Skechers GOrun

von run.de am 20. November 2012

Skechers GOrun
VN:F [1.9.15_1155]
Design
Passform / Laufgefühl
Material / atmungsaktiv
Verarbeitung / Haltbarkeit
Preis / Leistung
Rating: 8.2/10 (18 votes cast)

 

Vor mir liegt ein neuer Schuh der Firma Skechers. In schreiend Orange. Normalerweise sind Laufschuhe in diesen sehr auffälligen Farben eher dem Top Performance Bereich, respektive dem Wettkampfbereich vorenthalten. In den letzten Jahren aber hält mehr und mehr Farbe in den Laufschuhen Einzug. Und das ist gut. Repräsentieren doch die Farben, wenn sie gut auf einander angestimmt sind, die Dynamik dieses Sports sehr gut.

Ich nehme den Schuh das erste Mal aus dem Karton. Und er ist leicht. Sehr leicht.

Mir fällt gleich die gebogene Sohle auf. Ich drehe und winde den Schuh. Er ist unheimlich flexibel.  Die Sohle ist fast gänzlich weiß, was auf den fehlenden Carbongummi hindeutet. Die Sohlenkonstruktion ist in einzelne run.de ( kleiner Wortwitz an dieser Stelle ) und eckige, kleine unabhängig von einander angebrachten Noppen unterteilt.  Nur 9 kleine Kreise sind in Orange gehalten und wirken beim Fühlen fester. Dieser Bereich ist im Mittelfußbereich eingearbeitet und entspricht genau dem Bereich, wo der Läufer den Schuh auch aufsetzen soll.

Die Fersenkappe dieses Schuhs fehlt gänzlich, wenn man Vergleiche zu herkömmlichen Laufschuhen herzieht. Die Ferse wird durch ein sehr elastisches Mesh gehalten. Insgesamt ist der Schuh sehr luftig gebaut. Barfuß – Gefühl. Über dieses Thema wurde in der Vergangenheit viel erzählt und geschrieben. Über Gefahren wie auch über die Vorteile.

Wenn ich einen Schuh teste, dann ziehe ich diesen in der Regel erst mal einen ganzen Arbeitstag an , und prüfe somit, wie Fuss und Schuh zusammen passen. Ich lass mich hier von meinem Gefühl leiten. Hat immer funktioniert.

Angenehmes Rundum-Gefühl

Ich schlupfe in den Schuh und spüre ein super angenehmes „Rundum -Gefühl“ in diesem Schuh. Alle Bereiche passen gut am Fuss, ohne einengend zu wirken. Ich stehe nun da, das erste was auffällt ist, dass ich in der Ferse sehr tief stehe, eher den Eindruck habe zurück zu fallen. Der Übergang von der Ferse nach vorne entspricht auch der Optik des Schuhs. Gebogen. Der höchste Punkt ist im Fussgewölbe, was anfangs gewöhnungsbedürftig ist.

Ich gehe ein paar Schritte und bemerke sofort ein harten Aufprall in der Ferse, als ob ich hier nicht abrolle, sondern tief in die Ferse falle. Dadurch dass der Schuh sehr flexibel ist, ist der Übergang zum Abrollen in Richtung Fußballen ohne großen Kraftaufwand. Aber der Schuh ist ja nicht zu Gehen gebaut worden, sondern zum Laufen. Der Schuh ist laut Hersteller ca. 4mm in der Sprengung. Also recht flach. Die Eingewöhnung dauert  länger, je größer die Sprengung im täglichen Leben ( Absätze etc. )

Ich kürze den ersten Tag mit der Erkenntnis ab, dass der Fuß sich recht schnell an das neue Geh-Gefühl gewöhnt. Die Passform auch auf längere Sicht ist und bleibt sehr angenehm. Keine Druckstellen am Abend. Nur nen leichten Zug in der Wadenmuskulatur, was der niedrigen Sprengung und der völlig neuen Ansprache der Muskulatur geschuldet ist. Kein Negativpunkt, sondern zeigt muskuläre Defizite auf….

Der nächste Tag beim Laufen

Es ist mittlerweile Herbst geworden. Meine Stammstrecke ist  Menschenleer. Ok, im November am Sonntag morgens um 7:00 Uhr sind selten Läufer unterwegs. Es ist diesig und grau in grau. Nur der GoRun leuchtet , und bringt Farbe in diesen trüben Novembertag.

Ich trabe langsam los, und versuche erst mal den Schuh „laufen zu lassen“. Fast automatisch ändere ich meinen Laufstil von Ferse auf Mittelfuß. Als langjähriger Läufer hat man schon so seine Erfahrungen, wie neue Schuhe wirken. Mein Oberkörper bekommt dadurch auch eine andere Haltung. Bischen aufrechter, und nach vorne gebeugt. Ich „sitze“ nicht, sondern wirke dynamischer. Ein angenehmes und „rundes“ Laufgefühl. So geht es ein paar KM, und der Schuh fühlt sich wirklich gut an. Da der GoRun keine dicke Sohle hat, sind Steinchen auf der Laufstrecke schon spürbar. Ich empfehle einen festen und eher glatten Untergrund zu wählen.

Eine zweite Haut

Ich teste den Schuh mal schneller, mal langsamer, im Sprint und auch bei Hopfserläufen. Insgesamt bin ich ca. eine Stunde unterwegs. Und—dieser Schuh macht Spass. Ein flexibler, sehr leichter Schuh, der jede Bewegung mitmacht, und ich nie das Gefühl habe „gegen“ eine Bewegung anzulaufen. Er ist wie eine zweite Haut.

Aber er fordert auch. Wer nicht viel Erfahrung mit flexiblen, weichen Schuhen hat, und in der Vergangenheit eher von seinem Schuh geführt und gestützt wurde ( Stabilschuhe ), spürt die Anstrengung die der Fuß leisten muss schon mehr. Während der Fuß jahrelang unterstützt wurde, ist die Fußmuskulatur möglicherweise nicht vollständig ausgebildet, was beim Umstieg auf so ein Modell deutlich wird. Aber es macht Sinn. Je besser die Muskulatur natürlich trainiert wird, desto geringere Verletzungsanfälligkeit besteht. Das aber geht nicht von heute auf Morgen. Der GoRun trainiert beim Einsteiger die Fußmuskulatur am besten in kurzen Einheiten von 15- 20 min. am Anfang. Und das über mehrere Wochen. Auch das bei Läufern sehr beliebte (?!) Lauf – ABC ist mit diesem Schuh absolut empfehlenswert.

Bei schnellen Einheiten und im Tempotraining spielt der Schuh seine Klasse sehr gekonnt aus. Das ultimative und wichtige Gefühl von Bodenkontakt, gepaart mit einer sehr angenehmen Dynamik in die Vorwärtsbewegung lässt den Schuh rund wirken.

Fazit:

Für mich ein sehr gelungenes Konzept. Im dichten Laufschuhdschungel tummeln sich viele ähnlich Konzepte. Und das auch sehr erfolgreich. Das „Barfuß Konzept“ wird überall besprochen und bewertet. Vieles ist richtig, wenig aber weiß der Endverbraucher.

Solche Konzepte gehören an erfahrene Laufschuhberater, welche Eure Läufer- Vita kennen, und genau empfehlen können, wie dieser Schuh  Euer Laufen bereichern und/oder unterstützen kann. Der GoRun hat das Zeug, zu einem sehr erfolgreichen Nischenprodukt heran zu wachsen. Er ist einfach ein besonderer Schuh den nicht jeder hat. Optisch und funktionell.

Ich werde diesen Schuh noch einmal in ein paar Wochen nach einem Langzeittest beleuchten, und lass Euch an dieser Stelle die Info wieder zukommen.

Bis dahin falle ich an trüben Novembertagen mit viel Farbe an den Füssen auf….

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