Laufschuhe richtig einlaufen

von run.de am 13. April 2012

Immer wieder kommt die Frage ob und wie man seine neuen Laufschuhe vor den ersten Härte-Einsätzen optimal einlaufen sollte. Wir haben uns der Sache mal in einem Blogbeitrag angenommen.

Profi- und Freizeitsportler sollten neue Laufschuhe auf jeden Fall einlaufen!

Das liegt nicht mehr an scharfen Kanten, wie man es früher kannte und wie es auch heute noch bei etwas preiswerteren Straßenschuhen anzutreffen ist. Die modernen Laufschuhe sind rundherum weich und werden daher keine Druckstellen am Knöchel hinterlassen. Allerdings dehnt sich bei jedem Schuh zwangsläufig während der ersten rund zehn Kilometer das Obermaterial, weshalb die Schnürung nachgestellt wird. In Ruhe ist das nur durch gründliches Einlaufen zu erledigen.

Foto: Dru Bloomfield | CC BY2.0

Neue Laufschuhe zum Wettkampf anziehen?

Hier kann ganz klar abgeraten werden, es droht gerade auf längeren Strecken der GAU, nämlich fürchterliche Blasen bis zum Aufgeben. Vor einem Wettkampf wird jeder vernünftige, erfahrene Läufer die Schuhe in jedem Fall einlaufen, schließlich ist während des Rennens keinerlei Schnürung nachzustellen. Das wird der Läufer nach etwa tausend Metern spüren, wenn plötzlich das Oberleder weich wird und zu scheuern beginnt. Es ist jedoch auch nicht möglich, die Schnürung von vornherein allzu fest einzustellen, das würde die Beweglichkeit des Fußes einschränken und möglicherweise sogar Blut stauen.

Also wird mit normal fester Schnürung losgelaufen, dann beginnt nach etwa einem Kilometer der Vorderfuß zu schwimmen, alsbald brennen die Fußsohlen. Die Blasen folgen sozusagen auf dem Fuße (oder unter ihm), im wahrsten Sinne des Wortes. An dieser Stelle scheren Läufer aus dem Pulk des Wettkampffeldes aus und setzen sich an den Rand, und niemand versteht, warum sie das tun.

Das ist der Grund, weshalb Profis ihre Schuhe einlaufen. Eigentlich kennt man das von jedem Paar Schuhe, seien es Wander-, Straßen- oder gar Militärschuhe.

Wie Schuhmaterial arbeitet

Leder ist als organisches Gewebe sehr flexibel, zunächst wird es zu straffer Konsistenz verarbeitet, später atmet es und dehnt sich. Daher ist es für die Füße so hervorragend geeignet, es muss jedoch auch die Zeit zum Dehnen erhalten.

Übrigens findet die Veränderung an jedem Fuß etwas anders statt, nämlich je nach dem Bewegungsablauf des Läufers. Keine zwei Menschen bewegen ihre Füße identisch, auch der einzelne Läufer vollzieht auf Kurz-, Mittel- und Langstrecke, auf Straßen, im Wald und auf einer Bergtour jeweils verschiedene Bewegungsabläufe. Aus diesem Grund muss er die Laufschuhe auch speziell für den gedachten Zweck einlaufen.

Wer als Jogger verschiedene Strecken läuft, benötigt für das Einlaufen so lange, bis alle Teilstrecken mindestens einmal absolviert wurden. Die Schnürung wird allmählich immer enger gestellt, und zwar stets soviel, dass ein natürlicher, fester Sitz entsteht, der sich in der Anfangsphase immer wieder etwas lockert. Wenn das nicht mehr geschieht, sind die Schuhe eingelaufen.

Wer also nach seiner üblichen Teststrecke die Schnürung an den Laufschuhen nicht mehr verstellen muss, hat das Einlaufen hinter sich. Jetzt sind die Schuhe bereit für den Wettkampf. Es eignen sich für den Einlauf-Prozess kurze Strecken oder längere, die aber sehr gemütlich angegangen werden.

Was wenn die Laufschuhe nicht passen?

Damit ist nicht die passende Schuhgröße gemeint, diese ist schließlich bekannt. Es ist jedoch möglich, dass der Läufer mit den Laufschuhen wirklich nicht „warm“ wird. Sehr gute Fachgeschäfte nehmen die fast unbenutzten Schuhe zurück, es ist aber auch möglich, mit der Schnürung zu experimentieren.

Bei zu viel Schlupf in der Ferse wird die Marathonschnürung eingesetzt, bei Druck auf den Oberfuß könnte die Yankz-Schnürung den Durchbruch bringen (elastische Schnürsenkel aus Gummi). Auch ein Auswechseln der Fußbetteinlage kann den Schuh komfortabler machen, das ist allerdings nicht bei jedem Schuh möglich.


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