Trainingslauf mit der Top-Läuferin Sabrina Mockenhaupt

von Run Munich Run am 18. März 2015

Wow, was für ein besonderer Abendlauf: Anstatt alleine an der Isar entlang zu traben, ging es mit Sabrina Mockenhaupt, einer der deutschen Top-Läuferinnen, quer durch München. Im Rahmen der Vorbereitung für den Wings for Life World Run ist Mocki extra direkt aus New York nach München gereist um mit uns zu trainieren.

Highlight des Abends war eine Runde in ihrem normalen Marathontempo, unglaublichen 3:30 Minuten pro Kilometer. Wie schnell das wirklich ist, zeigte sich, als die ganze Gruppe versuchte hinterherzukommen, um nach ein paar hundert Metern hechelnd aufzugeben. Wer schon einmal einen Marathon live oder im Fernsehen verfolgt hat, weiß, dass die Spitzen-Läufer für den Freizeitläufer quasi sprinten. Nun, da wir es live erlebt haben, können wir uns es noch weniger vorstellen, wie man diese Geschwindigkeit über 42,195 Kilometer halten kann. Zum Vergleich: Isabell und ich liefen den München Marathon im letzten Jahr mit einer Geschwindigkeit von etwa 6 Minuten pro Kilometer.

Neben den Sprints zeigte uns Mocki noch einige Lauf-ABC Übungen und verrät, dass dieses Training nicht gerade zu ihren Lieblingsworkouts zählt. Aber diese Übungen seien eben, für Spitzen- genauso wie für Freizeitsportler, essentiell. Darüber hinaus legte sie uns nahe, dass man Trainingsläufe ruhig mit ein oder zwei Sprints abschließen kann. Das Dehnen danach sei kein Muss, die Muskeln können auch mal „aufgepumpt bleiben“, sagte Mocki.

Nach dem Stopp im Hofgarten ging es dann locker weiter durch den Englischen Garten. Dort erzählte mir Mocki, dass sie die Läufe bei Wettkämpfen genießt. Wenn sie mal einen Durchhänger hat, wird sie von Gedanken an das ganze Training, das sie für diesen einen Tag absolviert hat, beflügelt. Vor einem Wettkampf isst Mocki gerne Haferflocken, am besten drei Stunden früher. Ein großes Lob spricht sie allen Freizeitläufern aus, die sich nach anstrengenden Arbeitstagen noch für intensive Trainingseinheiten motivieren können.

Nach dem Trainingslauf hatte ich die Gelegenheit der total sympathischen Sportlerin noch einige Fragen zum Wings for Life World Run zu stellen, der am  3. Mai stattfindet.

Warum startest du beim Wings for Life World Run?

Also ich bin ja letztes Jahr schon gestartet bei der Erstausgabe in Darmstadt und das war so ein tolles Erlebnis, da will man einfach wieder dabei sein. Mein Bruder hat letztes Jahr überraschend gewonnen und das war natürlich auch super. Außerdem ist die Stimmung natürlich der Hammer. Es ging nicht um die absolute Leistung, alle hatten Spaß daran einen schönen Tag zu verbringen. Das Wetter hat mitgespielt und man hat immer im Hinterkopf, dass man laufend Gutes tut. Einige sind auch im Rollstuhl mitgefahren, man hatte das Gefühl, dass man eine riesengroße Familie ist, ob laufend oder fahrend, das war einfach toll.

Siehst du das Ganze als Wettkampf oder eher als Sonntagslauf?

Die meisten Personen, also zu 90 Prozent, gehen an den Start, um dabei zu sein und um den Lauf zu genießen. Außerdem ist es natürlich interessant zu wissen, wie weit man laufen kann, bis das Catcher Car einen einholt. Alle hatten letztes Jahr so viel Spaß und ich denke, dass das viele das Event auch mitnehmen als tollen Trainingslauf. Ich persönlich sehe das als Trainingslauf und wenn ich mich besonders gut fühle, dann schaue ich mal, wie weit ich komme. Letztes Jahr hatte ich mir vorab eine Grenze gesetzt und weil ich unbedingt noch erleben wollte, wie mich das Catcher Car einfängt, sind wir dem noch entgegengelaufen. Das war einfach witzig, wir haben viel gelacht. Es war ein super Tag, der mir jetzt noch, wenn ich drüber nachdenke, richtig nah in Erinnerung ist.

Hast du ein Streckenziel, was du erreichen möchtest?

Ja, mal wenigstens mehr als 25 Kilometer, so viel bin ich letztes Jahr gelaufen.

Hast du denn auch Tipps für run.de Leser, wie man ein Rennen angehen sollte, von dem man nicht weiß, wie lange es dauert? Und wie kann man dafür trainieren?

Zwei bis dreimal die Woche würde ich schon laufen. Und am Wochenende würde ich immer einen langen Lauf machen, den man von Woche zu Woche verlängert. Bei einer Stunde kann man ja anfangen und irgendwann schafft man dann zwei oder zweieinhalb Stunden. Ich bin zum Beispiel jemand, der nicht gradlinig nach Plan trainiert, sondern sich von seinem Gefühl leiten lässt. Es gibt auch Tage, an denen man sich gar nicht gut fühlt, dann darf man das auch nicht durchziehen. Einfach nach Gefühl, dann freut man sich und wenn man merkt, dass es nicht mehr gut geht, dann ist es eben so. Der Körper sendet schon selbst die besten Signale.

Ein großes Dankeschön an die liebe Mocki, die sich viel Zeit für das Training und die persönlichen Gespräche genommen hat!

#keeponrunning und vergesst nicht, euch beim Wings for Life World Run anzumelden!

Eure Laura


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