Selbstzweifel? Nicht so viel denken – einfach Laufen!

von run.de am 2. Dezember 2013

Als ich früher in die fünfte Klasse auf Gymnasium kam, da war für mich klar: Die aus der siebten Klasse: Das sind die absoluten Checker. In der siebten Klasse waren die aus der zehnten in meiner Wahrnehmung ganz weit oben.

In der zehnten Klasse waren die Oberstufenschüler aus der elf zu beneiden und als ich selbst in der elf war, waren es die Abiturienten aus der 13, die man bewundern konnte. Irgendwann hatte ich selbst Abi, als der große Checker habe ich mich aber weder da noch irgendwann davor gefühlt.

Bild: http://healthyaemiliana.tumblr.com/

Warum ich das schreibe?

Als Läufer geht es einem ähnlich: Fängt man mit dem Laufen an, so sind die Zehn-Kilometer-Läufer in unerreichbaren Sphären; bis man selbst diese Distanz läuft. Dann sind die 50 Minuten auf zehn Kilometer oder die Halbmarathon-Distanz unerreichbar – bis man auch das schafft und Spaß dabei hat. Dann sind es die Marathon-Läufer, die man bewundert, bis man selbst einen gelaufen ist. Dann bewundert man noch die, die schneller sind als man selbst.

Selbst Spitzenathleten hinterfragen sich

Und das zieht sich durch bis in die Weltspitze. Den Eindruck hatte ich, als ich den sehr sympathischen Laufbericht von Sabrina Mockenhaupt gelesen habe, die beim New York Marathon zuletzt mal eben den siebten Platz bei den Frauen belegte.

Auch eine Spitzenathletin wie “Mocki” scheint an sich zu zweifeln: das falsche Training, das Wetter, die Wettkampfbedingungen, die Konkurrentinnen, der Wind, die Zwischenzeiten, die Beine, der Magen, die Presse, die Erfahrungen bei vergangenen Läufen: All das (und noch viel mehr) bietet offensichtlich nicht nur uns Hobbyläufern Gründe genug, ständig an sich und an den eigenen Leistungen zu zweifeln – von der Presse mal abgesehen.

Einfach Laufen!

Schön ist aber auch, wie die Athletin beschreibt, wie sich irgendwann der Knoten in ihrem Kopf löste und die Beine dann den Rest erledigten: “Nicht denken, weiterlaufen”, scheint die so einfache Losung zu sein, die so vielen dann doch so schwer fällt.

Aber Sabrina Mockenhaupt hielt sich zuletzt daran und wurde belohnt: “Und es machte sich ein Lächeln auf meinen Lippen breit, was ich bis zum Ziel nicht mehr verlor!”

Und genau das ist doch jeder Läuferin und jedem Läufer zu wünschen: Ein Lächeln, das trotz aller Anstrengung bleibt. Also: Nicht zu viel denken, sondern einfach laufen.


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