Shin Splints, Knochenhautentzündung, Schienbeinkantensyndrom

Dieses Thema im Forum "Gesundheit, Verletzungen & Ernährung" wurde erstellt von kvn apstdt, 15 März 2014.

  1. Run93

    Run93 User

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    Hey André,

    hab mich extra wegen dir angemeldet;)

    Ich hab schon Knochenhautprobleme seit 2013 April.

    Ich werde jetzt mal meine Leidensgeschichte posten:

    Bin momentan 20 Jahre jung und war eigentlich schon immer sportlich.
    Hatte früher Handball gespielt und bin im Verein geschwommen. Mit 15 Jahre hatte sich unsere Mannschaft im Handball aufgelöst und Schwimmen allein war mir zu eintönig, deswegen fing ich mit Triathlon an.
    Mit 16 Jahren bin ich die 10km in 40:11 gelaufen, allerdings musste ich wegen starke Hüftschmerzen lange pausieren.
    Als ich dann mit ende 16 mit der Ausbildung begonnen habe, hatte ich nicht mehr soviel Lust fast jeden Tag Sport zu treiben, deswegen bin ich bis 19 nur 2 mal die Woche schwimmen gegangen und als mal ins Fitnessstudio.
    Letztes Jahr packte mich wieder an Fasenacht der Ehrgeiz und ich fing mit dem Laufen an. Da ich wusste, dass ich Knick-Senk-Spreizfüße habe, habe ich mir direkt Einlagen verschreiben lassen, damit ich nicht wieder in eine Verletzung laufe.
    Die Hüftschmerzen haben leider wieder angefangen. Anfang März bin ich dann nach 4 Trainingsläufe einen hügeligen 10km Lauf mitgelaufen in 45 min.
    Durch den Wettkampf bin ich nochmal richtig heiß geworden und fing an die Intensität und Umfang zu erhöhen. (Die Hüftschmerzen hatte ich kurze Zeit später durch Beckenverschiebübungen in den Griff bekommen)
    So lief ich erstmal konstant 3 mal die woche (Wochenkm:30-40km) und bin noch 2 mal die Woche im Verein geschwommen. Irgendwann hörte ich in der Laufgruppe vom Triathlonverein, dass Einlagen bei Vorfußlauf und Intervallen unnötig sind.
    Deswgen ließ ich die Einlagen aus dem Schuh. Ich fühlte mich so viel besser, und lief plötzlich die Intervalle mit Nike Free 3.0 ( was wohl zu viel des guten war)
    Ich bekam im April an beiden Beinen Schienbeinschmerzen. Da ich allerdings richtig gut im Training war und Ende April ein 10km Wettkampf anstand trainierte ich einfach weiter. Den Wettkampf lief ich in 37:40, allerdings war mein Schienbein danach komplett im Eimer und ich pausierte bis anfang Juni.
    Als ich mit neuen Schuhen und neuen Einlagen wieder anfing waren die Schmerzen nach 3 Trainingseinheiten wieder da. So trainierte ich wieder 3 Wochen(Schmerzen waren extrem Schlimm, konnte nicht mehr richtig gehen) und machte dann bis August wieder Pause. Durch nochmals neue Einlagen, die anhand einer Ganganalyse angefertigt worden sind, fing ich wieder langsam an. Die Schmerzen kamen leider wieder jedoch konnte ich weitertrainieren und bestritt im Oktober ein 10km Lauf in 36:32. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen und im Dezember wollte ich an einem 10km Silvesterlauf unter 35:30 laufen, allerdings bekam ich 10 Tage davor ein Muskelfaserriss in meiner Wade.
    Nach 2 monatiger Pause fing ich wieder an und siehe da, Schmerzen am Schienbein kamen auch wieder.
    Ich hatte entgültig die Nase voll immer unter Schmerzen zu trainieren, da man so auch kein strukturiertes Training durchführen konnte. So ließ ich es erstmal mit dem Laufen und fuhr Rennrad. Allerdings fehlte mir das Laufen nach einer Zeit und ich wollte alles dranzsetzen um das hinzubekommen.
    Ich ging zu einem sehr guten Laufschuhladen, der Verkäufer empfohl mir die Einlagen wegzulassen und gedämpfter Schuh erstmal zu tragen. Desweiteren hab ich viel Unterschenkeltraining absolviert und viel mit der Blackroll die Wade massiert.
    Rechts waren die Beschwerden nach Laufpause und Begin mit neuen Schuhen ohne Einlage weg, aber links blieb.
    Dann bin ich zu einem anderen Arzt gegangen der ein Beckenschiefstand festgestellt hat. Somit bekam ich in der Einlage rechts ein 5mm Keil rein.
    Nach erneuter Laufpause begann ich mit den neuen EInlagen wieder, diesmal ganz ganz behutsam. Am Anfang dachte ich es wird als besser, doch irgendwann kam das ganze Wieder :mad:
    Mittlerweile bin ich bei nochmals einem anderen Arzt in Behandlung bei dem ich 12 Physiostunden bekommen habe und gerade dabei bin 6 geräteunterstützte Krankengymnastikstunden zu machen.
    Ich mach jetzt schon seit mehreren Wochen Balancetraining, Fußgewölbübungen, Schienbeinübungen, Wadenübungen. Bin in der Zeit auch kaum Radgefahren, dass in Klickpedalen nicht besonders gut ist fürs Schienbein ;)
    In 3 Wochen hab ich ein Mrt Termin, bei dem mein linker Unterschenkel unter die Lupe genommen wird.
    Falls man da nichts findet ist danach meine Comeback :D
    Mein Schienbein fühlt sich momentan top an, bin deutlich stabiler in den Füßen geworden und auch zuversichtlich dass es diesmal klappt.
    Der Neuanfang mach ich ohne Einlagen, aber mit leich gestützten Schuhen und mit Dämpfung am Anfang.
    Sorge bereitet mir momentan meine beiden Fersen, weiß nicht woher das kommt, aber sie schmerzen schon seit 6 Wochen, obwohl ich fast nichts mache....
    Der Arzt meint ich hab ein Statikproblem im Unterschenkel zum Fuß, deswegen auch die Geräteunterstützte Krankengymnastik.
    Ich hatte damals auch immer extrem verhärtete Waden, dies hoff ich mit der Blackroll und den Wadenübungen in den Griff zu bekommen.

    Diesmal werd ich auch noch behutsamer anfangen.

    Ich werde aufjedenfall weiter berichten und würd mich über gegenseitiges Austauschen sehr freuen.

    Dein Ansatz mit Barfußschuhen find ich sehr gut, werd ich auch vielleicht ausprobieren.

    Verzeiht mir manche Fehler im Text, hatte keine Lust so extrem viel Zeit zu investieren und hab mich deswegen beeilt :)

    Lg Johannes

    Ps: Unterschenkel, Fußtraining und bei Schmerzfreiheit Lauf-Abc ist das A und O ;)
     
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  2. André

    André Administrator Mitarbeiter

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    Hey Johannes, danke Dir für Dein Feedback. Da erkenne ich mich gleich wieder. Man ist irgendwie komplett hilflos. Es gibt leider auch keinen Weg der "richtig" ist oder an dem man arbeiten kann. Und das schlimmste ist, wenn man Wochen oder Monate pausiert hat, ewig lange schmerzfrei ist und dann nach wenigen Metern merkt man es schon wieder.

    Zu Ärzten habe ich in der Hinsicht gar kein Vertrauen mehr. Ich habe das Gefühl hier geht es nur ums Geldverdienen (Rezepte, Einlagen etc). Aber wirklich Interesse hat da bisher niemand gezeigt.

    Ich weiß ja bis heute noch nicht einmal wo ich die Salbe hinschmieren soll. Wo genau die Stelle sitzt, die das Problem macht. Einig waren sich fast alle, dass es nur zu den Schienbeinen ausstrahlt und die nicht das eigentliche Problem sind. Manche sagen die Waden, andere sagen der vordere Schienbeinmuskel sei zu schwach,wieder andere sagen es liegt am flachen Fußgewölbe, und nochmal andere sagen es läge am Muskel-bzw- Hautansatz am Schienbein. Was jetzt wirklich richtig ist kann ich mir scheinbar selbst aussuchen.

    Man wird irgendwie komplett alleine gelassen. Wenn man dann mal zum Beispiel bei twitter nach "Shin Splints" sucht und sieht wie viele Leute (tausende) davon betroffen sind, dann ist es unglaublich dass in der Hinsicht scheinbar niemand vernünftige Hinweise geben kann.

    Die Stütze war bei mir falsch, trotz meines Knick-Senkfuß. Wenn ich einen gestützten Schuh anhabe oder die Einlage im Schuh, dann sieht das von oben gesehen wirklich schon unnatürlich nach außen geknickt aus.

    Aufs Barfußlaufen lege ich nun sehr große Hoffnungen. Vor allem auf die Theorie mit der gestörten Nervensteuerung. Ich habe da jetzt auch ein Zitat gefunden wo das ganze besser beschrieben wird:

    Eine sensible Sensorik in den Fußsohlen liefert dem Körper dabei Rückmeldungen über die Bodenbeschaffenheit und koordiniert die Fuß- und Beinmuskulatur, um sich den Gegebenheiten ideal anzupassen. Packt man den Fuß in ein enges Korsett mit dicken Sohlen und Absätzen, sabotiert man einen Großteil dieser Funktionalität.

    http://idealkraft.de/2012/12/02/barfusschuhe-gehen-wie-ein-neandertaler/

    Ich denke und hoffe dass könnte es bei mir sein. Mir fehlt ein Sinn und die Muskeln wissen nicht wie sie sich verhalten sollen bzw. werden dadurch falsch gesteuert.

    Hoffnung macht mir dass ich hier im Flur beim tippeln tatsächlich schon einen krassen Unterschied merke ob ich das barfuß mache oder mit Schuhen. Heute Abend werde ich die erste Runde drehen. Als Untergrund, habe ich mir eine andere Strecke ausgesucht. Einen wiesenbewachsener Rand von einem Feldweg. Ich werde also laufen wie der Mensch seit hunderten Jahren ohne Probleme gelaufen ist, barfuß (fast) auf natürlichem, unebenen Boden und nicht mit Gummisohlen auf Asphalt.

    Ich hoffe das, was eigentlich jeder gesunde Mensch können sollte, damit wieder neu erlernen zu können. Freue mich auf den weiteren Austausch mit Dir, geteiltes Leid ist halbes Leid. (y)
     
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  3. Run93

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    Merkst du bei deinem lädierten Schienbein Knüppel, wenn du du mit dem Finger drüber fährst?
     
  4. André

    André Administrator Mitarbeiter

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    Du meinst an der Innenkannte? Ja, da habe ich einen Stelle, groß wie ne Münze wo es richtig fies wird. Also ein Druckpunkt. Aktuell aber nicht, da ich jetzt auch fast 2 Wochen wieder komplett gar nichts gemacht habe.

    Was mir aufgefallen ist, als ich mit 4 mm Sprengung lief, war der Druckpunkt plötzlich weiter oben am Schienbein. Ich kann aber noch nicht sagen ob das nun wirklich mit den flacheren Schuhen zusammenhing.
     
  5. Run93

    Run93 User

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    Okay, ich konnte damals auch ein genauer Punkt lokaliesieren, woher die Schmerzen kamen.

    Mit der geringeren Sprengung ist mir noch nichts aufgefallen.
    Kannst ja schreiben, wie es sich mit den Barfußschuhen angefühlt hat.
    Wie lange willst du laufen heute Abend?
     
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  6. Martyprivat

    Martyprivat Guest

    @Run93

    Erst einmal Willkommen hier. Auch wenn der Einstieg ein Problemfall ist.

    Bevor es untergeht, geile 10 km Zeiten (y)



    Jeder, der vor mir läuft, hat es sich verdient
     
  7. André

    André Administrator Mitarbeiter

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    Nur ganz kurz. 1-2 km barfuß zum dran gewöhnen. Dann Sonntag vielleicht bissel mehr wenn ich bis dahin keine Probleme habe.
     
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  8. Run93

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    Danke Martyprivat
     
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  9. André

    André Administrator Mitarbeiter

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    Ich habe ja das Gefühl, dass kommt bei mir eher nicht durch eine Fehlstellung oder Überlastung, sondern irgendwie ist der Druck im Muskel zu hoch. Und da erinnere ich mich an den Physio, der damals meinte meine Waden seien wie aufgepumpt.

    Dazu habe ich gerade folgendes gefunden:

    Beim sogenannten Schienbeinkantensyndrom kommt es zu einem Missverhältnis zwischen Muskelvolumen, meist der unteren Extremität, und dem zur Verfügung stehenden Platz. Die Muskeln der unteren Extremitäten verlaufen in Muskellogen und sind von einer dünnen aber stabilen Muskelhülle (Faszie) umgeben.

    Bei zu schnellem Auftrainieren der Muskeln kommt es für den Muskel in den Faszien zu einem Platzmangel. Der dadurch entstehende Druck führt dazu, dass das Blut im Muskel nicht mehr richtig zirkulieren kann. Dies kann Minderversorgungen und Nekrosen des Muskels zur Folge haben. Der erhöhte Druck führt des Weiteren zu einer Belastung der versorgenden Nerven, was die Erstsymptome-ein ziehender, brennender Druckschmerz- auslöst.


    http://www.dr-gumpert.de/html/schienbeinkantensyndrom.html

    Als weiterer Therapieansatz wird dort eine Kortisonspritze oder am Ende halt eine OP (Fazienspaltung) empfohlen. Hat mir bisher aber noch niemand vorgeschlagen.

    Ich werde es erst mal weiter barfuß mit kleinen Umfängen versuchen. Sollte dass nicht in den nächsten 6 Wochen besser klappen, werde ich über den Winter ins Studio gehen und mit dem Crosstrainer Vorlieb nehmen und wirklich erst nach 3 Monaten konsequenter Laufpause wieder versuchen.

    Besteht das Problem dann immer noch, werde ich mir jemanden suchen, der die Scheiß Fazien durchschneidet oder selbst das Teppichmesser anlegen. ;-)
     
  10. André

    André Administrator Mitarbeiter

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    Und mein Gefühlen, dass das Dehnen gestern mir nicht gut getan hat wird auch bestätigt:

    Ein weiteres charakteristisches Zeichen ist, dass der Schmerz zunimmt, wenn die entsprechende Muskelgruppe gedehnt wird.

    http://www.tk.de/tk/krankheiten-a-z/krankheiten-k/kompartmentsyndrom/29032

    Krass:

    Ihre Muskeln können zu Beginn des Trainings um bis zu 20 Prozent zunehmen und so ein funktionelles Kompartmentsyndrom auslösen. Die Symptome treten fast ausschließlich in den ersten zehn Minuten des Trainings auf.

    Doch der Muskel kann sich nicht unendlich ausdehnen – die Faszien hindern ihn daran. Wie beim akuten Kompartmentsyndrom werden durch den steigenden Druck auch hier Nerven und Blutgefäße gequetscht. Der Sportler verspürt Schmerzen, die ihn zwingen, das Training zu unterbrechen.

    http://www.br.de/fernsehen/bayerisc...syndrom-muskeln-durchblutungsstoerung100.html

    Passt wie Faust aufs Auge. Und ich glaube fast es ist eher ein Kompartmentsyndrom als ein Scheinbeinkantensyndrom.

    Lymphdrainage, Massage und Physiotherapie werden hier empfohlen.

    Kompartmentsyndrom lässt sich aber wohl einfach durch eine Messung des Gewebedrucks diagnostizieren.

    Welcher Arzt macht denn sowas? Orthopäde, Sportmedizinier oder gar ein Neurologe?
     
  11. André

    André Administrator Mitarbeiter

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    Wow das ist mein Leben:

    Wenn die Wurst aus der Pelle platzt

    Auf Tisch setzen und Fußheber trainieren. "Eimer mit Gewichten hochziehen 8- 12 mal. "

    Dabei wird die Faszie kurzfristig "geweitet". Über Wochen passt sie sich dann soweit an, dass die Muskeln genügend Platz haben. Faszienspaltung wird hier nur bei Leistungssportlern empfohlen.

    Ich denke da bin ich ja mit dem barfußlaufen auf dem richtigen Weg, zusätzlich werde ich diese Eimer Übung aber auch noch einbauen.
     
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  12. metalzwerg

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    Bei uns in der Klinik ist das Aufgabe der Gefäßchirurgen, da diese bei uns ein Kompartment "diagnostizieren" und behandeln.

    LG, und Gute Besserung obwohl Ich es mir ganz ehrlich gesagt nicht vorstellen kann, das man ein Kompartment für 10 Minuten "entwickeln" kann.

    Manuel
     
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  13. André

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  14. metalzwerg

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    Krass. Tut auf jeden Fall höllisch weh, so ne Kompartment-Spaltung.
    Haben wir ja öfters auf Intensiv.
    Wie sieht es denn bei Dir aus mit Kompressionsstrümpfen?
    Wird es da noch schlechter?
     
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  15. André

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    Yeah, Gefäßchrirurgen haben wenigstens vernünftige Wartezeiten.(y)
    Kommenden Donnerstag um 11.15 Uhr weiß ich mehr. Und wenn er das ausschließt weiß ich zumindest dass es das nicht ist.
    Auf den einen Termin kommt es nun auch nicht mehr an. ;-)
     
  16. André

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    Das wäre jetzt der nächste Punkt. Vielleicht sollte ich beim nächsten Lauf einfach mal ohne laufen. Bin jetzt immer mit gelaufen weil ich dachte, dass würde helfen bzw. unterstützen. Wurde mir auch von den Ärzten und Orthos zu geraten. Werde ich am Wochenende mal ausprobieren ob es dann besser ist.

    Dazu kommt dass beim barfußlaufen natürlich auch die Waden mehr angestrengt werden, was dann das ganze nochmal verschärfen könnte. Aber bei lockeren 3 km dürfte ich ja da nun nichts kaputt machen. ;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 4 September 2014
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  17. André

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  18. Run93

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    Hmm so wie ich das verstehe, treten die Schmerzen bei einem Kompartmentsyntrom nicht direkt am Anfang eines Laufes statt, sondern erst nach paar Minuten und dann schlagartig.
    Also bei mir waren die Schmerzen in akuten Fällen beim ersten Schritt schon und wurde während des Trainings besser. Nach dem Training fühlte es sich gut an und paar Stunden später fingen die starken Schmerzen an.
     
  19. André

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    Bei mir ist es oft so dass es nach 100 Metern schon losgeht. Aber dann habe ich auch vorher schon gedehnt, und die Muskeln warm gemacht.

    Dann ist es manchmal auch wieder weg, und kommt dann später wieder. Nach dem Lauf und in Freizeit habe ich eigentlich keine Schmerzen, außer irgendwann den Druckpunkt, wenn ich keine Laufpause mache, und es schmerzt an manchen Tagen beim Treppenrunter gehen.

    Ich habe das gestern Abend mal beobachtet, es hat gekribbelt und kam mir wirklich so vor als sei ein erhöhter Druck im Muskel. (Gestern hatte ich keinerlei sportliche Betätigung)

    Aber ich habe da keine Ahnung und eine schlechte Selbsteinschätzung. Ich mache mich da auch nicht verrückt, lasse den Gefäßdoc am Donnerstag draufschauen und der wird mir dann auf diesen Verdacht ja was sagen können. Wenn es das ist -> gut, wenn nicht, kann ich diesen Punkt zumindest ausschließen.

    Erwartungshaltung habe ich da eigentlich keine mehr, und der Glaube dass ich jemals schmerzfrei laufen kann ist mittlerweile auch fast komplett weg, nur die Hoffnung lebt irgendwo noch weiter.
     
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  20. André

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    Danke @metalzwerg für das Stichwort "Gefäßchirurgie" (y)

    Am Anfang als ich vom Laufen und vom Schienbein erzählte hatte ich das Gefühl der Arzt kommt sich vor wie bei versteckter Kamera, aber als dann die Worte "dicke Wade" und "Schmerz nach wenigen Schritten" fielen, merkte ich wie der Arzt vermutlich in Gedanken irgendwas zusammensetzte.

    Das langte ihm, ich sollte mich ausziehen und auf die Bridge legen. Ultraschall und ich dachte: Ist der blind? Was fummelt der denn jetzt zwischen meinen Beinen rum?

    Dann sollte ich den Bauch pressen und locker lassen und dann nochmal. "Ok, da haben wir es schon. Andere Seite, ja hier auch." Die Venenklappen oben quasi in der Leiste arbeiten nicht richtig. Das verbrauchte Blut wird Richtung Herz gepumpt und die Venenklappen verhindern normal, dass das Blut wieder nach unten gelangt. Da die Klappen bei mir scheinbar nicht richtig schließen, fließt das Blut zurück in den tiefsten Punkt, dadurch auch die dicken Waden. Und dann ist es tatsächlich so, dass die Faszien irgendwann nicht mehr nachgeben und die Versorgung fehlt.

    vene.jpg
    Quelle: http://meduniver.com/Medical/Anatom/Img/419.jpg

    Purer Zufall dass diese Vene genau am inneren Schienbein vorbeifließt. :cool:

    Für den Arzt ein klarer Fall: Beim Laufen schreit Ihr Unterschenkel nach Sauerstoff, Ihr Herz pumpt Blut hin, welches dann durch die Rosenvene zurückfließt, dort aber aufgrund der defekten Klappe wieder zurück fließt und den Weg der Schwerkraft sucht.

    Hier ist es ganz gut erklärt:

    Es entsteht ein überflüssiger Kreislauf: Eine erhebliche Blutmenge fließt in den Krampfadern rückwärts, also fußwärts. Es muss dann erneut über andere Venen nach oben befördert werden, nur um dann wieder in den Krampfadern nach unten zu fließen. Dieser „Luxuskreislauf“ ist aber nicht nur überflüssig, sondern auch schädlich. Das verbrauchte, sauerstoffarme und schlackenreiche Blut überlastet das Venensystem. Es tritt Flüssigkeit in das Gewebe aus, die Ernährung des Gewebes ist behindert.

    Das führt zu den typischen Beschwerden, nämlich Schwellung, Schwere und Spannungsgefühl in den Beinen.


    http://www.chiva-methode.de/krampfadern.htm

    Sichtbare Krampfadern habe ich nicht. Aber vermutlich wären die wohl bald gekommen.

    Das ganze wird nun operiert. Leider sind dazu 2 OP´s nötig. Die Arterie wird mit Schaum gefüllt und dann irgendwie verödet, anschließend bin ich wohl 2 Wochen außer Gefecht.

    Leider können nicht beide Beine zusammen operiert werden, da die Belastung durch den Schaum zu hoch sei. Es sollten mindestens 3 Wochen zwischen den 2 Op´s liegen. Die erste OP ist am 8. Oktober, die zweite OP vermutlich am 29. Oktober.

    Wenn alles klappt soll ich ab Mitte November wieder laufen können, dann aber auch richtig. ;-)

    Ist zwar scheiße so 2 OP´s und nochmal ca. 2 Monate, aber so habe ich nun endlich Gewissheit wo das herkommt und dass ich dann bald hoffentlich endlich laufen kann.

    Krass finde ich dass mir keiner der Ärzte oder Ortho´s gesagt hat ich solle das mal abchecken lassen. Ne 47 er Wade ist eigentlich schon auffällig ...

    Ohne den Bericht mit dem Kompartmentsyndrom hätte ich nie in die Richtung angeklopft, und ohne den Hinweis von @metalzwerg hätte ich nie einen Gefäßchirurgen aufgesucht. Vermutlich hätte ich irgendwann resigniert und akzeptiert, dass ich nicht fürs Laufen gemacht bin.

    So, jetzt muss ich dass noch irgendwie alles hinter mich bringen und dann wird 2015 aber sowas von mein Jahr ... (y)
     
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