Laufen & Training bei hoher Luftfeuchtigkeit

von run.de am 13. August 2015

Sommerzeit ist auch die Zeit der großen Fragezeichen bei vielen Läufern, wann sie denn am besten trainieren können. Hitze, hohe Ozonwerte und mitunter hohe Luftfeuchtigkeit sind die Probleme, mit denen man im Training dann zu kämpfen hat.

Nur Hitze allein kann man aushalten, wenn man zwischendurch ausreichend trinkt und im schattigen Wald unterwegs ist. Was wirklich belastet ist häufig die Luftfeuchtigkeit. Sie gibt einem häufig das Gefühl, nur schwer atmen zu können und sie verstärkt obendrein die gefühlte Temperatur.

Foto: Patrick Oscar Boykin under CC BY-SA 2.0

Wenn man läuft, dann steigt natürlich die Temperatur im Körper. Der Schweiß reguliert das, indem er die Haut kühlt und verdunstet. Ist die Luftfeuchtigkeit jedoch hoch, dann kann die Luft nur noch schwer zusätzliche Feuchtigkeit aufnehmen und die Verdunstung findet nicht statt. Und damit fehlt dem Körper die wichtigste Funktion, selbst für Kühlung zu sorgen.

Kurz zusammen gefasst: Steigende Körperwärme in Kombination mit steigendem Flüssigkeitsverlust kann für den Körper zu einer echten Strapaze werden. Setzt mach sich dieser Strapaze zu lange aus, dann kann es gefährlich werden: Die Blutversorgung im Körper wird schlechter, man wird müde und unkonzentriert; die Gefahr für Verletzungen steigt.

Viele kennen das: Beim Training in der Hitze oder bei hoher Luftfeuchtigkeit wird einem nach gewisser Zeit kalt und man bekommt eine Gänsehaut. Das ist der Moment in dem man weiß, dass man es mit dem Training an diesem Tag zu gut gemeint hat. Dieses Problem trifft Anfänger und erfahrene Läufer übrigens gleichermaßen. Man kann den Körper nur schlecht dahingehend trainieren, Anstrengung bei hoher Luftfeuchtigkeit auszuhalten. Allenfalls die Größe des Körpers spielt eine gewisse Rolle. Je größer die Körpermasse, umso schwerer fällt es, mit der Luftfeuchtigkeit gut umgehen zu können.

Bis zu einer Luftfeuchtigkeit von 40 Prozent kann man übrigens komfortabel trainieren. Dann ist die Luft gut in der Lage, den Schweiß aufzunehmen und der Körper wird gekühlt. Geht die Luftfeuchtigkeit darüber hinaus, dann wird es zunehmend kritischer. Möchte man dann doch trainieren, stellt sich die Frage, ob es nicht besser wäre, auf ein Laufband in einem gekühlten Raum mit Klimaanlage auszuweichen.

In jedem Fall sollte man in der Natur, im Schatten und idealerweise in der Nähe eines Sees oder eines Flusses unterwegs sein. Das Tempo sollte auch langsamer sein als bei einem Training bei niedrigerer Luftfeuchtigkeit. Am besten verlässt man sich dann nur auf sein Gefühl und lässt die Stoppuhr ganz zu Hause – Zeitziele sollte man sich bei einem Lauf in hoher Luftfeuchtigkeit nicht setzen.

Bei einsetzender Müdigkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen sollte man das Training sofort abbrechen. Alles andere wäre zu gefährlich. Und Laufen sollte letztlich ja immer noch Spaß machen…


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