Eine laufende Reise zu mir Selbst

von Sandra Mastropietro am 19. August 2013

Laufen. Das ist so viel mehr als „nur“ ein Sport … ein Hobby; eine Leidenschaft; ein neue Lebenseinstellung!

Eine innige Freundschaft mit der Laufstrecke, die geduldig meinen Schritten lauscht – den Geschichten die sie erzählen. Geschichten vom Alltag. Zwischen Schuhsohle und Untergrund liegt die Wahrheit. Unaussprechliches wird aussprechlich.

Ja; jedes Mal wenn ich die Laufschuhe schnüre und den Rucksack mit „Alltagsproblemchen“ schultere, beginnt eine neue Reise; eine Reise zu mir selbst.

Sandra beim Jerusalem Marathon 2012

Ich kann den Boden unter verärgerten, trotzigen Schritten beben lassen oder freudig und leichtfüßig hüpfen wie eine Gazelle. Er trägt mir keine Launen nach; nimmt alles in sich auf; hört zu. Erleichtert mich mit seinem bloßen und scheinbar unendlichen Dasein.

Dann passiert es; ich höre meine Gedanken. Die Gedanken, die im Alltag zwischen Terminen, Smartphones und Informationsflut verloren geglaubt waren.

Tief einatmen, ausatmen, abschalten – in mich hinein hören. Genießen! …die frische Luft, die den salzigen Schweißfilm auf der Haut trocknet, den beschleunigten Puls, die bewusste Bewegung… Schritt um Schritt, beständig einen Fuß vor den Anderen. Noch ein bisschen weiter; ein Stück geht noch. Ein Stück Urlaub vom Alltag.

Und mit jedem Meter, den ich laufe, verschmelzen Körper und Geist mehr ineinander.

Verschmelzen zu einer untrennbaren Einheit, für das es keine Worte zu geben scheint!

Eine süße Mischung aus Hingabe und Ehrgeiz. Ehrgeiz mich an meine Grenze zu führen. Hingabe zum Selbst.

Das Gefühl, alles schaffen zu können wächst heran und explodiert im freudigen Lachen. Meine Beine werden leichter, meine Schritte größer, die Pace schneller.

Der Rucksack, der beim Loslaufen noch so schwer war; ist nun leer.

Mein Herz hüpft freudig auf und ab, die Endorphine tanzen Cha-Cha-Cha. Ein krönender Abschluss einer großartigen Reise.

Mit dem wohligen Gefühl der zufriedenen Erschöpfung und einem freien Kopf freue ich mich auf zu Hause; freue ich mich auf den Alltag und seine Abenteuer; freue ich mich zu sein, wer ich bin.


{ 2 Kommentare… lies sie unten oder füge einen hinzu }

midLAUFcrisis September 10, 2014 um 11:45

Liebe Sandra,

das hast Du sehr schön beschrieben. Das Zen des Laufens, die meditative Wirkung unseres Tuns, wenn wir unterwegs sind. Ich empfinde das ähnlich, fast immer.

Liebe Grüße
Rainer 😎

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Sandra September 15, 2014 um 15:23

Hey Kollege;
danke schön! 😀
GLG Sandra

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