Jerusalem – Ich komme | Sandra´s Trainingstagebuch

von run.de am 19. Februar 2013

Hallo Ihr Lieben,

Willkommen zu meinem letzten Post aus Deutschland 🙂

Wirklich viel gibt es diesmal leider nicht zu berichten; denn ich befinde mich in der „vormarathonischen“ Ruhephase, um vollkommen ausgeruht beim Jerusalem Marathon, meinem großem Projekt, an den Start zu gehen.

Meine Konzentration ist vom „Kilometersammeln“ zum „Speicher auffüllen“ übergelaufen und meine Gedanken kreisen inzwischen mehr um organisatorische Dinge, als um Intervall und Tempotrainings.

Organisatorisches: Was brauche ich alles für die Reise und für den Marathon? Will ich während des Laufes Musik hören und wenn ja; note to myself: Playlist erstellen; welches Laufoutfit möchte ich tragen, sind meine Schuhe ordentlich eingelaufen? Wie kann ich Last Minute meine Oberschenkelmuskulatur noch so trainieren, dass sie nicht schon beim Gedanken an Jerusalem’s Berge weich wird? Brauch ich eigentlich ein Visum? Oder Impfungen?! …und wo ist mein Backpack? Oje!

Programm 1 Woche vor dem Abflug:

Montag: Oh Schreck; in 2 Wochen geht’s los und ich habe total verschwitzt, mir neue Laufschuhe zu kaufen! :-O Trainiert habe ich mit dem Asic Gel Nimbus 14 und war rundum zufrieden; also thank god for online shopping und Preisvergleichsportale. Schuh bestellt! Mein Frauenherz schlägt höher, mein Sportlerherz auch 🙂  Quietschvergnügt und vom Schuhkauf beschwingt absolviere ich eine extra intensive Runde Stabilisationsprogramm 🙂

Dienstag: Ich habe mir für das Büro ein Balance Kissen gekauft; nun kann ich also sogar während der Arbeitszeit den Rumpf trainieren und sitze –netter Nebeneffekt- auch noch vorbildlich gerade. Tolle Anschaffung, auch wenn die Kollegen hin und wieder lachen.

Am Abend trainiere ich dann mit dem Expander und dehne mich nach bestem Wissen und Gewissen.

Mittwoch: Seele baumeln lassen und Muskeln entspannen in der Sauna 🙂 Im Anschluss fühle ich mich großartig.

Donnerstag: Happy Valentins-Day. Ob ich will oder nicht; heute muss ich laufen… Ganze 3 Tage „Entzug“ erschweren die Konzentration und drücken das allgemeine Wohlbefinden. Der berühmte Vergleich mit dem Tiger im Käfig kommt mir in den Sinn; denn egal durch welches Labyrinth ich meine Gedanken jage; Sie enden immer wieder beim Schnüren der Laufschuhe und dem befreienden, wohligen Gefühl, dass sich während des Laufens im Körper ausbreitet.

Tataaaaa: Ich komme nach Hause und meine neuen Laufschuhe warten schon auf mich; noch nie war das Einlaufen von Schuhen schöner. Verliebt schwebe ich in meinen neuen, weißen Gel Nimbus durch den Schnee.

Freitag: Und weil’s so schön war gleich noch Mal; direkt nach der Arbeit rein in die Laufschuhe und raus auf die schneematschige Piste im Südpark. Am Abend widme ich mich wieder meinem Balance Board und lasse den Tag mit einigen Dehnübungen ausklingen.

Samstag: „Guten Morgen; es ist 6:30 Uhr und die aktuelle Außentemperatur beträgt minus 1 Grad.“ Ich möchte den ganzen Tag mit meiner Tochter und meinem Mann verbringen; also gehe ich laufen, bevor meine beiden Liebsten aufwachen und bringe Frühstück mit. Über Nacht ist Neuschnee gefallen und mit dem Schneematsch vom Vortrag zu einer ekligen, rutschigen Masse verschmolzen. Grip = 0, Rutschpegel = hoch. Entschädigung: Die Luft so klar wie selten, es ist taghell und die Isartrails menschenleer. 🙂 🙂 🙂 Ein wunderschöner Morgen, ein wunderschöner Start in einen wunderbaren Familiensamstag.

Sonntag:  Heute steht mal wieder ein entspanntes Läufchen mit meiner Freundin Alisa an. Alisa ist Fitnesstrainerin und wird von mir ständig zu allen sportlichen Eventualitäten und Wehwehchen befragt.

Meine Frage heute: Wie kann ich Last-Minute-Bergauf-Lauf-Muskeln aufbauen. Sie lacht.

Ihr Tipp: Im 4-Füßler-Stand, eine Kurzhantel in die Kniekehle legen und das angewinkelte Bein nach oben heben, quasi so, dass der Fuß dann zur Decke zeigt. Wisst Ihr, wie ich es meine?! 😉

Am Abend treffe ich mich mit Annika, meiner Trainerin und Freundin; dass letzte Mal, dass wir uns vor dem Marathon sehen.

Liebe Annika, auf diesem offiziellen Wege möchte ich mich von ganzem Herzen für Deine tolle Unterstützung und Mühen bedanken. Ohne Dich wäre ich bei weitem nicht so fit und so gut vorbereitet. Tausend Dank, Du bist spitze!

Fazit der abgeschlossenen Marathonvorbereitung: (obwohl, so richtig abgeschlossen wird sie sich wohl nie anfühlen 🙁 , man hätte immer mehr machen können / sollen / müssen)

Es war wohl eine der intensivsten Dinge, die ich bis jetzt gemacht habe. Laufen; laufen und nochmals Laufen; ein innerer Schweinehund, den es zu überwinden galt, neu entdeckte Ausmaße der Selbstdisziplin, die mich im Nachhinein sehr stolz machen und last but definitely not least: das Kennen- und Dankenlernen der absoluten Unterstützung durch meine Familie und Freunde. Ohne meinen Mann und sein Verständnis für zeitiges Weckerklingeln, nicht zusammengelegte Wäsche und eine dauermüde Frau, die das Balance Board etliche Male den gemeinsamen Fernsehabenden vorgezogen hat, hätte ich wohl aufgegeben und mich auf dem Halbmarathon umgemeldet 😉

Danke auch an Alisa, die mir bei jeder Gelegenheit gesagt hat, dass Sie an mich glaubt und ich lächelnd über die Ziellinie hüpfen werde. Danke an Alle, die sich geduldig meine euphorischen Geschichten über die Marathonvorbereitung angehört haben und ein ganz dickes Dankeschön an Euch, die Leser meines Blogs. Die vielen Facebook Likes, Freundschaftsanfragen und persönlichen Nachrichten haben mich sehr motiviert. 🙂 Ein tolles Gefühl, so ein positives Feedback zu bekommen.

Genug des Dankes 😉 , dass Balance Board und die Kurzhanteln warten ;-P …eines noch: Als Kontrast zur Danksagung… ein ganz böser Blick an Petrus, das Wetterapostel, der mir die Marathonvorbereitung unbeschreiblich schwer gemacht hat. Wenn ich über die Ziellinie in Jerusalem „hüpfe“ , lächelnd versteht sich, ist das nicht nur ein Sieg für mich, sondern auch ein Sieg ÜBER den Winter, den Schnee und die Dunkelheit.

Eine schöne Woche Euch allen; keep on Running!

 

Liebe Grüße

Sandra

 


{ 7 Kommentare… lies sie unten oder füge einen hinzu }

Holger M. Februar 19, 2013 um 08:43

Hallo Sandra,

ich habe Deine Vorbereitung hier über run.de ständig verfolgt, mittlerweile ist es fast wie eine Soap nach der man süchtig ist, und man kaum die nächste Folge erwarten kann.

Ich wünsche Dir alles Gute und ganz viel Erfolg für Deinen Marathon und bin sicher dass Du gut vorbereitet bist!

Hau rein!!!

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Franz Sebastian Februar 19, 2013 um 08:49

… mir geht es wie Holger! Viel Erfolg beim Lauf!
Ich freu mich auf weitere spannende Berichte.

cu @ run.de 🙂

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Sandra Februar 19, 2013 um 08:50

Hallo lieber Holger,

vielen Dank für das tolle Feedback und die positiven Worte! 🙂
Sowas hilft ungemein !

Ich freu mich, Euch über meine Erfahrungen in Jerusalem berichten zu können.

Keep on Running, liebe Grüße
Sandra

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Sandra Februar 19, 2013 um 08:51

Hallo Franz,

auch an Dich vielen lieben Dank… mensch; Ihr macht mich ja ganz verlegen 🙂

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Jens Februar 19, 2013 um 09:51

Hi Sandra!
Die vier vom Wörthsee drücken Dir feste die Daumen und Däumchen! Viel Erfolg und Spaß.
JeBaLuNiMa 🙂

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Maggie Februar 20, 2013 um 08:41

Liebe Sandra,
dein Runblog ist einfach toll zu lesen.
Ich wünsche Dir ganz viel Erfolg für den Marathon, du schaffst das.
Vielleicht trifft man sich ja mal in München auf ein Läufchen.
Liebe Grüße

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Sandra Februar 21, 2013 um 07:36

Liebe Maggie,

vielen Dank 🙂 Würde mich über ein Läufchen freuen. Gerne können wir ein „Date“ 😉 via facebook ausmachen.

Beste Grüße
Sandra

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