Laufpause – Na und? Wie eine geniale Memory-Funktion uns ganz schnell wieder in Form bringt!

von run.de am 2. Juni 2016

Viele kennen es: Nach einer längeren Laufpause werden zum ersten Mal wieder die Laufschuhe geschnürt und man fragt sich, ob sich die Muskeln daran erinnern werden, was sie einst – vor der Pause – zu leisten fähig waren.

Gründe für Pausen gibt es viele: Veränderungen in der Familie (Kinder!), ein Hausbau, berufliche Wechsel oder Verletzungen sorgen dafür, dass man recht schnell aus seinem regelmäßigen Trainingsrhythmus heraus fällt. Will man dann zurück auf die Laufstrecke, zum Beispiel weil sich das Leben mit Kindern eingespielt hat, das Haus gebaut wurde, der neue Job zur Routine geworden ist oder die Verletzung auskuriert ist, dann schmerzt das am Anfang ganz fürchterlich.

Bild: nprpdx| CC BY-SA 2.0

Die Laufshirts spannen auf einmal in der Bauchgegend, die guten alten Laufschuhe drücken, was sie früher nie taten und die ersten Kilometer nach der Pause fühlen sich so schrecklich an wie die Kilometer 36 bis 39 beim ersten Marathon vor langer, langer Zeit.

Die gute Nachricht: Unsere Muskulatur hat so etwas wie eine Memory-Funktion und sie findet relativ schnell wieder zurück zu alter Kraft, so dass auch das Laufen schnell wieder leichter fällt und Freude bereitet. Freizeitläufer berichten häufig, dass selbst nach einer mehrjährigen Unterbrechung der Wiedereinstieg in den Laufsport nach wenigen Wochen weiteren Trainings gut gelingen kann – vielleicht sind die Zeiten und die Distanzen dann noch nicht dort, wo sie zur Spitzenzeit mal waren; aber immerhin fühlt sich das Training wieder gut an und man verspürt Lust nach mehr.

Zurück zur Memory-Funktion: Die funktioniert relativ einfach. Jeder einzelne Lauf trägt dazu bei, dass sich die Muskulatur später besser an ihr Potenzial “erinnert”. Diese Erinnerung ist auch der Grund, warum wir das Fahrradfahren oder das Schwimmen nicht verlernen: Muskeln können sich bestimmte Bewegungsabläufe und den dafür benötigten Krafteinsatz merken und diese Erinnerungen schnell abrufen. Und daher kommt man selbst nach einer langen mehrjährigen Pause schneller zu positiven Resultaten als jemand, der mit dem Laufsport ganz neu beginnt.

Und das gilt nicht nur für die Muskulatur an den Beinen, das gilt zum Beispiel auch für das Herz, das sich bei ehemaligen Läufern schnell an vergangene Belastungen erinnert. Hinzu kommt ein gedanklicher Memory-Effekt: Hat einem das Laufen einst große Freude bereitet, dann ist man auch nach der Pause bereit, ein wenig zu leiden, da man weiß, welche Glücksgefühle alle auf einen warten.

Mit diesem Wissen gibt es nach einer Pause also keinen Grund mehr, die nächste Laufrunde aufzuschieben. Man braucht allenfalls ein wenig Geduld und eine kürzere Einsteigerschritte – und nach einer mehrjährigen Pause vermutlich auch ein neues Paar Laufschuhe. Und das ist es dann auch schon. 😉

#keeponrunning


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