Endspurt der Vorbereitung auf den Mumbai Marathon 2014!

von Sandra Mastropietro am 30. Dezember 2013

Liebe Leser,

wie geht es Euch? Ich hoffe, Ihr hattet ein paar wunderschöne, erholsame Weihnachtstage im Kreise Eurer Liebsten mit viel gutem Essen und vielleicht dem ein oder anderem Läufchen bei frühlingshaften Temperaturen 🙂

Beim Weihnachtslauf

An Entspannung ist bei mir in Anbetracht der schwindenden Zeit bis zu Mumbai Marathon nicht mehr zu denken; wunderschön war das Weihnachtsfest aber trotzdem 😉

…wunderschön und trainingsintensiv – denn inzwischen befinde ich mich quasi im Endspurt und schon fast wieder in der Ruhephase… Heute; 20 Tage vor Indiens größtem Laufevent!!! 🙂

Jaaaa… Indiens größtes Laufevent… klingt nach einer top Organisation und super Sicherheitsvorkehrungen…denkt der Europäer; habe auch ich gedacht 😉

Lautes Lachen von meinem Mann, als ich ihm -den Tränen nahe- Erfahrungsberichte vom letzten Jahr vorlese.

„Von 2500 eingetragenen freiwilligen Helfern nur ca. 300 erschienen“

„Kaum Wasser, keine Verpflegung an der Strecke – 35C am Race Day letztes Jahr.“

„Schlechte Straßensprerren; teilweise Kühe und Rikshas auf der Strecke.“

Gedankliches KO! Von meinem Ziel unter vier Stunden zu laufen verabschiede ich mich gänzlich; Zweifel, ob es überhaupt schaffbar ist vergiften den  grenzenlosen Optimismus meiner Laufleidenschaft.

„…ja; aber das war Dir doch von Anfang an klar; oder?! …Du kennst das Land und die Leute doch – wie oft standest Du in Deiner Zeit als weltwärts Freiwillige vor solch scheinbar unlösbaren Situationen und am Ende hat es doch irgendwie geklappt…mit ganz viel Mucke, Spucke und Klebeband“ scherzt mein Mann.

Ich seufze und denke an ein Motivationsplakat während des Berlin-Marathons. „JETZT UMDREHEN WÄRE AUCH BLÖD“

Genau! Ich erinnere mich an die letzten Trainingswochen. Noch nie habe ich auf etwas so verbissen hin trainiert wie auf diesen Lauf.  Nicht auf Jerusalem, nicht auf Graz…nichts davor in meinem Leben!

Das ambitionierte Ziel, die vier Stunden Marke zu knacken, hat sich jedoch in das Ziel, diese verflixten 42,195 Kilometer überhaupt irgendwie zu schaffen, zurück entwickelt. 🙁

Streckenprofil Mumbai Marathon

Dass man hier in Deutschland; zumindest als Hobbysportler, schlecht auf 35 C, 78% Luftfeuchtigkeit und…sagen wir „gewisse Defizite in der Organisation“  trainieren kann hätte mir eigentlich von Anfang an klar sein müssen. Zu blauäugig war ich bei der Anmeldung, zu sehr getragen von dem Adrenalin beim Gedanken „Laufend Gutes zu tun“ …in Indien. Zu emotional!

Aber genug gejammert; was habe ich denn überhaupt für mein Ziel; ins Ziel zu kommen, getan? 🙂

Neben vielen, vielen Kilometern habe ich versucht, meinen Laufstil weiter zu optimieren.

Beim Berglauf

Das kann man zum Beispiel mit Steigerungsläufen am Hügel. Denn am Hügel bzw. Berg wird die Laufleistung am deutlichsten. Berglaufen ist hocheffektiv, denn die Muskulatur und der Herzkreislauf werden hier gleichermaßen stark belastet. Nicht nur das es Kraft, Ausdauer und Tempofähigkeit verbessert – auch der Kniehub und die gesamte Laufökonomie (möglichst energiesparend laufen) werden verfeinert 🙂

Außerdem, nicht zuletzt auch in Anbetracht der Laufstilverbesserung, habe ich viel Stabi (kurz für Stabilisationsübungen) gemacht. Der Hüftheber, das Beinpendel und die Sit-Ups sind inzwischen fest in den Tagesablauf integriert. 🙂

Lengriss

Laufen und Stabi kann man übrigens bei Schneeläufen gut kombinieren 😉 So war ich ein Wochenende in Lengriss und bin dort 17 Kilometer durch tiefsten Schnee gestapft. Das war zwar kräftezehrend, aber zum einen wunderschön und zum anderen auch unheimlich effektiv. Der weiche Untergrund führt dazu, dass jedes Auftreten anders ist. Der Körper balanciert nahezu konstant aus; also Rumpfstabi wie gesagt inklusive 🙂

(Aber Achtung, Unebenheiten sind bei Schnee oft schlecht zu erkennen. Das Laufen im Winterwonderland erfordert daher erhöhte Konzentration!)

Intervalle auf dem Laufband

Weiterhin stand einmal die Woche Fahrtenspiel oder Intervall-Training an. Das macht mir Spaß! Letztens habe ich das Ganze auch mal auf dem Laufband mit voreingestellten Geschwindigkeiten versucht und konnte erfreut feststellen; dass sich meine Grundlagenschnelligkeit nochmal um einiges verbessert hat.

10 Minuten Einlaufen in 5‘20‘‘ Pace, dann einen Kilometer Intervall in 4‘25‘‘ gefolgt von 3 Minuten Erholung in gaaaaaaa…nz lockeren 8‘30‘‘. 6 Wiederholungen. 🙂

Ach ja, genau 🙂 Meine erste Bikram Yoga Session stand ja auch an! 🙂 Bikram Yoga wird in einem 38 C warmen Raum praktiziert und ist somit wohl die einzige Möglichkeit, meinen Körper auch nur annähernd auf die bevorstehende Belastung bei Temperaturen jenseits der 30 C vorzubereiten. Die nächste Stunde steht heute an; ich freue mich schon riesig darauf 🙂

30 Kilometer

Nachdem ich zwischen den Feiertagen auch mal „ein bisschen Luft hatte“, habe ich einen 32 Kilometer Trainingslauf absolvieren können. Bei 15C Mitte Dezember konnten wir die Isar-Trails und ihre traumhafte Landschaft genießen. 🙂

Morgen steht der Münchner Silverlauf auf meinem Trainingsplan; 10 Kilometer. Am nächsten Sonntag die Winterlaufserie mit 15 Kilometern im Olympiapark. Danach nur noch lockere Läufe, weiterhin ganz viel Family-Time und dann geht es auch schon los 🙂

Den nächsten Post wird es voraussichtlich aus Indien geben *Nervös werd*

Wer Interesse hat, mich zumindest kulinarisch ein Stückchen zu begleiten; hier mein strenggeheimes Masala Chai Rezept aus Indien 🙂 *Teleprost 😉

Ihr braucht:

  • 600 ml Wasser
  • 400 ml Milch (auch mit Soja Milch sehr lecker)
  • 6-8 EL Honig (je nachdem wie süß Ihr seid 😉 )
  • 6 Kardamomkapseln
  • 1 EL Fenchelsamen
  • 4 Nelken
  • 4 Pfefferkörner
  • 1 Stange Zimt
  • 2 Sternanis
  • 1 kleine Knolle frischen Ingwer
  • 5 TL Schwatztee (lose)

Die Gewürze zerkleinern und mit dem Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Den Sud abgedeckt fünf Minuten köcheln lassen. Anschließend die Milch und den Honig einrühren;  erneut aufkochen lassen. Danach die Teeblätter hinzu geben und das Ganze drei  Minuten ziehen lassen. Zum Schluss noch einmal umrühren und durch ein Sieb in eine große Kanne gießen.

Chai

Genießen!!!

Die Wirkung bzw. warum Chai so gesund ist?

Gewürznelken wirken schmerzstillend und desinfizierend, Fenchel und Anis entblähend, Ingwer verdauungsfördern und löst Magenkrämpfe, Zimt ist ein gutes Mittel zur Entgiftung.

Hintergrund: Masala ist Hindi (indische Sprache) und bedeutet Gewürz, Chai ist das Wort für Tee. Masala Chai heißt also wörtlich übersetzt Gewürztee.

Liebe Leser, ich wünsche Euch einen guten Rutsch – ein gesundes und glückliches neues Jahr mit vielen Kilometern 🙂 🙂 🙂

Eure ziemlich aufgeregte Sandra


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