[11 Aug, 2018] 100 Meilen von Berlin - Der Mauerweglauf 2018

Dieses Thema im Forum "Laufevents & Laufveranstaltungen" wurde erstellt von Göran, 9 November 2017.

100 Meilen von Berlin - Der Mauerweglauf 2018
Erstellungsdatum: 11 Aug, 2018 06:00
Enddatum: 12 Aug, 2018 12:00
Zeitzone: Europe/Amsterdam +02:00 CEST

Ort:
Berlin
Cantianstraße 24
Berlin 10437

Erstellt von: Göran

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  1. Göran

    Göran Distanz ist, was der Kopf draus macht.

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    Seit 2011 erinnert der Mauerweglauf an die Opfer der früheren Grenze, die Deutschland zwischen 1961 und 1989 teilte. Gelaufen wird dabei auf dem ehemaligen Grenzstreifen, das sind etwas mehr als 161 Kilometer rund um das westliche Berlin. Schirmherr der 100MeilenBerlin ist der frühere DDR-Bürgerrechtler Rainer Eppelmann.

    Es gibt wohl kaum einen anderen Ultramarathon mit so engem Bezug zur jüngeren deutschen Geschichte. Denn gelaufen wird entlang der früheren Grenze, 100 Meilen rund um das westliche Berlin. Wo früher eine Mauer stand, sind jetzt Hunderte Läuferinnen und Läufer aus aller Welt unterwegs. Ein sportliches Zeichen der Erinnerung an die Teilung Berlins und ihre Opfer zwischen 1961 und 1989. Auch trägt die Finisher-Medaille in jedem Jahr das Konterfei eines Menschen, der bei dem Versuch, Stacheldraht und Beton zu überwinden, ums Leben kam.

    http://100meilen.de/
     
  2. Göran

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    In der Nacht um 0:00 startete die Anmeldeprozedur für den Mauerweglauf 2018. Gemeinsam mit meiner Laufpartnerin hatte ich die Absicht, die 100 Meilen in einem Zweier-Team zu laufen. Dabei läuft der erste Starter vom Jahnsportpark bis zum Schloss Sacrow (ca. 91 km) und der zweite dann den Rest von ca. 71 km. Natürlich kommt wiedermal alles anders, als man denkt. Pünktlich um 0.00 Uhr ging die Anmeldung online und die 20 Zweierstaffeln waren um 0:01 Uhr (!!!) ausverkauft. Ich konnte es kaum glauben. Was nun? Also fix (ohne weiteres Nachdenken) die Registrierung für den Einzelstart getätigt und siehe da, die Bestätigung flatterte rein. Das heisst im Klartext, ich habe mich mal eben für die 100 Meilen im August 2018 in Berlin angemeldet. Das wurde mir erst später richtig klar. Ohje, ohje, was habe ich da nur getan. Danach habe ich zwar nochmal eine Meldung für die Zweierstaffel gestartet. Da kam dann die Bestätigung, dass ich mit meiner Partnerin auf Warteposition 7 stehe. Nun ich gehe derzeit davon aus, dass von 20 Zweierstaffeln keine sieben absagen oder zurücktreten. Vielleicht stocken sie ja aber auch noch auf? Wer weiss. Stand jetzt bin ich als Einzelstarter nächstes Jahr gemeldet. Puuuuuh, was für ein Ziel. :whistle:

    Die Kapazitätsgrenze wurde übrigens bereits gegen 6.30 Uhr erreicht. Seitdem gelangt jede Anmeldung nur noch auf eine Warteliste.
    https://timing.sportident.com/meldung/startmeldung.php?wkid=20180812673026
     
    Zuletzt bearbeitet: 9 November 2017
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  3. Na dann viel Spaß beim Training:)
    edit: Diesmal muss ich mich endlich mal an die Strecke stellen, geht ja nur ein paar 100m entfernt von unserem Haus vorbei;-)
     
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  4. Göran

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    Ohja. Nur zu gern. Je nachdem wann ich da vorbeikomme mache ich da einen Extrastop. [emoji6][emoji4]

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  5. Kaffee? Tee? Kekse?

    Mannomann, 160 km... und ich bin immer noch am Grübeln, ob ich mich eines Tages an 42,195 traue;-)
     
  6. Göran

    Göran Distanz ist, was der Kopf draus macht.

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    ... wenn ich es bis dahin schaffe ... heute bin ich da positiv gestimmt, schauen wir mal. Um ehrlich zu sein, kann ich Dir das noch gar nicht sagen. Zunächstmal wird das sicherlich spät abends. Aber nagele mich da nicht drauf fest. Gedanken über die Zeiteinteilungen mache ich mir heute noch nicht. Und was ich dann wirklich haben will kann ich auch noch nicht sagen. Was auf jeden Fall für den Kopf wichtig ist, einen Anlaufpunkt zu haben. Ich denke schon das hilft ungemein bei diesen Distanzen. Alles weitere dann irgendwann bis zum Start. Davon ab, bis dahin stehen ja noch ganz andere Läufe an, aber dieser hier ist meine Königsdisziplin im nächsten Jahr. :)

    PS: Die Antwort bzgl. Deines Marathons gibst Du Dir in Deinem Satz selbst. Du grübelst. Der Kopf verweigert sich bei solchen Distanzen. Das kennt wohl jeder, der den Marathon noch nicht gelaufen ist. Fakt ist, jeder Starter hat rein gar nichts zu verlieren. Selbst ein DNF ist keine Schande. ;)
     
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  7. Göran

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    Wie wäre es übrigens, wenn Du mich auf Deiner Höhe ein paar Kilometer begleitest? Das würde mir sicherlich auch helfen. Du siehst, mir fällt jetzt schon einiges ein, da kommt bestimmt noch mehr. :whistle:
     
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  8. Super Idee:)
     
  9. Göran

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    Der Mauerweglauf 2018 ist geschafft. Und ich war es auch. 161 km rund um das ehemalige West-Berlin galt es zu bezwingen. Seit meiner Anmeldung war ich auf diesen Lauf fixiert. Ich habe gar dem Rennsteig-Supermarathon dafür das Prädikat "Trainings-Ultra" verliehen. Der Veranstalter mögen mir verzeihen. Die Vorbereitung verlief wunschgemäß. Ich hatte keine nennenswerten Rückschläge zu verzeichnen. Von daher war ich guter Dinge. Primärziel war das finishen, Sekundärziel der Buckle. Am Starttag brachte mich meine Tochter frühmorgens in den Jahnsportpark. Sie schien genauso aufgeregt zu sein wie ich. Bereits der Start war für mich ein sehr bewegender Moment. Etwas Irreres als 100 Meilen hatte ich noch nie absolviert. Für diesen Lauf haben sich Freunde und Bekannte quer an verschiedenen Positionen der Strecke platziert, um mir behilflich zu sein. Dazu haben wir über eine Whatsapp-Gruppe Statusmeldungen verteilt, so dass jeder wusste, was los war. Ich ging den Lauf (wie scheinbar wohl immer) zu schnell an. Meine Radbegleitung, hatte im Vorfeld einen Marschtabelle erstellt, nach der ich gegen 4:40 Uhr im Ziel sein sollte. Soweit der Plan. Wie schnell der verworfen war, sollte sich zeigen. 6:10 - 6:20 waren nicht angedacht. Erstes Opfer war hier bereits eine Arbeitskollegin, die mich am VP 4 mit Ihrem Sohn verpasst hatte. Schade. Zwischenziele sind stets etwas feines. Von VP zu VP zu laufen ist das eine, Freunde und Bekannte unterwegs zu treffen, die nur wegen mir dorthin gekommen sind, etwas völlig anderes. Bei km 18 gelangten wir an das Ehrenmal des an der Mauer getöteten Jörg Hartmann. Dort legte jeder Läufer Spielzeug ab. Jörg war, als die tödlichen Kugeln ihn trafen, gerade 10 Jahre alt. Ihm widmeten wir dieses Jahr diesen Mauerweglauf. Eine wunderbare Art, jemanden ein Gesicht zu geben. Ungefähr bei der (Erst-)marathonmarke stand ein Arbeitskollege mit seiner Frau. Melonen und ein alkohlfreies Radler habe ich erhalten und mich köstlich daran gelabt. Den ersten WP in Teltow erreichte ich ca. 1 Stunde vor dem Marschtabellenplan. Es lief halt, weiter ging es gen Sacrow. Auch auf diesem Abschnitt hatte ich keine nennenswerten Schwierigkeiten. In Sacrow angekommen, haben wir ca. 15 min Pause gemacht. Die taten gut. Nach Sacrow ging es weiter zur 100-km-Marke. Die erreichte ich bei ca. 13 Stunden. Klasse Durchgangszeit. Am VP Karolinenhöhe durfte ich mit dem dortigen Verantwortlichen anstossen. Hier nahm vor vier Jahren mein Mauerweglauf seinen Anfang. Am VP helfend betrachtete ich all die Verrückten, die 100 Meilen laufen und konnte damals gar nicht fassen, dass so etwas machbar ist. Aber innerlich gereizt hatte es dann doch irgendwie. Verrückt ist halt cool. Ab jetzt musste ich jedoch lernen, dass gerade 24-h-Läufe bei ca. 110 -120 km erst anfangen. Meine Geldbörse mit dem Lehrgeld war schnell alle. Und so wurden die Schritte im schwerer, die Nacht kam. Ich hatte zudem einen Fehler beim Bepacken meiner Dropbacks gemacht. Weshalb ich meine langen Nachtklamotten in den Dropback 3 getan hatte, weiss ich bis jetzt noch nicht. Also kam zur Nacht auch noch Frische, ja Kühle hinzu. Ich musste irgendwie den WP im Ruderclub erreichen. Schleppend erreichte ich ihn. Dort habe ich mich komplett umgezogen. Es tat gut, frische Klamotten anzuhaben. Weiter ging es zur 130-km-Marke. Dort wartete ein ehemaliges Forenmitglied, die mittlerweile eine lieb gewonnene Freundin geworden ist und gab mir ebenfalls noch beste Wünsche mit auf den Weg. Ich revanchiere mich dafür in vierzehn Tagen beim Vollmondmarathon. Ich begleite siie dann zu ihrem ersten Marathonfinish. In kleineren, aber halbwegs gleichmäßigen Schritten ging es weiter bis Km150. Der Einbruch kündigte sich an. Bereits in Berlin, kurz vor dem VP Wilhelmsruh ging gar nichts mehr. Ich legte mich hin und wollte nicht mehr. Meine Radbegleitung liess mich zunächst gewähren um mich dann im wahrsten Sinne des Wortes wieder aufzurichten. Er stellte mich quasi auf die Beine. Mit einer Hand am Fahrrad versucht er mich wieder in Gang zu bringen. Er suchte das notwendige Lebenselexier und fand es am VP. Bier. Es hat sich dahingehend ausgezahlt, dass ich wieder in der Lage war eigenständig zu gehen, wenngleich das nach Laufen wohl nicht aussah. Zu diesem Zeitpunkt war die 24-Stunden-Marke auch nicht mehr zu erreichen. Es war mir auch egal. Irgendwie sah ich mich viel eher in einer warmen Wanne und in einem Bett. Weiter ging es Richtung Mauerpark. Zumindest im Ansatz hatte das etwas von Bewegung. Kurz vor dem Jahnsportpark empfing mich meine Tochter. Ich wollte ihr um den Hals fallen, aber Sie nahm mich an die Hand, um mich die letzten 400 m ins Ziel zu tragen. Nach 25:09 h überquerte ich die Ziellinie. Dort angekommen war das alles viel zu viel für mich. Ich hätte alle umarmen wollen. Ich weiss bis jetzt noch nicht, bei wem ich mich alles bedanken kann. Es waren so viele, die dazu beigetragen haben, dass dieser Lauf für immer in meinem Gedächtnis bleibt. Stellvertretend für alle Ungenannten danke ich aber in erster Linie meiner Tochter und meiner Radbegleitung. Diese beiden haben mir das alles erst möglich gemacht. Das werde ich wohl nie vergessen.

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    Zuletzt bearbeitet: 13 August 2018
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    Glückwunsch, tolle Leistung :)
     
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    Hammer.
    Gut geschrieben, ich glaube ich bekomme gerade einen Muskelkater vom lesen.
    Gaaanz tolle Leistung
     
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