Laufen ist Kopfsache, und diese kann trainiert werden!

von run.de am 9. August 2013

Unterhält man sich mit Läuferinnen und Läufern, dann hört man es immer wieder: Beim Laufen bekommt man den Kopf so schön frei! Da gibt es in aller Regel uneingeschränkte Zustimmung.

Wer eine Stunde läuft, der hat viele Stressfaktoren – zum Beispiel aus dem Job – einfach weggelaufen und rausgeschwitzt. Wunderbar. Laufen ist Kopfsache und macht den Kopf frei.

Meine Erfahrung: Dauert der Lauf länger als eine Stunde, dann kann aus der Kopfsache schnell ein Boomerang werden. Der Stress aus dem Job bleibt zwar gelöst, dafür kommt der Stress des Laufens hinzu. Man hört in seinen Körper hinein, ob die Wade wieder zwackt, ob der Oberschenkel schon müde ist und ob die Körperhaltung noch zu einem effizienten Laufstil beiträgt. Und je länger man sich damit beschäftigt, ob die Muskeln oder Knochen schmerzen, umso eher spürt man diesen Schmerz dann tatsächlich und das Laufen wird anstrengend.

Laufen ist Kopfsache

Laufe ich in der Gruppe oder höre während des Trainings ein spannendes Hörbuch, dann habe ich Ablenkung und weniger Zeit, in meinen Körper hinein zu hören, so dass das Laufen länger ohne Beschwerden möglich ist. Das Schöne: So, wie man sich müde Beine herbei denken kann, kann man auch umgekehrt seinen Kopf trainieren, dass die Müdigkeit einfach weg gedacht wird. Und das kann helfen, im Wettkampf eine bessere Zeit zu erzielen.

Mentales Training für den Kopf

Wie man seine Muskeln mit langen Läufen trainiert, muss man auch sein Gehirn dahingehend trainieren, bzw. “umprogrammieren”. Daher nennt sich eine Mentalübung, mit der bessere Ergebnisse für Läuferinnen und Läufer erzielt werden können, auch Neuro-Linguistisches Programmieren – kurz: NLP.

Vereinfacht geht es beim NLP darum, ein Gefühl umzukehren und daraus positive Energie zu ziehen. Es geht bei Läufern darum, das Gehirn zu trainieren, damit es anstelle “Ich kann nicht mehr” signalisiert: “Und jetzt packe ich die nächsten fünf Kilometer”.

Das kann sich dann positiv auf den Körper auswirken und einen die nächsten fünf Kilometer nach vorne tragen. Das geht natürlich nicht von heute auf morgen und nicht einfach, indem man es sich vornimmt. Man muss diesen Mechanismus trainieren.

Positiv denken

Dazu ist sinnvoll, zunächst einmal daran zu denken, was am Laufen alles positiv ist und was sich beim Laufen alles gut anfühlt. Bei mir erreiche ich den Punkt nach rund 20 Minuten Training, an dem die Beine wie von selbst laufen, in dem es automatisch und locker voran geht ohne jede Anstrengung. Die Beine, die Arme, die Atmung und die Gedanken sind in einem perfekten Einklang. Dieses Gefühl sollte man sich bewusst vor Augen führen und quasi wieder abrufbar in seinem Kopf speichern.

Wenn ich dann bei einem längeren Lauf nach 80 Minuten an den Punkt gelange, an dem sich die Beine schwer anfühlen, an dem die Gedanken nur noch an die kommende Anstrengung denken und sich Arme, Beine und Atmung längst nicht mehr im Einklang anfühlen, dann kann man mit NLP einiges erreichen. Das schlechte aktuelle Gefühl kann man übertölpeln, indem man an die zuvor gespeicherten positiven Gefühle denkt, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes gut läuft.

Trainiert man diesen Prozess kann man schon recht schnell, recht gute Ergebnisse erzielen. Nach dem Training sollte man dann wiederum ehrlich zu seinem Körper sein. Auch wenn sich der Lauf dank NLP die ganze Zeit locker und leicht angefühlt hat, so hat er die anstrengende Leistung ja tatsächlich erbracht. Regeneration ist und bleibt also angesagt.

Setzt Du NLP oder einfach die Kraft der positiven Gedanken bewusst ein um Dich zu pushen? Hast du dich in dem Bereich gegenüber früher deutlich steigern können? 

Wie sind Deine Erfahrungen?


Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: