Lauftraining: Bringt Dehnen vor oder nach dem Laufen was?

von run.de am 14. August 2013

Es sei bitte jeder ehrlich mit sich selbst: Wer dehnt seine Muskeln vor, während oder nach dem Lauf-Training?

Das dürften die wenigsten Hobbysportler wirklich tun – auch wenn man weiß, dass Dehnen dazu beiträgt, vor Verletzungen an der Muskulatur zu schützen und die Ergebnisse im Training zu steigern.

Bild: Elvert Barnes via flickr | CC BY-SA 2.0

Dehnen beim Laufen sinnvoll?

Aber weiß man das wirklich? Dehnungs-Muffel dürfen ab sofort ein gutes Gefühl haben, wenn sie ihre Muskulatur vor einer Laufeinheit nicht gesondert dehnen. Hierzu wurde ganz einfach ein Experiment mit zwei Läufergruppen durchgeführt: Läufer der einen Gruppe dehnten sich im Training nach allen Regeln der Kunst. Läufer der anderen Gruppe dehnten sich nicht. Am Ende wurde gezählt, in welchen Gruppen es die meisten Verletzungen gegeben hat.

Das Ergebnis der Studie: Wer sich dehnt hat nicht zwangsläufig vor Verletzungen der Muskulatur gefeit.

Was die Studie aber auch indirekt zu Tage förderte: Was einem als Läufer im Training wirklich gut tut, das ist auch eine Frage der Gewohnheit. Wer es zum Beispiel gewöhnt ist, seine Muskulatur während des Trainings ausgiebig zu dehnen, der verletzt sich schneller, wenn diese Dehneinheiten plötzlich eingestellt werden ansonsten aber normal weiter trainiert wird.

Weiteren großen Einfluss auf das Verletzungsrisiko sollen vor allem das Körpergewicht haben und die Verletzungen, die ein Sportler zuvor schon mal hatte – so kann zum Beispiel ein Muskelfaserriss in der Wade, den man sich vor vielen Jahren mal zugezogen hat, noch immer zu Verletzungen an der ehemaligen Stelle führen – Dehnen hin oder her.

Auf den Körper hören

Wie so oft beim Lauftraining sollte man wohl auch beim Dehnen auf seinen Körper hören. Die gute Nachricht ist ja, dass es nicht schädlich ist, wenn man seine Muskeln mal durchdehnt. Ich selber habe gute Erfahrungen damit gemacht, bei längeren Läufen nach rund zwei Kilometern einlaufen, eine Dehnpause einzulegen, bei der ich die Oberschenkel und die Waden gut durchdehne. Das dauert nicht allzu lange, danach fühlen sich die Beine aber leichter an.

Werden die Beine im Laufe des Trainings dann müde, hilft mir oft auch eine Trinkpause, in der ich dann die Waden noch einmal kräftig durchdehne. Mein Körper sagt mir, dass sich das gut anfühlt – also glaube ich auch daran, dass es hilft. Vor kürzeren Läufen lasse ich das Dehnen aber auch gerne mal sausen – es sei denn, es sind Tempointervalle geplant.

Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr top-elastische Dehnungsjünger oder gehört ihr zu den Dehnungs-Muffeln?


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