiterzumachen, wenn wir aufgeben wollen und meinen, nichts geht mehr.

Ich denke da an (m)eine Annika, die beim Münchner Halbmarathon, den ich untrainiert natürlich unbedingt unter 2 Stunden laufen wollte, an der Strecke stand und mich die letzten Kilometer begleitet hat.

„Du schaffst das, komm da geht noch was“ hat Sie mir wieder und wieder gesagt und mich so bei 1:59:18 durchs Ziel gejagt.

Jaja, die Annika, die mir bei anstrengenden Intervalleinheiten jedes Mal aufs Neue zeigt, was in mir steckt und mich bis weit hinter die Grenze des als möglich Erachteten treibt.

Unter Laufpartnern ist das äußere Erscheinungsbild nichtig. Zu oft haben wir uns gegenseitig keuchend und mit hochrotem Kopf gesehen, mit laufender Nase und zerlaufenen Make-Up.

Was gibt es schöneres, als gemeinsam über die kleinen Wehwehchen, die der letzte lange Lauf mit sich gebracht hat, zu jammern; zu wissen, dass es nicht  nur Dir so geht?

Mit Maria beim Carboloading in Israel

Gemeinsam ist man stark und gemeinsam lacht und weint es sich besser! Gemeinsam sind Erinnerungen lebendiger und Emotionen stärker!

Lauffreundschaften sind eben einfach etwas ganz besonderes 🙂

Habt Ihr auch so eine innige Lauffreundschaft oder lauft Ihr lieber allein?

Egal ob allein oder in der Gruppe;

#Keep on Running 😉

Eure
Sandra


Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: