Garmin Forerunner 735xt im run.de Test

von Florian Boehme am 15. Dezember 2016

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Design
Funktionsumfang
Bedienung
Schnittstellen / Erweiterung
Preis / Leistung
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Ich durfte für run.de die Garmin Forerunner 735xt testen. Diesen Bericht habe ich wie eine Art Tagebuch aufgebaut und ihr könnt mit mir die ersten 7 Tage mit meiner neuen GPS Uhr erleben.

Auf geht´s:

Unboxing Garmin Forerunner 735xt

Tag 1

Die Uhr kommt gleich einen Tag nach Bestellung bei SC24.com von DHL am Samstag Abend gegen 16:30 Uhr. Sie ist schön verpackt und die Verpackung leicht geöffnet. In ihr ist jedoch nicht viel: die Uhr, ein USB-Ladekabel und Schnellstartanleitung in gefühlt 15 verschiedenen Sprachen und eine internationale Garantiebeschreibung – fertig. Ein Pulsgurt braucht diese Uhr nicht denn dieser wird direkt am Handgelenk mit Lichtwellen ermittelt.

Der erste optische Eindruck: eine sehr sehr leichte Uhr. Kein Vergleich zu dem Gewicht einer Garmin Fenix 3 Saphir Edition, Polar V800 oder Suunto Ambit 3.
Jedoch wirkt sie „etwas billig“ – fast wie eine Uhr aus dem Kaugummiautomaten. Also nicht hochwertig wie die anderen Modelle. Das liegt einerseits daran dass die Uhr wohl komplett geschweißt wurde und nicht geschraubt. Die einzigen Schrauben die ich finden konnte waren dazu da die sehr flexiblen – also dünnen – Armbänder an der Uhr zu befestigen. Hier sind also keine Stahlstifte sondern Sternschräubchen angebracht.

Gut man sollte nun nicht davon ausgehen dass die Uhr repariert werden müsste; sollte dem aber so sein dann habe ich mich an Tag 2  gefragt ob da überhaupt repariert werden kann oder Garmin lieber gleich eine neue Uhr versendet, da ich absolut nicht weiß wie diese geöffnet werden soll.

Auch weiß ich nicht was besser ist: Brustgurt und Sender oder Messung direkt am Handgelenk? Das kann ich wohl erst nach Monaten oder 1-2 Jahren berichten aber dann ist die Uhr bereits wieder „alt“ und wer liest schon alte Testberichte.

Was ich sagen will: ist der Gurt defekt oder der Sender dann kann dieser rasch ausgetauscht werden vom Benutzer selbst. Was aber wenn die Technik spinnt. Dann muss die Uhr eingesandt werden und gehofft werden dass die Garantie noch greift. (Testergebnisse in Sachen Verlässlichkeit der Messmethoden folgt noch später!)

Die Uhr selbst ist rasch in Betrieb genommen. Ein paar Daten eingetippt und die Menüführung ist so wie von anderen Garminuhren bereits bekannt. Kannst Du eine bedienen – kannst Du alle bedienen. Noch kurz die App fürs iPhone installiert und nun ist sie einsatzbereit.

Lauf 1

Ein kurzer Steigerungslauf über 7km – also rund 30 Minuten.
Während der Einheit verlässliche Werte von Pace und Distanz. Scheint also mit den Daten meiner V800 überein zu stimmen. Aktuelle Pace kann das Modell besser als Polar.
Daheim angekommen wurde mittels Bluetooth bereits die Einheit aufs iPhone übertragen und kann dort abgerufen werden.

Eine wahre Informationsflut kann hier abgerufen werden. Ob das alles benötigt wird muß jeder selbst für sich wissen. Es gibt Charts wie sich die Schrittzahl entwickelt hat und für mich wichtig natürlich auch eine Pace- und eine Herzfrequenzkurve. Bei beiden gab es keine Ausreißer nach unten oder oben. Zur Herzfrequenz ist jedoch zu erwähnen dass die Uhr schon eng anliegen muss. Nicht zwangsweise einschneidend aber auch nicht zu locker da sonst die Messung der Herzfrequenz unzuverlässig sein kann.

Bei Polar gibt es nach jedem Lauf den sogenannten Running Index. Diesen oder ähnliches gibt es bei Garmin nicht. Wobei Garmin ebenso wie Polar die VO²max bestimmen kann.
Hat man noch einen separaten HF-Gurt dann kann auch die Laktatschwelle bestimmt werden. Sagt zumindest Garmin. Beurteilen kann ich dies nicht.
Man kann mit der Uhr auch auf die GLONAS Satelliten zugreifen und nicht nur auf GPS. Das bin ich bereits von der Fenix 3 gewohnt. Auch nach Metronom kann gelaufen werden wenn dies gewünscht ist. Also um eine gewisse Schrittfrequenz zu trainieren.

Ein Aktivitätstracker ist auch integriert und das was ich daran gut finde: er ist verlässlicher als bei Modellen ohne Messung der HF am Handgelenk. Wer trägt schon bei Stabilitätstraining Pulsmesser? Modelle ohne Handgelenkmessung messen nichts, denn bei statischen Übungen bewegt man sich auch nicht. Hier wird gemessen weil auch das Herz mehr arbeitet.Aber auch hier wieder: kann man haben – muss man aber nicht. Kann jedoch für einen auch motivierend wirken.

Ebenso die „Rekorde“ die jeder erlaufen kann. Z. Beispiel den schnellsten Kilometer, die schnellste Meile, die schnellste 5, 10, 20km Zeit und weitere.
Auch eine Laufzeitprognose besitzt die Uhr. Mal schauen wie diese sich bei mir in den nächsten Tagen noch entwickelt. Nach Tag 1 bin ich eher etwas enttäuscht dass die prognostizierte 5km Wettkampfzeit minimal schneller sein soll als bei meinem heutigen Steigerungslauf.

Tag 2

Die Uhr verbindet sich morgens wieder beim Starten der App. Ich sehe wie lange ich geschlafen habe und wie tief und fest. Außerdem sehe ich wie aktiv ich gestern gewesen bin (Schritte).
Das kenne ich bereits von Polar. Wobei mir das Design in der Flow App von Polar besser gefällt als bei Garmin.

Lauf 2

Heute eine Runde von 10km locker durch den Wald – also mit knapp 100 Höhenmeter. Höhenmeter. Sind wir schon beim ersten Thema.
Diese passten heute nicht wirklich. Als ich im Wald am höchsten Punkt war zeigt mir die Uhr eine Höhe von 396 Metern an. Als ich dann leicht abwärts lief wurde die Höhe auf den folgenden ca. 200-300 m auf 420 Meter ü.N.N. angepasst. Eigentlich müsste ich jedoch „tiefer“ sein. Egal. Unterm Strich haben die Meter auf und ab wieder gepasst als ich daheim war.

Das Display habe ich morgens noch anders eingestellt. Ich finde es gut dass dies direkt an der Uhr geht und nicht wie bei Polar am PC. Bei Garmin kann da sehr viel direkt an der Uhr gemacht werden was ein absoluter Pluspunkt ist.

Die sonstigen Daten waren auch heute wieder sehr verlässlich. Daheim angekommen hatte ich jedoch Probleme mit der Übertragung von der Uhr zur App. Dies schien mir jedoch so dass sich das Bluetooth am iPhone aufgehängt hat. Nach einem kurzen Neustart des Handys klappte die Übertragung problemlos.

Noch was zum Thema GPS-Empfang. Ist die Uhr an ist GPS sehr schnell gefunden. Das war jedoch bei der Polar V800 auch so. Verloren ging dieser bei mir noch nicht und selbst in der Wohnung wenn ich an der Uhr herumspiele dann werden ebenso Satelliten gefunden.

Tag 3

Sportprofile: braucht man oder braucht man nicht? Gut, anfangs dachte ich noch der „Aktivitätstracker“ berücksichtigt auch wenn man Stabitraining macht oder bei einem Umzug hilft aber evtl. zählt er nur Schritte?!
Bei Polar in der App konnte ich mein Aktivitätsprofil anschauen. Konnte betrachten wann ich auf dem Sofa lag oder auch mal kurz mit meinem Kunden Übungen mitgemacht habe. Bei Garmin sehe ich nichts. Also lediglich Schritte.

Absolviere ich mit Polar ein einstündiges Stabitraining dann kann ich das umständlich mit Brustgurt betreiben und die Kalorien kommen in meine Tagesbilanz. Ein Sportprofil „Stabi/Gerätetraining“ oder ähnliches gibt es bei Garmin von Haus aus nicht. Schade eigentlich. Ich würde es zwar nicht benutzen, würde es aber fürs schlechte Gewissen gut empfinden die Uhr würde mir sagen „toll warst Du dass Du heute nebst rumgammeln auch andere Sachen gemacht hast“ – und wenn auch nur die Küche weiß gestrichen. So werden eben nur Schritte gezählt. Denke ich zumindest. Kann es aber anhand der App nicht nachkontrollieren. Jedoch weiß ich wie bei Polar wie ich geschlafen habe und ob ich mal wach war.

Mein „Tagesziel“ erreiche ich heute nicht. Etwas demotivierend geht es mit knapp 6.000 von 8.500 Schritten ins Bett obwohl ich zuvor noch dachte: gehst halt noch 5km laufen für die Statistik. Nichts war es. Laufe ich morgen alles wieder rein ;).

Tag 4

Wer früh auf steht kann mehr Schritte tun. Die Nacht war erholsam laut App und mein körperliches Befinden stimmt diesem zu. Vor 9 Uhr sind bereits die ersten 1.000 Schritte im Sack. Der Tag ist noch lang und es kommen sicherlich noch eine Laufschritte hinzu über den Tag.

Vorgestern habe ich noch im Garminshop rumgeblättert. Also Shop im Sinne von Gratis Apps etc. für die Uhr. Runtergeladen habe ich mir ein neues Ziffernblatt im „Zurück in die Zukunft“-Stil. Somit habe ich tagtäglich den Blick auf eine Menge an Daten auf der Uhranzeige: Datum, Uhrzeit, ob gerade am Handgelenk gemessen wird, wie viele Schritte ich habe und ob mein Ziel erreicht wurde sowie ob Bluetoothverbindung besteht und wie hoch der Akkustand ist.

Aktuell habe ich noch 57% Restakku und die Uhr durfte zweimal kurz mit mir laufen gehen (Tag 1 30 Minuten, Tag 2 60 Minuten). Nebenher wurde in den letzten 3,5 Tagen noch einiges hin und her synchronisiert und etwas rumgespielt an den Knöpfen. Der Akku scheint jedoch sicher so lange zu halten wie der der V800. Denke am Ende der 7 Tage muss sie bestimmt wieder an die Steckdose.

Lauf 3

Lief mit der Uhr problemlos. Navigation habe ich leider noch nicht eingestellt. Würde ich nicht daheim meine schöne 6km vor und 6km zurück Strecke laufen so wüsste ich aktuell nicht wie ich wieder nach Hause komme. Polar gibt die Richtung vor, Garmin kann aber Navigation…ich weiß das – nur wie und wo versteckt?
Thema versteckt: gefunden habe ich dann gestern doch noch in der Software ganz weit hinten eine Art „Tagesverlauf“. Kalender nennt sich diese Ansicht in der App. Hier sieht man z.B. gerade ein Diagramm was man den ganzen Tag so getrieben hat bzw. wie die Auswirkungen des Pulses waren. Ebenso kann man sehen welchen Sport man getrieben hat und natürlich ganz wichtig: die Schritte.

Laufen war ich heute genau 1h. Im 4 Stundenrückblickfenster – also es gibt ein Display wenn man fertig ist mit Training – da kann man seinen Puls über diese Zeit betrachten. Es hat etwas von einem Ganztages-EKG diese Funktion oder einer ständigen Überwachung von Herzfunktionen. Hier kann man dann auch wieder mal prima die Pulswerte ablesen und die Trainingsstufen sind dann auch farblich hinterlegt.

Tag 5

Gut geschlafen sagt die Uhr, wie ebenso und die Zeit des Schlafes sollte auch stimmen. Der Akku liegt morgens um 8 bei noch 44%.
Was mich etwas noch irritiert sind die Intensitätsminuten die einem die App anzeigt. Als Wochenziel von einer der drei Kategorien „wenig Sport“, „mittelmässig Sport“ (ich) und „viel Sport“ legt die Uhr Wochenziele fest. Bei mir als Mittelmaß 150 Intensitätsminuten. Da muß man es scheinbar 75 Minuten in der Woche „aktiv“ krachen lassen oder 150 Minuten gemächlich sich sportlich betätigen. Ganz durch bin ich da nicht. Für meine 60 Minuten locker von gestern bekommen ich schlappe 138 Intensitätsminuten. Also noch 12 Minuten oder ein Kilometer in 3 Minuten und das Sofa könnte von Mittwoch Mittag bis Montag früh belagert werden. Ob das Sinn und Zweck ist weiß ich nicht.

Es gibt übrigens noch eine Appfunktion die erwähne ich für die Abnehmwilligen unter den Usern: Kalorienverbraucht zeigt die Uhr an, man könnte jetzt aber auch noch seinen „Speiseplan“ hinterlegen damit man weiß wie viel man schon gefuttert hat – evtl. auch noch darf – um nicht mehr reinzuschaufeln als rausgesportelt.

In der App gibt es ebenso eine Seite „Freunde“. Aktuell hat mich einer hier kontaktiert, ich bestätigt und nun kann ich so schauen was mein „Buddy“ so alles treibt und mir selbst ein schlechtes Gewissen einreden. Schlechte Funktion. Könnte man genauso: „schlechtes Gewissensfunktion“ oder ähnliches nennen. Ansporn ist das nicht wenn man sieht dass einer am Sonntag 42km lief und man selbst nur 9km gemacht hat. Vielleicht sogar gar nichts. Aber beim Training geht es ja nicht drum mehr zu machen und besser zu sein als der andere sondern darum was für sich zu tun. Mit solch einer Funktion wirkt es jedoch demotivierend. Oder man hat einfach die falschen Freunde geadded? Einfach ein paar inaktivere Zeitgenossen suchen und dann als Held vom Feld da stehen.
„Ja, ich. Letzte Woche. 17 Wochenkilometer. Nur drei Einheiten. Diese Woche laufe ich Rekord und hole mir die 20 Kilometer!“ So oder so ähnlich zumindest.

Wo wir gerade bei Rekorden sind. Gestern sind zwei gefallen: längste Distanz von 12km und schnellste 10km Zeit. Werden aber sicherlich nicht die letzten sein. Diese Funktion finde ich nett da motivierend und stark persönlich.

Lauf 4

Auf dem Programm steht heute ein Intervallprogramm. Das kann direkt an der Uhr eingestellt werden: Länge wahlweise in Kilometern oder Zeit, Pause in Kilometern oder Zeit und dann die Anzahl der Wiederholungen. Wer möchte kann gleich das komplette Programm einstellen: also mit Warm Up und Cool down.
Im Verlauf läuft das dann ganz einfach: man läuft sich warm und wenn man denkt man ist belastbar drückt man während der Einheit auf die Lap-Taste (seitlich rechts unten) und das erste Intervall startet. Leider hatte ich die Warntöne aus denn ich weiß von anderen Garmin-Modellen dass es eine akustische Vorwarnung gibt. Ton aus und man bekommt auf den Meter genau am Ende des Intervalls oder auch am Ende der Pause mittels Vibration das Ende mit. Die Vibration ist jedoch etwas lasch, also besser Ton an oder eben öfters mal auf die Uhr schauen. Ich bin schon stärker durch Vibration erinnert worden.

Die Auto-Lap Funktion habe ich vor dem Training ausgeschaltet. Ich wüsste nicht ob diese Funktion dann auch aktiviert worden wäre oder automatisch ausgeschalten wäre. Einen Sinn hätte diese mir nicht eingebracht. Das Intervalltraining endete dann bei mir mit dem siebten 1000m Intervall und in ging in eine 3 minütige Erholungsphase und gleich anschliessend ins Cool down. Die Einheit wird dann beendet nicht mit Stop sondern mit Lap. Steht aber dabei.

Am Ende habe ich heute wieder zwei Rekorde „gerissen“: schnellste 10km Zeit mit knapp 40 Minuten und die längste Einheit mit 15,2km. Zur 10km Zeit wäre zu erwähnen dass er hier wohl nicht berechnet wie schnell die ersten 10km waren sondern wohl eher messen tut das „Best of“. Also er misst innerhalb der Einheit die zügigsten 10km. Das kann ich jedoch leider nicht über die Software erlesen oder betrachten sondern muss ich mir an der App selbst zusammenrechnen. Schade eigentlich dass ich mittels Fingerdruck über die Pacekurve nebst Pace und Gesamtzeit nicht noch sehen kann wie viel Distanz ich bis dahin bewältigt habe. Meine Rechenkünste lassen jedoch darauf schliessen dass es nicht zu Beginn war sondern wohl eher zu Beginn des Intervalls gemessen hat (7*1000m plus ca. 7*3min (ca. 600m) = ca. 11.200m und davon eben die flottesten 10.000m).

Wenn mich etwas an Tag 5 nervt, dann dieses „Los“ das vibriert. Frisch aus der Dusche und ab aufs Sofa nervt mich die Uhr knapp 1h des Nichtstuns damit ich solle doch wieder was tun. Ist jedoch bei Polar genauso. Am besten die Funktion ausschalten.

Am heutigen Tage bin ich zwar knapp 3,5km mehr gelaufen als am Tag davor. Komme jedoch auf über 1000 Schritte weniger. Woran das liegt? Daran dass bei 3:30 min/km der Schritt länger ist als am Tag zuvor bei nur 5:00 min/km.

Tag 6

Vorletzter Tag. Nicht nur des Tests sondern wohl auch mit der Akkuladung ehe es ans Netz geht. Am Morgen zeigt der Akku noch 26% an. Es ist jedoch die erste Beladung gewesen. Angeblich sollen die Lithium Akkus erst nach mehreren Ladezyklen ihre volle Intensität entfalten können. Dennoch reicht es mir sicher noch für eine heutige Einheit, eine Nacht und wohl noch ein paar weitere Minuten Sport am morgigen letzten Tag.

Die Schritte zu zählen ist etwas ungünstig. Heute Morgen vom Bett aufs Klo, ins Bad und in die Küche wurde mit 0 Schritten berechnet. Ich schwöre ich kam nicht angekrochen von den gestrigen Intervallen! Erst beim Bedienen der Kaffeemaschine wurde ich dann gleich erinnert mit „Los“. Ja, mach ich ja…erst mal Kaffee…dann gehen. An den Schreibtisch den Bericht schreiben.
Als Schrittzähler taugt das Gerät nur begrenzt bzw. ist nicht 100% zuverlässig. Wobei ich als Fitnesstrainer eh der Meinung bin dass es nichts bringt nur Schritte zu zählen. Sinnvoller ist ein Mix aus dem was man tut. Im Keller schwere Kisten wuchten würde in einer Herzfrequenzkurve über den Tag verteilt berücksichtigt werden – als Schritte sicher nicht.

Ich versuche Dir Uhr auszutricksen aber das gelingt nur bedingt. Auf dem Sofa lege ich mich mal auf den Rücken und mache laufähnliche Bewegungen mit Armeinsatz. Die Uhr erkennt dies nicht als Schritte an. Mein Versuch der Katze die Uhr als Halsband anzulegen scheitert nicht am Anlegen sondern an der Inaktivität und Gemütlichkeit des Tieres.
Also austricksen ist wohl nicht was die Schritte betrifft.

Dennoch muss ich eine Aussage widerrufen: man kann eine Ansicht betätigen in der man auf einen Blick sieht wie die Herzfrequenz über den Tag verteilt war. Das habe ich erst noch bemängelt und Polar gelobt. Jetzt muss ich sagen dass das zwar grafisch bei Polar hübscher ist. Bei Garmin jedoch präziser ist, denn ich sehe auch wie es eingefärbt ist mit den Sportzonen.

Lauf 5

Nach dem gestrigen Intervalltraining heute nur knapp 1h locker durchschlendern. 10km ergeben knapp 1000 Schritte pro Kilometer bei einer Schrittlänge von 1,01 m wie mir die Uhr sagt. Ausserdem macht sich der Akku bemerkbar – bei 15% Restkapazität erscheint auf dem Display ein Hinweis. Da jedoch Akkus bei niedrigen Temperaturen gern mal „leer“ sagen aber voller sind bin ich mal gespannt wie sich die Anzeige die nächsten Minuten wieder einpendelt. Vom iPod kenne ich es dass er gern mal unterwegs meint er wäre „schwach“; dies jedoch auf die Temperaturen zurück zu führen sei und dann doch länger hält.

Rekorde gab es heute keine die ich beim Lauf brechen konnte außer vielleicht diesen: 1h frieren am Stück bei 8 Grad trotz stetiger Bewegung.

Tag 7 – letzter Tag

Die Uhr hat gestern die Akkukapazität im Warmen wieder minimal erhöht von 15 auf 16%. Ins Bett gestern Abend bin ich dann mit 13% Restakku. Jetzt am Morgen sind noch 11% übrig. Für eine Einheit reicht das nicht mehr.
Aber für den zweiten Ladezyklus – mal schauen wie lange die Uhr braucht später von etwas unter 10% (so lange warte ich noch) bis auf 100% aufzuladen.

Vorher erhielt ich von der Garmin App schon eine Benachrichtigung. „Ihre Siegsträhne mit dem Tagesziel Schritte hält an“. Evtl. weil ich jetzt drei Tage am Stück mal über dem „Ziel“ von knapp 8500 Schritten war?

Heute früh hat er zumindest die 37 Schritte vom Bett ins Bad in die Küche und ab an den Schreibtisch gezählt. Mit 10% Restakku habe ich die Uhr nun wieder voll beladen. Die fehlenden 90% konnte ich in einer Stunde füllen. Also recht flott.

Meiner Katze steht die Garmin Forerunner 735xt auch sehr gut:

Fazit am Ende einer Woche Garmin 735xt:

Die App ist etwas unübersichtlich, funktionierte jedoch tadellos. Es gibt wirklich eine Fülle an Dingen die gemessen werden. Ob diese wichtig sind muss jeder selbst wissen. Hinweis meinerseits: besser mal trainieren anstelle zu viel Wissenschaft betreiben 🙂
Mir hat es sehr gefallen dass ich eigentlich alles an der Uhr einstellen kann auch wenn grafisch die App von Polar und meiner V800 (Flow App) mir besser gefallen hat. Auf die alles entscheidende Frage: laufe ich jetzt nur noch mit der Garmin oder weiterhin mit Polar so würde ich sagen: abwechselnd.

An der Polar schätze ich persönlich noch die Klopffunktion. Diese nutze ich jedoch nur auf Bahntraining. Dafür verfluche ich Einheiten im Sommer mit Brustgurt der mir die Haut gefühlt bis zum Brustbein aufscheuert. Da ist natürlich die Messung am Handgelenk einerseits ein Gefühl der Freiheit um die Brust, andererseits natürlich auch ein Vorteil dass man das Aufscheuern nicht mehr hat und man muß beim Einpacken auch nicht mehr an Gurt und Sender denken.

Ob man jedoch die Uhr lange betreiben kann oder sie schnell wegzuwerfen ist nach Ablauf der Garantie das weiß ich heute nicht. Bei Systemen mit separaten Pulsgurten tauscht man diese einfach aus und gut ist. Hier ist mindestens eine Reparatur nötig oder auch ein Komplettaustausch – wie dieser erfolgen soll weiß ich nicht. Ich bin jedoch Läufer sowie Trainer und kein Techniker, aber die Uhr scheint mir geschweißt zu sein und nicht geschraubt.

Was jedoch Polar noch fehlt und die Garmin hat: Strecken die man auf die Uhr laden kann und nachlaufen. Mit zusätzlichem Pulsgurt würde man beim Forerunner sogar noch die Laktatschwelle ausrechnen können. Ob diese jedoch stimmt kann ich nicht sagen.

Die Laufprognose ist bei meinen Daten die ich in dieser Woche gesammelt habe Murks: im Intervalltraining inkl. Pausen lief ich meinen 10km Rekord wie geschrieben in knapp 40 Minuten. Die Uhr prognostiziert mir aktuell eine 5km Zeit von 18:48 (letzte Woche lief ich erst 17:21) sowie eine 10km Zeit von 39:01 (selbst geschätzt denke ich grob an eine sub36). Des weiteren gibt es dann noch die HM Zeit von 1:26 und den Marathon in 3:00.

Aber Polar hat den Running Index und der haut auch mal gern daneben und macht einen schneller oder langsamer. Erholungsratgeber haben beide und beide denken auch das richtig einschätzen zu können. Tun sie aber nicht. Solch eine Funktion – wäre sie verlässlich – wäre Gold wert. Ich weiß jedoch aus Ultrazeiten dass man egal mit welcher Uhr man unterwegs war dauerhaft am oberen Level war, selbst als kein Übertraining der Fall war.

Mir wäre es manchmal lieber die Hersteller würden auf Funktionen verzichten wenn diese nicht wirklich klappen. Ich als Trainer sage meinen Kunden ja auch ehrlich ob sie ihre Ziele theoretisch erreichen können und ebenso dass sie es derzeit oder evtl. gar nie schaffen.

Also kurzum: wer was Schickes fürs Handgelenk will, keine Strecken nachlaufen möchte, übersichtlich eine App haben möchte und evtl. Bahntraining absolviert ist wohl mit der V800 von Polar gut bedient. Ein Trailläufer der sich auch gern mal was auf die Uhr lädt an Strecke und wer viel auswerten möchte und noch ein bisschen am Uhrendisplay, Apps und Widgets rum machen möchte der greift wohl besser zum Forerunner 735xt von Garmin. Die Personen mit offenen Brustbeinen auch 🙂

Nachsatz: und da war er weg der Bericht…bei run.de.
Und fast gedruckt musste ich wieder zurückrudern „STOP“ rief ich ins world wide web!
Die Pulsmessung stimmt nicht!

Ich schaffte mir noch eine Polar M600 an, eine Apple Watch 2. Allesamt Uhren die den Puls am Handgelenk messen sollen.
Nein, können diese drei alle nicht verlässlich!

Leider stellt man sowas dann ab und zu erst nach dem Testen fest aber zum Glück kann man dann diesen „alten Test aus Oktober 2016“ noch vergleichen.

Ich bin also im Oktober noch mit zwei Uhren gelaufen… 735xt linkes Handgelenk, V800 am rechten. Teilweise sogar beide Uhren am gleichen Handgelenk.

Die Pulsmessung ist unterm Strich: egal ob M600, Apple Watch 2 oder 735xt nur präzise wenn sie mittels Gurt an der Brust gemessen wird.

Ich hatte Läufe die später so aussahen: 12km 4:20er Schnitt bei 148 Durchschnittspuls und selbige Strecke im 5er Schnitt bei 178 Durchschnittspuls.

Verändert habe ich natürlich das Armband: mal weiter; mal enger aber verlässlich waren die Werte nicht mehr. Das fiel mir leider erst nach zirka 10 Läufen auf.
Auch der Erholungspuls nach der Belastung war noch zu hoch. Ich wusste dass ich nach Läufen um die 150 Durchschnittspuls gleich wieder rasch bei 80-90 Schlägen war wenn der Lauf beendet wurde. Bei Garmin wurde mir noch sehr lange angezeigt dass ich 120-130 Schläge hatte.

Selbst Stunden später am Schreibtisch, wo ich normalerweise einen Ruhepuls von unter 50 habe, wurden teilweise im Sitzen noch 80 Herzschläge gemessen.

Sehr komisch das alles. Das Gerät wurde an Garmin zurückgesandt und mittlerweile gegen ein neues Modell eingetauscht. Ob dies verlässlicher ist wird sich zeigen.

Die Hoffnung, ohne Gurt verlässliche Werte zu erhalten, muss ich nicht beerdigen aber zumindest einmal verschieben, denn die M600 zeigte auch keine verlässlichen Werte und mit der Apple Watch 2 konnte ich auch schon bei 77 Puls 4er Schnitt laufen. Wink

Wird also Zeit dass sich was tut. Wem die Pulsmessung jedoch egal ist und eh nach Pace läuft dem wäre mit der 735xt geholfen. Wer gehofft hatte er könne nun ohne Pulsgurt laufen und einen exakten Pulsmesser am Handgelenk tragen der wartet besser noch etwas bis die Technik auch wirklich funktioniert.

Beim Training mit Pulsgurt konnte auch die Laktatschwelle berechnet werden. Erstaunlicherweise hat diese Uhr mir meinen bekannten Wert mit 1%er Genauigkeit ermittelt!

#keeponrunning,

Flo

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