Wie Du als Läufer durch Synergieffekte vom Yoga profitieren kannst!

von Tankred Dankmar am 15. Dezember 2015

Die Vorzüge des Yoga für den Läufer

Vorwort

Liebe laufende Gemeinde. Ich möchte Euch in diesem Artikel einmal kurz näher bringen, warum der Dauerlauf und der Yoga ein so schönes Pärchen abgeben. Ich weiß, dass die meisten Läufer den Yoga nicht unbedingt mögen und ihn für sich ein wenig ausgeschlossen haben. Aber vielleicht könnt ihr ja die Zeit aufbringen und Euch diesen Artikel einmal aufmerksam und neutral durchlesen. Vielleicht kommt ihr ja doch noch auf den Geschmack.

Ich selbst mache seit 17 Jahren Yoga und habe diesen sowohl bei einem indischen Yogi in Indien gelernt als auch bei einem westlichen Lehrer in Deutschland. So wurde mir sehr schnell klar, dass sich der indische Yoga mitunter stark von dem unterscheidet, was in den Yogakursen der Fitnessstudios in der westlichen Hemisphäre so unterrichtet wird. Das jetzt weiter auszuführen würde Bücher füllen und ist auch gar nicht Gegenstand dieses Artikels.

Ich weise nur darauf hin, dass ich ein recht klassisches Verständnis vom Yoga habe, dessen mir eventuell  von anderen, meist westlichen Yogis auch hier und da widersprochen wird. Ich arbeite aber ebenfalls seit 5 Jahren als Yogalehrer und habe Erfahrungen genug gesammelt, um mir ein Urteil erlauben zu können. Und da ich auch seit 12 Jahren dem Dauerlauf verfallen bin, weiß ich auch um die Vorteile, die sich diese beiden wunderbaren Sportarten so geschickt zuspielen können.

Laufen und Yoga – geht gar nicht!

Laufen und Yoga? Für viele passt das einfach nicht zusammen. Wie gesagt, vor allem den Läufern ist der Yoga etwas zu unspektakulär. Er ist ja eher langsam und es gibt auch nicht wirklich etwas zu messen. Läufer sind ja meistens darauf bedacht, ihre Messlatte immer ein wenig höher legen zu können. Beim Yoga funktioniert das aber nur bedingt. Die Erfolge beim Yoga sind auch kaum auf einer Skala messbar, sondern werden eher subjektiv empfunden. Und die Yogis wiederum können oft mit dem Laufen nicht recht was anfangen. Für sie ist der Dauerlauf meist nicht viel mehr als ein Wettkampf – gegen andere und/oder gegen sich selbst und immer gegen die Uhr und den inneren Schweinehund. Dem gemeinen Yogi ist dieser Gedanke eher fremd. Yoga und Laufen scheinen daher auf den ersten Blick wie zwei Paar verschiedene Schuhe.

Ist ja doch irgendwie ganz spektakulär, das Yoga-Ding

Laufen und Yoga – nur auf den ersten Blick eine unpassende Kombination

Wer Yoga regelmäßig macht, hat sicherlich schon festgestellt, dass jede damit verbrachte Stunde mit Sicherheit keine Zeitverschwendung ist. Im Gegenteil: regelmäßiger Yoga erhöht die eigene Lebensqualität ungemein. Man muss sich dabei aber von dem Gedanken verabschieden, dass es bei dem rein körperlichen Yoga – dem Hatha – um irgendeine Form der Erleuchtung geht und dass da esoterische Hausfrauen im Kreis um ein Räucherstäbchen sitzen, sich an den Händen halten und Mantras singen. Das gibt es zwar auch, hat aber nichts mit klassischem Yoga zu tun. Das ist eher eine Gruppentherapie.

Der Hatha-Yoga, von dem wir hier sprechen, ist ein ganzheitliches System, den Körper optimal zu trainieren. Quasi als Nebeneffekt profitiert natürlich auch der Geist davon. Aber dabei von einer reinen Spiritualität zu sprechen, wäre vermessen. Westliche Kurse und Lehrer, die das behaupten, gehen auf Bauernfang, nichts weiter. Da gehört nämlich schon ein bisschen mehr dazu. Der Hatha-Yoga optimiert lediglich die Körperfunktionen – die Muskeln, das Skelett, die Gelenke und die Organe. Nicht zuletzt – und gerade das ist eben auch für den Läufer interessant – profitiert die Atmung von einem guten Yoga.

Yoga im Dauerlauf? – Eins nach dem anderen natürlich!

Der Dauerlauf auf der anderen Seite ist auch weit mehr als nur ein stupides Gerenne gegen die Stoppuhr. Wer regelmäßig lange Strecken läuft, weiß, dass man dabei einen fast meditativen Zustand erreichen kann. Außerdem stärkt der Dauerlauf auch das Bewusstsein, da man dabei lernt, sich enorm zu fokussieren. Auch die Selbstüberwindung wird in der Welt der Läufer groß geschrieben. Das wiederum stärkt den Willen des Einzelnen. Und natürlich gibt es kaum einen anderen Sport, der die Kondition – und damit den Blutkreislauf – so sehr trainiert, wie der Dauerlauf.

Das wiederum ist natürlich dem gesamten Organismus enorm zuträglich, wenn man darauf achtet, nicht grundlegend falsch zu trainieren. Und auch beim Dauerlauf wird die Atmung geschult. Wenn man das Laufen dann noch mit einer gesunden Ernährung und der richtigen Gymnastik kombiniert, merkt man, dass die eigene Lebensqualität um ein Vielfaches zunimmt. Denn schon die Römer wussten: ´ut mens sana in corpore sano´ – ´damit ein gesunder Geist in einem gesunden Körper (wohnen kann)´. Und genau darauf kommt es doch an!

In einem gesunden Körper wohnt auch gerne ein gesunder Geist

So unterschiedlich die Herangehensweisen beim Laufen versus dem Yoga auch sein mögen – das erklärte Ziel ist doch letztendlich ein und dasselbe: sowohl der Läufer als auch der Yogi wollen eine bessere Lebensqualität erreichen. Es geht dem einen nicht nur darum, ständig seine Bestzeit neu zu definieren, genauso wenig wie es dem anderen nur darum geht, sich die Beine hinter dem Kopf verknoten zu können.

Wer nur solch profane Ziele mit seinem Sport verfolgt, wird dessen schnell überdrüssig und hat das Elementarste daran noch überhaupt nicht verstanden, hat das Beste noch gar nicht mitgekriegt: Sport ist dazu da, ganz allgemein im Leben glücklicher zu werden! Es geht eigentlich nicht darum, in irgendwas der oder die Beste zu sein. Der Sport und seine Auswirkungen auf Körper und Geist sollen uns im besten Fall zu besseren und glücklicheren Menschen machen, so einfach ist das. Und genau an diesem Punkt kommen das Laufen und der Yoga so perfekt zusammen, denn dialektisch betrachtet, passt das eine zum anderen wie die Nacht zum Tag oder das Yin zum Yang, eine gute Balance aus beiden trifft sich in der goldenen Mitte und hält sich eben die Waage. Da diese beiden Sportarten aus genau entgegengesetzten Richtungen kommen, passen sie auch ebenso gut zusammen.

Yoga ist perfekt für die Ruhephasen des Läufers

Was hat der Läufer denn nun davon?

Ein indischer Yogi macht seine Übungen eben nur aus einem Grund: damit die Versorgung des Gehirns mit Blut und das Nervensystem von den Zehen bis in das Gehirn perfekt arbeiten können. Denn nur dann ist der Körper auch dazu im Stande, einem Geist ein geeigneter Aufenthaltsort zu sein, der überhaupt in der Lage dazu ist, zu transzendieren. Aber was hat das mit dem Laufen zu tun? Ganz einfach: ein System aus Übungen, die den Körper trainieren, dass er perfekt arbeitet kann, kann vor allem ein Dauerläufer gut gebrauchen. Wenn vom Scheitel bis zur Sohle alles im Körper rund läuft, tut es der Läufer auch.

Hatha-Yoga ist Gymnastik de Luxe

Wenn man als Läufer regelmäßig Yoga macht, ist dies außerdem der ideale Ausgleich zu seinem Lauftraining. Jeder Läufer weiß ja, dass der Körper auch mal Ruhe braucht. Er braucht einen Ausgleich zu der massiven Anstrengung des Dauerlaufs. Und der perfekte Ausgleich ist eben der Yoga, denn bis auf einige total verwestlichte Spielarten des Yoga ist der klassische Hatha-Yoga ruhig. Normalerweise sollte der Puls dabei nicht steigen und wenn er es doch tut, sollte ein guter Yogalehrer danach in eine Ruheposition wechseln.

Der Yoga ist also keine Anstrengung und damit schon mal geeignet für die Ruhephasen des Läufers. Außerdem kennt nur der Yoga die besten Dehnübungen für die Muskeln, die Knochen und die Gelenke, die sich ein Läufer nur wünschen kann. Da der Dauerlauf eine recht monotone Art der Bewegung ist, sind die komplexen Positionen im Yoga und deren Kombinationen, in denen der Körper in jede Richtung bewegt wird, die er auszuführen im Stande ist, die perfekte Ergänzung zur Körperlichkeit des Laufens an sich.

Fazit

Liebe laufende Gemeinde! Ihr müsst es also auch einsehen: der Yoga ist nicht nur ein Allheilmittel für eine bessere Lebensqualität im Alltag, sondern hat ganz besondere Vorzüge für jeden ambitionierten Läufer am Start. Wirklich, ich garantiere Euch, dass Yoga euer Leben verändern wird und eure Laufleistungen noch optimiert. Laufen und Yoga sind wie ein perfektes Team, welches aus einem ruhigen, besonnenen Denker und aus einen tatfreudigen, kaum zu haltenden Hans-Dampf besteht. Und zusammen sind die beiden einfach ein unschlagbares Team.

Probiert es einfach mal aus, sprecht mit einem Yogalehrer darüber, was ihr wollt und was dieser Euch bieten kann. Macht einfach mal eine kostenlose Probestunde mit. Denn nur Versuch macht bekanntlich auch klug.

In diesem Sinne … euer Tankred


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