Über die Gesundheit von Ultraläufern

von run.de am 28. Januar 2014

Marathonläufer sind ja schon nicht ganz nomal (liebevoll gemeint) Cool. Wie muss es da erst um die Läuferinnen und Läufer bestellt sein, die Ultradistanzen von 60, 80 oder 100 Kilometern absolvieren? In jedem Fall zeichnen sich die Läufer von Ultradistanzen durch eine andere Gesundheit aus als Otto-Normal-Läufer.

Das kann man irgendwie ahnen, es wurde aber nun auch durch eine neue Studie belegt. Zum einen gilt für die Läufer von Ultradistanzen das gleiche, das für alle gilt, die regelmäßig über einen langen Zeitraum laufen gehen: Sie haben gute Aussichten, länger zu leben als die Menschen, die ihre Freizeit vornehmlich auf der Couch verbracht haben. Das ist aber noch nicht neu.  Bislang konzentrieren sich Studien darauf, wie sehr mangelnde Bewegung dem Körper schadet.

wikipediaDer Badwater Ultramarathon zählt zu den härtesten Ultramarathons der Welt. Die 135 Meilen (217,26 km) lange Strecke führt von Badwater (♁36° 13′ 49″ N, 116° 46′ 3″ W) im Death Valley bis zum Whitney Portal auf 2530 Meter Höhe am Mount Whitney in Kalifornien. Er findet meist im Juli statt, wo in Badwater regelmäßig Temperaturen von über 50 °C gemessen werden.

Offizielle Homepage: http://www.badwater.com/

Die neue Studie zielt darauf ab, wie sehr sich sehr viel Bewegung im und am Körper wider spiegelt. Diesem Thema haben sich nun Wissenschaftler von der Stanford University sowie von der University of California gewidmet. Hierzu wurden mehr als 1.200 Läufer von Ultradistanzen über ihre körperlichen Befinden befragt: Knochen, Herz-Kreislauf-System, Blutdruck, Haut, Lunge, Wohlbefinden, Leber, und so weiter. Alles kam auf den Prüfstand.

Top in Form

Die Antworten, die die Läuferinnen und Läufer gaben, wurden dann mit den Gesundheitswerten der “normalen Bevölkerung” abgeglichen. Und die Ergebnisse verwundern nicht: Bluthochdruck kommt bei einem Läufer von Ultradistanzen kaum vor. Auch Herz-Kreislauf-Probleme spielen keine Rolle. Nicht beantwortet wurde allerdings die Frage, ob das eventuell daher rührt, dass nur Menschen mit einem gesunden Herz-Kreislauf-System auch tatsächlich in der Lage sind, Ultra-Distanzen zu bewältigen…

Interessant ist, dass rund ein Drittel der Ultra-Läufer angibt, Schwierigkeiten mit dem Atmen zu haben. Rund ein Drittel aller Ultraläufer soll gesagt haben, entweder unter Asthma oder aber unter einer Allergie zu leiden, die das Atmen beeinträchtigt. Häufig treten diese Symptome nach einem Lauf auf. Erklärt wird das damit, dass Ultraläufer viel und für lange Zeit draußen unterwegs sind und sich somit jede Menge Pollen einfangen können, die bei Allergikern zu Atemproblemen führen können. Ob das eine wirklich befriedigende Antwort ist, sollte jeder selbst abschätzen.

Verletzungen, Ermüdungserscheinungen von Knochen, Bändern und Gelenken sowie Knieprobleme treten vor allem bei jüngeren und unerfahrenen Ultraläufern auf. Das wird damit erklärt, dass diese häufig zu schnell zu viel wollen, damit ihren Körper überfordern und somit die Anfälligkeit von Verletzungen steigern. Ältere Läufer sollen demnach ein besseres Gespür für den Körper und für dessen Leistungsfähigkeit haben.

Das führt auch dazu, dass die Geschwindigkeit, in der trainiert wird, bei einem Ultra-Läufer deutlich niedriger ausfällt bei Läufern, die kürze Distanzen bewältigen. Insgesamt wurde festgestellt: Wer lange läuft, ist gesünder: Weniger Arztbesuche, weniger krankheitsbedingte Fehltage am Arbeitsplatz. Aber das – und das ist die gute Nachricht für alle, die auch nur kürzere Dinstanzen bewältigen – gilt auch für Läuferinnen und Läufer, die regelmäßig auf kürzeren Strecken unterwegs sind.

Ultra-Marathon ist eine Faszination und für viele Läufer auch ein Fernziel oder eine Langzeitmotivation. Reizt Dich das Thema auch, oder ist die normale Marathon-Distanz genug? 


Hinterlasse einen Kommentar

Vorheriger Beitrag:

Nächster Beitrag: