Laufsüchtig? Suchtfaktor Laufen

von run.de am 20. März 2015

Läufer kennen das: Vieles im Leben wird am Laufen ausgerichtet; man bezeichnet sich selbst als Läufer; und konnte man mal einige Tage nicht raus, um Kilometer zu machen, fühlt man sich schlecht. Sind das schon erste Anzeichen einer Sucht? Kann Laufen überhaupt wirklich süchtig machen?

Foto: Learn2Luv2Run

Nun, auch dazu gibt es Studien. Zum Beispiel eine der Uni Erlangen-Nürnberg. Dort wurde bei einer Studie mit über 1.000 Sportlern ermittelt, dass 4,5 Prozent von ihnen sportsuchtgefährdet sind. Befragt wurden generell Ausdauersportler, also Läufer, Radfahrer oder Triathleten. Besonders gefährdet sollen jene Sportler sein, die schon seit einigen Jahren trainieren. Sie haben ihren sportlichen Status, doch es schleicht sich Gewohnheit ein. Wirkliche Verbesserungen sind nicht mehr zu erzielen, doch man sehnt sich noch nach der Euphorie der ersten Lauferfahrungen, als man noch Erfolge verbuchen konnte (Stichwort: Schneller, weiter, länger). Sportler, die sich vor diesem Trott fürchten, trainieren dann mehr, weil sie die positive Grundstimmung konservieren wollen.

Spannend an der Studie: Es wird zwischen Sportsüchtigen und Sportsuchtgefährdeten unterschieden. Ob man sportsüchtig ist, soll man zum Beispiel daran erkennen können, dass man trotz körperlicher Signale wie dauerhafter Schmerzen immer weiter läuft. Man findet Indizien für die Sucht, wenn man das Laufen über soziale Kontakte stellt. Kann man mal nicht laufen, sollen sich Symptome äußern wie Unruhe oder Schlaflosigkeit und die ähneln denen von Alkoholikern oder anderen Süchtigen.

Von einer Sportsucht gefährdete Läufer achten hingegen noch auf ihren Körper und auf ihr Umfeld. Schmerzt eine Verletzung, wird noch pausiert; soziale Kontakte werden noch nicht vernachlässigt. Die Grenze zwischen ehrgeizig und kurz vor einer möglichen Sucht stehend soll hierbei fließend sein.

Mein persönliches Fazit: Ich bin mir sicher, dass es so etwas wie eine Sportsucht geben kann. Für mich gesprochen bin ich da aber noch weit entfernt. Zum Laufen muss ich mich noch viel zu oft aufraffen und freue mich im Anschluss darüber, wie gut es mir getan hat. Eine Sportsucht sieht wohl anders aus. Für alle, die sich bei dem einen oder anderen Sympton wieder entdeckt haben: Horcht in euch rein. Fragt andere um Rat. Passt auf euch auf.


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