Richtig Laufen mit Kindern

von run.de am 31. Juli 2013

Laufen mit Kindern ist etwas anderes, als wenn man alleine für sich läuft. Läuft man allein, so stehen die Distanz, die Zeit und der eigene Körper im Zentrum der sportlichen Betätigung. Läuft man mit einem Kind – egal in welchem Stadium des Kindseins – rückt das Elternsein mit ins Zentrum des Laufens.

Foto: Ed Yourdon via flickr | CC BY-SA 2.0

Laufen für Schwangere

Ganz einfach ausgedrückt: Sport und Bewegung ist gut für Schwangere. Und solange sie sich dabei wohl fühlen, sollen sie das auch tun. Zumindest bis zur 18. Schwangerschaftswoche kann Laufsport das Wohlbefinden fördern. Danach sollte man ein wenig vorsichtig sein und auf andere Sportarten wie Walking oder Schwimmen ausweichen, da diese den Beckenboden weniger belasten als Laufen. In jedem Fall sollte man mit niedrigem Puls laufen, kurze Strecken wählen und dafür Sorge tragen, dass der Flüssigkeits- und Elektrolyte-Haushalt im Gleichgewicht bleibt. Maßstab für sportliche Aktivitäten während der Schwangerschaft ist und bleibt der eigene Körper: Fühlt man sich während der sportlichen Aktivität gut, dann sollte man auch Sport treiben.

Laufen mit Kinderwagen

Wer mit dem Kinderwagen seine gewohnte Trainingsstrecke läuft, der wird diese neu erleben und kennenlernen. Immerhin sind es einige Kilos, die man da vor sich herschiebt. Und die lassen einen sofort jeden kleinen Anstieg spüren. Stellen entlang der Strecke, die von gut trainierten Waden längst als ebenerdig eingestuft werden, fühlen sich mit einem Kinderwagen vor der Brust sofort an, als habe man die Zugspitze zu bezwingen. Interessant ist dann auch der umgekehrte Schritt: Ist man einige Male mit einem Kinderwagen eine Strecke gelaufen und läuft diese Strecke später dann wieder allein, dann fühlt sie sich so unendlich leicht an.

Beim Kinderwagen sollte man schon darauf achten, dass es einer ist, der mit relativ großen Gummireifen mit hohem Luftdruck ausgestattet ist. Die rollen einfach am saubersten, das Kind wird nicht durchgeschüttelt und man kann damit auch auf gut befestigten Waldwegen ordentlich unterwegs sein.

Wer sein Kind im Kinderwagen mitnimmt, dem gelingt es, gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen:

• man bewegt sich
• man verbringt Zeit mit seinem Kind
• das Kind lernt, wie selbstverständlich Bewegung und Sport sind
• das Kind macht einen Mittagsschlaf
• man kann sich wunderbar unterhalten (“Hörst du die Vögel piepen, Papa?”)

Laufen mit älteren Kindern

Werden die Kinder älter und entwachsen dem Kinderwagen und dem Buggy, dann kann man sie trotzdem weiter mit auf seine Laufstrecken nehmen. Die sollten dann eher kurz sein und man sollte sich auch auf eine langsame Laufrunde einstellen. Man kann dann seine Kleinen mitnehmen, indem sie einen zunächst einmal auf dem Fahrrad begleiten. In diesem Fall gelten die gleichen Vorteile wie oben beim Laufen mit Kinderwagen beschrieben; nur der Mittagsschlaf, der fällt dann eher aus.

Schon Fünfjährige können ein wenig laufen. Ganz wichtig: Es muss ihnen Spaß machen und mehr als ein bis 1,5 Kilometer sollten zunächst einmal nicht absolviert werden. In diesem Alter ist es also noch immer eher ratsam, dass das Kind einen auf dem Rad begleitet, wenn man gemeinsam sportlich sein möchte. Haben die Kinder in diesem Alter Freude am laufen, dann sollen sie das natürlich tun. Die Zeit ist dabei völlig sekundär.

Ältere Kinder – zwischen neun und zwölf Jahren – können schon Distanzen bis zu fünf Kilometer bewältigen. Laufen sollte jedoch nicht die alleinige Bewegungsform sein. Wer aber regelmäßig Fußball spielt oder Leichtathletik trainiert, der kann auch regelmäßig einen Dauerlauf einstreuen.

Werden die Kinder noch älter, so werden sie sicherlich viele Gründe finden, nicht mehr mit den Eltern laufen zu müssen. Und das ist dann auch gut so. Schön ist es, wenn es vorher gelingen konnte einen Grundstein für Freude an der Bewegung zu legen.

Der Vater aller Läufer mit Kind

Immer wieder beeindruckend ist die Geschichte von Dick und Rick Hoyt – jenem Gespann aus Vater und Sohn, das gemeinsam Triathlons absolviert, wobei der Sohn gelähmt ist.

In Worten ist das kaum zu beschreiben. Dieses Video sagt alles:


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