Nervosität, 2 Wochen vor dem Abflug – Sandra´s Trainingstagebuch

von run.de am 12. Februar 2013

Hellau Lauffreunde 🙂

Heute in 3 Wochen sitze ich schon wieder im Flieger von Israel zurück nach München. Heute in 3 Wochen ist „mein großes Projekt“ abgeschlossen.

Häufig werde ich gefragt; wie denn die Steigerung zum Jerusalem Marathon aussieht und was ich als Nächstes machen möchte. Ich habe keine Antworten auf diese Fragen; außer, dass ich mich nach dieser intensiven Zeit des Trainings wieder verstärkt meiner Familie widmen möchte. Natürlich werde ich weiter Laufen; ohne geht ja auch gar nicht mehr 😉 , und nachdem ich mir als „Einsteigermarathon“ den, mit der schwierigsten Streckenführung rausgesucht habe; würde ich gerne mal einen schnellen Marathon laufen, vielleicht Berlin, oder München (Heimspiel :)) – unter vier Stunden.

Was für ein zeitliches Ziel habe ich mir eigentlich für Jerusalem gesetzt? – Gar keins! Nur ins Ziel zu kommen; …lächelnd! 🙂

Trainingsprogramm 2 Wochen vor dem Abflug:

Montag: Ok, die Nervosität hat mich gepackt: Den montäglichen Ruhetag habe ich mir selbst gestrichen. Stattdessen eine kurze Tempoeinheit über 3,3 Kilometer. Zeit: 15:03 Minuten. Durchschnittspace: 4‘34‘‘/km, Herzfrequenz im Nirvana. Mit feuerrotem Kopf wieder zu Hause angekommen, habe ich mich noch tapfer durch mein Stabilisationsprogramm gequält und den Abend anschließend auf dem Balance Board ausklingen lassen.

Dienstag: München am Morgen: Es schüttet wie aus Gießkannen

München am Mittag: Die Sonne scheint 🙂

München am Nachmittag: Es schneit tennisballgroße, dicke Schneeflocken 🙁

München am Abend: Schneeregen, Matsch, 1 Grad … und kunterbunte, gut gelaunte Töchter auf Faschingslauf-Mission in der Innenstadt 🙂 Gemeinsam haben wir dem Schneeregen getrotzt und hatten ein sehr schönes, spaßiges und nasses Läufchen.

Mittwoch: Ich gebe zu, dass das „Bäumchen wechsel Dich Wetter“ mir auf den Kreislauf und auf das Gemüt schlägt. Heute ist kein guter Tag. Am Abend quäle ich  mich durch mein Stabi Programm und diverse Dehnübungen und gehe zeitig zu Bett. Hoffentlich wird das Wetter morgen wieder etwas besser.

Donnerstag: Mist, schon Donnerstag und gerade mal 8 Kilometer gelaufen. Wie soll ich nur auf meine 50 Pflichtkilometer diese Woche kommen?! Alles Jammern über das Wetter, den Schnee und die Kälte nützen nichts; ich muss raus auf die Piste und Kilometer sammeln. Also Laufschuhe an, Kopfhörer auf und los geht‘s; unermüdlich durch das Schneegestöber… doch ermüdlich… nach 5,6 Kilometern gebe ich auf; der Schnee ist überall…in meinen Augen, in meinem Mund… er kommt mir quasi bildlich gesprochen zu den Ohren wieder raus 🙁

Erst 12,6 Kilometer und schon über die Hälfte der Woche rum 🙁

Freitag: Juhu; heute ist das Wetter etwas besser… weder Schnee, noch Regen. Nach der Arbeit hole ich meine Kleine aus der Krippe und schnüre die Laufschuhe. 10 lockere Kilometer, anschließend dehnen und Stabilisationsprogramm.

Um kurz vor 19 Uhr war das Letzte, was mein Mann von mir hörte: „Man bin ich k.o., ich leg mich mal kurz eine Runde hin.“ 

Samstag: Um 9 Morgens weckt mich meine Tochter. Ich habe doch tatsächlich 14 Stunden am Stück geschlafen. Ein neuer Rekord. So viel schlafe ich manchmal in 2 Tagen nicht. Wow, ich fühle mich wie neu geboren; vital und ausgeschlafen. Gestärkt für den Trainingsendspurt in den nächsten 2 Wochen drehe ich nach dem Frühstück direkt wieder eine kleine, lockere Runde über 6 Kilometer.

Am Abend esse ich Power Food, Kartoffel – Avocado Salat, denn morgen, am Sonntag, findet der 3. Teil der Winterlaufserie im Olympia Park statt. 20 Kilometer.

Sonntag: Irgendwie bin ich ein bisschen nervös. Heute der letzte offizielle Lauf vor dem Jerusalem Marathon in 18 Tagen. Um 10:30 treffe ich mich mit Kate und Julia vom Club der Töchter, um 11 Uhr ist Startschuss.

Mein Ziel für diesen Lauf; mein Marathontempo zu finden. Die Herzfrequenz unter 180 halten. Den ganzen Lauf über gut fühlen und mit dem Gedanken ins Ziel kommen: Diese Distanz könnte ich jetzt nochmal laufen.

20 Kilometer; 1 Stunde und 52 Minuten, eine durchschnittliche Herzfrequenz von 171, Sonnenschein, ein Lächeln auf den Lippen, ein tolles Runner High, Zufriedenheit und die weltbeste Begrüßung im Ziel: Mein Mann und meine Tochter. Ein gelungener Tag, ein gelungener Lauf und das beruhigende Fazit: Ich hätte noch weiter laufen können, viel weiter….Doppelt so weit!

Einen tollen Wochenstart & Keep on Running

Sandra


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