Trainingslog – 102 Tage vor dem Mumbai Marathon

von Sandra Mastropietro am 9. Oktober 2013

Hallo liebe run.de Leser 🙂 ,

vor kurzem meinte ein Freund zu mir: „Sandra, lass mich raten: Du bist nicht etwa dem Laufvirus verfallen… Nein! Du könntest aufhören, wenn Du wolltest. Du willst aber nicht, oder?! “

Haha, damit hat er natürlich absolut Recht! 😉 Ich freue mich, Euch heute, 102 Tage vor dem Mumbai Marathon, von laufereignisreichen 4 Wochen zu berichten zu dürfen!

Wo fange ich am besten an?

Der Herbst hat Einzug gehalten und mit Ihm die Hochsaison des Laufsports. Nahezu jedes Wochenende ein Laufevent. Wow, richtig stressig – aber perfekt, um den eigenen Körper auf Höchstleistung „hochzufahren“.

Volkslauf Freising

Am Samstag, 7. September war ich beim Volkslauf in Freising, einer kleinen Stadt nördlich von München, als „die schnelle Frau“ (*stolz-sei*) im Team vom örtlichen Therapie-Zentrum am Start 🙂 Ohweh ohweh, dachte ich, als ich vor Ort die hügelige 2,3 kilometerlange Hügelstrecke betrachtete, die 3 Mal gelaufen wird.

Ein Teamkollege, Triathlet, klopfte mir auf die Schulter und meinte: „Lass uns eine Runde schon mal zum Warmmachen laufen“

Warmlaufen…? Ich wische mir den Schweiß der Mittagshitze an diesem wunderschönen Spätsommertag von der Stirn: „Ok, los geht’s!“

2,3 Kilometer in glühender Mittagshitze in 08:13 Minuten. Der Freisinger Marienplatz dreht sich. Ich ringe noch nach Luft als der Aufruf zur Startaufstellung kommt.

3 Runden á 2,3 Kilometer, insgesamt 6 Berge und 26C im Schatten. Als 7. Frau falle ich mit einer Zeit von 31,27 Minuten auf 6,9 Kilometer über die Ziellinie und beschließe kurzfristig, mich nieeeeee wieder zu bewegen.

Dieser Beschluss ist allerdings hinfällig, als ich sehe, dass noch genau eine einzige Massageliege frei ist: 3…2…1…Meins! 😉

Resume: Ein Sechstel des Mumbai Marathon bei entsprechenden Temperaturen, allerdings noch ohne Luftfeuchtigkeit, wurden erfolgreich getestet 🙂 Mühsam nährt sich das Eichhörnchen und ja, ich freue mich immer noch darauf 😉

Mit einem lockerem Dauerlauf im eigentlich schon viel zu dunklem Südpark 🙁 ließ ich am Sonntag eine tolle Woche ausklingen.

Am Sportfreien-Montag versuchte ich die aktuelle Woche zu planen und musste erneut feststellen, dass planen einfach nicht meine Stärke ist 😉

Womens Run & Tegernseer Halbmarathon

Am Samstag, 14.9, stand der Münchner Womens Run an. Am Sonntag, 15.9., der Tegernseer Halbmarathon. Oh nein, wann habe ich mich denn hierfür angemeldet? …und wie sage ich meinem Mann, dass auch das kommende Wochenende „verlaufen“ ist?

Dienstag und Mittwoch stehen leichte Kraft-, Stabilisations- und Koordinationsübungen an, die sich unter anderem wieder auf barfuß Treppenrennen im Hausflur beLAUFEN 😉

Neben den Keep it basic Sachen wie Treppenlaufen und Kniebeugen habe ich mir für die ungeliebten Stabi Übungen einen neuen „Helfer“ besorgt. Der TOGU Senso balance hedgehog. I love it – und meine Tochter auch 🙂 Einfach draufsetzen, Beine in die Luft und „rundern“ Super Cool!

Donnerstag wird wieder gelaufen. Laut Trainingsplan locker und einstündig. Also rein in die Schuhe und los geht’s. Nach einem Kilometer schimpft meine App! Eine 4:30iger Pace. Ohje, viel zu schnell gestartet. 🙁

Der Stress in der Arbeit, den ich die letzten Tage hatte, will raus. Ich gebe Ihm nach, schalte die App auf stumm und lasse laufen.  Das Resultat ist eine neue Bestzeit auf 10K. 46 Minuten und 38 Sekunden.

Samstag, 14.9. Der Reebok 5 Kilometer WomensRun in München

Motto: Powerfrau! 🙂

Der Münchner Olympiapark ist Himbeerfarben 🙂 Tausende Powerfrauen tummeln sich an Beauty- Health und Fitnessständen. Wäre da nicht das Laufoutfit, könnte man glatt vergessen, dass es sich um einen Sportevent handelt 😉

Laura, eine Freundin vom Club der Töchter, und ich schlüpfen in den ersten Startblock.

Der Startschuss ertönt, wir hetzen los, dem kleinen, lila Auto hinterher. Vorbei an der 1. Kilometermarke nach 4:12 Minuten. Wieder zu schnell, aber jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt. Ich renne in dem 1. Pulk mit, das Auto in ständiger Sichtweite (das will bei mir echt was heißen, die Sichtweite 😉 ). Kilometer 2 – oh nein ein Berg. Zeitverlust. 8:31 Minuten. Immer noch ganz vorne mit dabei. Die Glückshormone sprudeln über. Ich keuche, schwitze und beiße die Zähne zusammen.

Beim letzten Berg, Kilometer 4, höre ich meinen Namen. Mein Mann, meine Tochter, Annika und Julia stehen am Rand und schreien – Ihre Gesichter voller Begeisterung. Power Schub! Endspurt. Als 34. Von über 2000 Frauen komme ich nach 23:02 Minuten durchs Ziel. Altersklassenplatz 14. Man bin ich stolz! 🙂 …und einen Platz auf der Massagebank ist auch noch frei. 🙂

Sonntag, 15.09 Der Tegernsser Halbmarathon

Jedes Jahr, das 3. Wochenende im September, pilgern sämtliche Läufer aus Bayern und inzwischen Deutschland nach Gmund zum Tegernsee, um dort eine der schönsten Halbmarathons Deutschlands zu laufen. Die idyllische Strecke um den See beträgt genau 21,1 Kilometer und ist gemeinerweise auf den letzten Kilometern mit einem leichten, aber stetigen Anstieg „bestückt“. Gemeinsam mit einigen Freundinnen bezwingen wir gutgelaunt die klassischen und schon so „normal gewordenen“ 21,1 Kilometer.

V.l.n.r: me, Marina, Alisa, Julia, Vroni

Für mich ein persönliches Highlight, denn vor genau einem Jahr bin ich hier, auf dieser Strecke, meinen 1. Halbmarathon gelaufen. Überhaupt werde ich sentimental, wenn ich bedenke, was in den letzten 365 Tagen alles passiert ist.

Meine Zeit habe ich im Vergleich zum Vorjahr um 34 Minuten verbessert. Somit dauerte die Umrundung diesmal nur 1:57 Stunden.

…Ein Platz auf der Massagebank war dennoch nicht mehr frei 😉

Alisa und ich nach dem Tegernseer

Was habe ich in diesem einen Jahr gemacht, außer viel zu laufen? Viel geschwitzt, viel gekämpft ( meistens mit mir selbst ) und definitiv viel geheult. Freundentränen über unglaubliche Freundschaften und über Lauferfolge.

Ein schöner Rückblick und wieder einmal Zeit, Danke zu sagen. Danke an alle die hinter mir stehen und die Ausbreitung des „Laufvirus`“ weiter unterstützen 😉 ! Meinem Mann, meiner Tochter, Annika und meinen Freunden tausend Dank ganz vornweg. Ebenso Euch Allen, die Ihr meinen Blog lest. Euer tolles Feedback hat schon über einige Motivationstiefs hinweggeholfen und zu weitermachen motiviert, als ich meinte, es ginge nicht mehr. Es geht immer noch was. Nicht nur bei mir – einen Marathon beginnt immer mit einem ersten Schritt. Traut Euch, traut Euch was zu. Beginnt langsam aber stetig und feiert Eure Fortschritte.

So. 🙂

Stichwort Marathon: Am 29. September stand der Berlin Marathon bzw. ein großer Trainingslauf für den Mumbai Marathon an.  Diesen habe ich mit 4:17 gefinished, das war zwar besser als erwartet, dennoch schlechter als notwendig! Die ausführliche  Berichterstattung gibt’s hier 🙂

Apropos: Leider habe ich mir nach den laufintensiven Wochen kurz vorm Berlin Marathon eine Entzündung in der Hüfte zugezogen, sodass ich zwischen Halbmarathon und Marathon leider nahezu pausieren musste. Laut Orthopäden habe ich einen Knick-Spreiz-Senkfuss (Also eines von Dreien, habe mir nicht gemerkt was 😉 ) und bei meinem Trainingspensum helfen da wohl nur Einlagen. …und ich dachte immer, das wäre was für alte Leute…

Nun geht es voller Elan in den Oktober. Durch die Spendenaktion bin ich ambitionierter denn je! Intervalle und Bahntraining mit Annika stehen auf dem Programm, sowie viele viele Kilometer und Kräftigungsübungen.

Oh oh.. ich seh schon, ich war wieder viel zu mitteilungsbedürftig 😉 Anbei wieder ein paar Fotos aus meiner Zeit in Indien – denn Bilder sagen ja bekanntlich wieder mehr als 1000 Worte 🙂

Ganz liebe Grüße und keep on running! Always 🙂

Eure Sandra

Luxuriöse Küche im Slum

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