Laufen ist nicht langweilig!

von Sandra Mastropietro am 26. November 2014

Laufen ist nicht langweilig! 

-Ein Statement-

„Der Mensch nimmt sich die Ruhe nur vor, um sich von Zwang und Arbeit zu befreien, aber sein Genuss liegt im tätigen Leben, und er liebt nur dieses.“ Luc de Clapiers Vauvenargues

Verständnislose Blicke, fragende Gesichter und ein dezentes Schweigen sind oft die ersten Reaktionen, wenn wir Läufer Nicht-Läufern von unserer Leidenschaft berichten.

Laufen!

Länger als eine Stunde, weiter als 5 Kilometer und öfter als 1x die Woche. Vielleicht sogar einen Halbmarathon oder Marathon.

Auf die anfänglich beschriebene, ungläubige Mimik folgt in den meisten Fällen ein vollkommen ernst gemeintes: „Ist das nicht langweilig?“ oder „Was macht man denn da die ganze Zeit, wenn man so einen Marathon läuft?“

Ist das Gegenüber Hobbypsychologe, lässt ein besorgtes „Vor was läufst Du denn weg?“ nicht lang auf sich warten. Welche Distanz hinter dem vermeintlich unheilgeschwängerten Wort Marathon steckt, dass ist dem Zweifler vorerst egal.

Am Anfang meines Läuferlebens haben mich solche Fragen furchtbar geärgert und ich entgegnete mit ausschweifenden Erklärungen, langen Anekdoten und an den Haaren herbei gezogenen Vergleichen.

Heute schmunzele ich jedoch (man wird eben älter und gesetzter 😉 ) und antworte bestimmt: Nein, laufen ist nicht langweilig – ganz und gar nicht! 🙂

Und für Alle, die das nicht glauben wollen, folgt hier eine kleine Zusammenfassung; warum für inzwischen 22 Millionen Deutsche das Laufen so viel mehr ist, als stupides einen Fuß vor den anderen setzen!

Es gibt kaum eine Sportart, die man so individuell auf die Tagesform und -stimmung eines Menschen anpassen kann, wie das Laufen.

Nach einem langen, stressigen Tag laufe ich langsam; einfach nur für mich; genieße die Stille…eine Runde durch den Park; entschleunige so mein Leben und habe Zeit über das nachzusinnen, was im Daily Business zu kurz kam.

An ruhigeren Tagen bringt ein kurzer Tempolauf meinen Kreislauf in Wallung, schüttet Endorphine en masse aus und bringt so neue Energie und Vitalität.

Wem nur schnelles oder nur langsames Laufen zu langweilig ist, der darf gerne mit dem Tempo spielen. Der Phantasie sind hier nur die eigenen Leistungsgrenzen gesetzt; denn die Variation mit dem Tempo kann ist seeeeeeh….r anstrengend. 😉

Und was macht man (der Läufer) so während der langen Läufe?

All das, wofür man sonst nie Zeit hat! 🙂

Das neue Buch des Lieblingsautors hören (und im Falle einer Schnulze ungeniert dabei heulen); die Playlists mit Hits aus der eigenen Jugend abspielen, sich zurück tragen lassen; in der eigenen Erinnerungskiste kramen. Schmunzeln. Schöne Erinnerungen noch einmal durchleben.

Klassische Musik genießen. Nachdenken. Kürzlich geführte Dialoge rekapitulieren und über hätte-wäre-Antworten grübeln. Emails im Kopf vorverfassen. Reisepläne schmieden. Bewusst atmen. Nach den richtigen Worten für ein anstehendes Gespräch suchen. Einen Knoten ins Papiertaschentuch machen, der einen daran erinnern soll endlich mal wieder einen Friseurtermin auszumachen… und vieles, vieles, mehr 🙂

Kurz: Endlich mal bewusst denken; Zeit haben und Zeit genießen.

Und wer nicht allein mit seinen Gedanken bleiben bzw. laufen möchte; der kann sich die beste Freundin oder den Kumpel schnappen – die letzten Ereignisse diskutieren, den (potentiellen) Partner analysieren, Modetrends bewerten.

Ihr merkt schon; die Quality-Time-To-Do’s beim Laufen lassen sich beliebig fortführen … denn eines steht fest: Laufen ist aktive Lebensqualität!

#keeponrunning

Eure Sandra


{ 2 Kommentare… lies sie unten oder füge einen hinzu }

Peter November 26, 2014 um 19:43

Das ist so was von wahr …
Warum erleben „wir“ immer die selben Sprüche, Kommentare, Kopfschütteln?
22 Millionen können doch nicht alle bekloppt sein 😉
Allerdings habe ich es inzwischen lieber an nichts zu denken. Dann ist der „Flow“ noch schöner.
In diesem Sinne
Mit sportlichen Grüßen
Der Gnü aus Zü

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Carlito November 26, 2014 um 21:13

Stimmt! Alles! 🙂

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