Filme mit epischen Lauf-Szenen die alle Läufer begeistern – Teil 2!

von Tankred Dankmar am 22. März 2017

Liebe laufende Gemeinde!

Wie in der letzten Woche versprochen, geht es diese Woche weiter mit dem zweiten Teil der Kolumne über epische Lauf-Szenen in sehenswerten Kinofilmen. Wer den ersten Teil verpasst hat, kann diesen hier auf der Seite im Archiv finden. Deshalb halte ich mich hier beim Intro kurz. Nur so viel sei nochmal gesagt: Ich möchte Euch Film-Tipps geben, damit ihr Euch einen schönen Kino-Abend daheim machen könnt, bei dem aber das Thema „Laufen“ auch nicht zu kurz kommen soll. Und los geht´s.

Dawn of the dead (2004)

Ja, liebe Freunde, ich muss mich gleich mal outen. Ich bin ein großer Freund von Zombie-Filmen. Diese finden viele ziemlich kindisch, weil ihnen die Thematik zu weit hergeholt erscheint, ich weiß. Ich aber glaube fest daran, dass wir noch eine Zombie-Apokalypse miterleben werden.

Bild: Screenshot youtube.com

Nein, mal Spaß beiseite. Ich mag an Zombie-Filmen deren Allegorie, die Metapher der wandelnden Toten. So wie der Schöpfer des Originalsfilms Dawn of the dead – George A. Romero – es 1978 interpretierte, sind die Zombies die quasi leblosen Menschen der Gesellschaft, die sich nur noch lustlos zur Arbeit schleppen, gedankenlos konsumieren und aller wahren Menschlichkeit gegenüber feindlich eingestellt sind. Auch die Metapher, dass sich Zombies am liebsten von Gehirn ernähren, ist nicht gedankenlos gewählt. Die moderne Konsum- und Überflussgesellschaft macht uns gehirntot. In Zombiefilmen geht es also immer ein gutes Stück weit um Gesellschaftskritik, wenn diese auch in einem bluttriefenden Splatter-Gewand daherkommt.

Normalerweise haben Zombies nur die Fähigkeit, sich langsam und ungelenk zu bewegen, sie wanken mehr durch die Gegend, als dass sie gehen oder laufen. Keiner muss schnell vor ihnen wegrennen, es ist eher die Masse, die das flüchtende Individuum schließlich überwältigt. Nicht so bei der Neuverfilmung des Genre-Klassikers von 2004. Der Regisseur Zack Snyder lässt seine Zombies diesmal sprinten und rennen wie die Weltmeister. Das macht das ganze Szenario natürlich noch viel bedrohlicher. Und so gibt es in dem Dawn of the dead Streifen von 2004 eine ganze Reihe astreine Lauf-Szenen, in welchen man vor allem als passionierter Hobby-Läufer froh ist, dass man selbst lange und schnell durchhalten würde.

Also: Wer mit dem Genre Zombie-Film etwas anfangen kann, kann sich auf einen schönen Kinoabend freuen: Dawn of the dead, von 2004, von Jack Snyder.

World War Z

Okay, sorry. Noch ein Zombie-Film, welcher ebenfalls aus der jüngeren Schule des Genres kommt. Aber er ist auch etwas Genre-untypisch, denn es handelt sich hier nicht um einen reinen Zombie-Film. Die Zombie-Seuche wird hier mehr als eine Epidemie dargestellt, die man schlussendlich auch bekämpfen kann. World War Z ist also ein Hybrid aus Zombie- und Katastrophenfilm. UND – und das dürfte vor allem die Damen interessieren: Bei dem Hauptdarsteller, der sich natürlich als wahrer Held erweist, handelt es sich um keinen geringeren als Brad Pitt höchstpersönlich – mit langen Haaren auch noch. 

Brad Pitt hat sehr früh das Potential des im Jahre 2006 erschienen, gleichnamigen Roman von Max Brooks erkannt und kaufte diesem die Filmrechte für sein Buch im Jahr 2007 ab. Damit hat er den ganzen neuerlichen Zombie-Hype der letzten Jahre noch vor den Machern der Serie The walking dead vorausgesehen. Dummerweise hat er sich bis 2013 damit Zeit gelassen, sein Projekt als Produzent und Hauptdarsteller auch auszuführen. Damit sprang er zwar nur auf den Zombie-Zug auf, aber das macht nichts. Ihm ist ein wirklich solider Zombie/Katastrophenfilm gelungen, in dem die Zombies rennen wie Olympiasprinter und die Lebenden vor ihnen wegrennen, als ginge es um ihr Leben – was es ironischerweise ja auch tut.

Also: Für World War Z muss man kein Zombie-Fan sein, der Film funktioniert auch als herkömmlicher Katastrophen-Blockbuster ganz hervorragend: World War Z, von 2013, Regie: Mark Foster, Produzent und Hauptdarsteller: Brad Pitt

Trainspotting

Fast genauso eilig, wie man als Gejagter vor gehirnhungrigen Zombies davon läuft, rennt man, wenn die Polizei hinter einem her ist – warum letztere das auch immer sein mögen. Zumindest rennt man Teufel komm raus, wenn man etwas angestellt hat. Und genau das haben Renton (Ewan McGregor) und Spud (Ewen Bremmer) in Trainspotting ja auch. Als Hardcore-Junkies auf Heroin haben sie gestohlen, damit sie ihren nächsten Schuss bezahlen können und in der Eröffnungsszene des Films sieht man die beiden also, wie sie sich mit zwei Polizisten ein Wettrennen durch die grauen Straßen der schottischen Hauptstadt Edinburgh liefern. Dafür, dass ihre heroinverseuchten Körper so ausgemergelt sind und ihre Gesichtsfarbe ungesund blass aussieht, rennen sie am Anfang auch noch relativ schnell. 

Trainspotting – ein Kino-Klassiker mit viel Witz, aber auch ein bisschen Drama – und gleich zu Anfang mit einer der besten Lauf-Szenen der Kinogeschichte.

Man kann sich bei dieser Szene selbst fragen, auf welcher Seite man steht. Fühlt man mit den Verfolgten oder den Verfolgern? Aber wie auch immer – diese Lauf-Szene hat Kultcharakter und das nicht zuletzt, weil sie musikalisch untermalt wird mit dem Klassiker Lust for Life von Iggy Pop. Schon deshalb ist der Film sehenswert. Aber auch der ganze Rest von Trainspotting ist ein einziges cineastisches Fest. Der Regisseur Danny Boyle hat hier einen Klassiker der Kinogeschichte abgeliefert und die Darsteller sind durch die Bank weg einfach phänomenal.

Also: Wer Trainspotting noch nicht kennt, hat wirklich was verpasst und muss das nachholen. Wer ihn schon kennt, weiß, dass das ein Film ist, den man ruhig nochmal schauen kann. Der wird nie langweilig: Trainspotting, von 1996, von Danny Boyle, mit Ewan McGregor, Johnny Lee Miller, Robert Carlyle und Ewen Bremmer.

Also, liebe laufende Gemeinde, es wird mal wieder Zeit für einen schönen Kino-Abend. Ich hoffe doch, Ihr schaut Euch die hier vorgestellten Filme auch an. Als echter Film-Fan serviere ich Euch hier schließlich keine lauwarmen Häppchen vom Stehimbiss, sondern nur Gourmet-Ware aus der besten Sterne-Küche. 

Viel Spaß!

#keeponrunning

Eurer Tankred


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